Schlagzeilen
Hamburger Hafen: Arbeiter nach Sabotage an Kriegsschiff festgenommen

Vor einem Jahr wurde gefährliches Material im Motor des Kriegsschiffes "Emden" entdeckt. Jetzt wurden ein Rumäne und ein Grieche festgenommen, denen noch weitere Sabotage-Handlungen vorgeworfen werden.
Schon kurz nach der Entdeckung hatte kaum ein Ermittler an einen Zufall geglaubt. Vor rund einem Jahr, im Januar 2025, war bei einer Kontrolle der Werft Blohm+Voss im Hamburger Hafen etwas Brisantes beim Kriegsschiff "Emden" aufgefallen. Mehrere Kilogramm Material waren in den Antrieb des Schiffes gekippt worden. Experten zufolge hätten diese einen erheblichen Schaden verursachen können.
Haftbefehle in Hamburg und Griechenland vollstreckt
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg wurden am heutigen Dienstag zwei Tatverdächtige festgenommen - ein 37-jähriger Rumäne und ein 54-jähriger Grieche, die im Hamburger Hafen gearbeitet haben sollen. Die Haftbefehle wurden danach in Hamburg und in einem Dorf in Griechenland vollstreckt. Ihre Wohnungen in Hamburg, Rumänien und in Griechenland wurden durchsucht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die beiden werden verdächtigt, im Jahr 2025 auf dem Werftgelände an gleich mehreren für die Bundeswehr bestimmten Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen zu haben. Sie sollen damals mehr als 20 Kilo Strahlkies in den Motor gekippt haben. Ihnen werden aber noch weitere Taten vorgeworfen: So sollen sie Frischwasserleitungen zerstochen haben.
Außerdem sollen sie Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik deaktiviert haben. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft hätten diese Taten "zu erheblichen Schäden an den Schiffen oder jedenfalls zu deren verspätetem Auslaufen geführt und dadurch die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland" gefährden können.
Hintergründe unklar
Über mögliche Auftraggeber machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben - dies werde im Zuge der Ermittlungen geprüft. Aktuell würden die sichergestellten Beweismittel ausgewertet.
Im vergangenen Jahr hatte es gleich mehrere Fälle von mutmaßlicher Sabotage bei der Marine in Norddeutschland gegeben. So hatte jemand auf einem Kriegsschiff der Marine Kabelbäume durchtrennt, in einem anderen Fall wurde offenbar absichtlich Altöl in das Trinkwassersystem eines Schiffs geleitet. In beiden Fällen stellten die Staatsanwaltschaften ihre Verfahren ein - nur in Hamburg beim Fall mit den Metallspänen ermittelte die Justiz weiter, machte aber bis zuletzt keine Angaben zum Stand der Ermittlungen.
Die 89 Meter lange Korvette "Emden" war im Mai 2023 getauft worden. Das Kriegsschiff soll zur Seeraumüberwachung eingesetzt werden. Diese Aufgabe ist in den vergangenen Jahren wichtiger geworden, da sich die NATO mit einer Zunahme von hybriden Angriffen durch Russland konfrontiert sieht. Westliche Sicherheitskreise sehen Russland hinter einer Vielzahl solcher Angriffe - auch wenn dies bislang nur bei einem Bruchteil der Ereignisse durch Gerichte festgestellt werden konnte. Moskau weist jegliche Einmischung immer wieder zurück.
Zahl von Sabotageversuchen hat sich erhöht
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundeskriminalamt (BKA) warnen in diesem Zusammenhang vor sogenannten "Low-Level-Agenten", auch "Wegwerf-Agenten" genannt. Dabei handelt es sich oftmals um Kleinkriminelle oder auch bislang völlig unbescholtene Personen, die in sozialen Netzwerken angeworben und dann zu Sabotageakten angeleitet werden. Oftmals werden diese rekrutierten Attentäter per Kryptowährung für ihre Taten bezahlt. Schon für kleine Aktionen werden mehrere Hundert Euro als Prämien geboten - für die Sabotage von schwerem Kriegsgerät in NATO-Staaten sogar Zehntausende Euro.
Krieg gegen die Ukraine: Massive Angriffe auf Energieanlagen bei minus 20 Grad

Landesweiter Raketenalarm bei eisiger Kälte: Kurz vor weiteren Gesprächen zu einem möglichen Frieden hat Moskau die Ukraine erneut massiv angegriffen. Stunden danach traf NATO-Generalsekretär Rutte zu einem Überraschungsbesuch in Kiew ein.
Vor einer neuen Verhandlungsrunde für ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj neue russische Angriffe auf Energieobjekte beklagt. Für Russland sei es wichtiger, die kältesten Tage des Winters zu nutzen, um Menschen zu terrorisieren, als sich der Diplomatie zuzuwenden, schrieb Selenskyj in sozialen Medien.
Neun Menschen wurden laut Selenskyj bei den neuen Angriffen verletzt. Infolge des Beschusses sei in mehr als 1.100 Wohnhäusern in Kiew die Heizung ausgefallen, erklärte der ukrainische Vize-Ministerpräsident und Wiederaufbauminister Oleksiy Kuleba in Onlinediensten.
"Massive Angriffe in bitterer Kälte"
Russland habe einen gezielten Angriff gegen Energieobjekte geführt, teilte Selenskyj weiter mit. Dabei habe das russische Militär mehr als 70 Raketen und Marschflugkörper sowie 450 Kampfdrohnen eingesetzt. Selenskyj forderte Verbündete der Ukraine abermals dazu auf, Druck auf Russland auszuüben und Raketen für Flugabwehrsysteme zu liefern.
Die Attacken trafen demnach die nordostukrainischen Regionen Charkiw und Sumy, die Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung sowie die Regionen Dnipropetrowsk im Südosten, Odessa im Süden, und Winnyzja im Westen. Die Reparaturarbeiten laufen den Angaben nach.
Schmyhal: "Versuch eines winterlichen Völkermords"
Moskau habe ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen gegen Hochhäuser und Heizkraftwerke eingesetzt, schrieb Energieminister Denys Schmyhal bei Telegram. Er sprach vom "Versuch eines winterlichen Völkermords". Es habe sich ausschließlich um zivile Ziele gehandelt. Hunderttausende Familien, darunter Kinder, seien gezielt ohne Heizung in strengster winterlicher Kälte zurückgelassen worden, schrieb Schmyhal.
Der Leiter der örtlichen Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, sprach von "massiven Angriffen in bitterer Kälte". Der mehrere Stunden andauernde Angriff auf Charkiw habe dessen Energieinfrastruktur getroffen und sollte "maximale Zerstörung anrichten und die Stadt bei strengem Frost ohne Heizung lassen", sagte der dortige Militärverwalter Oleh Synehubow.
Russland bestätigte Angriffe auf ukrainische Militär-, Industrie- und Energieanlagen, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtet.
Rutte zu Besuch in Kiew
Unterdessen traf NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu einem Überraschungsbesuch in Kiew ein. Wie ein von Selenskyj veröffentlichtes Video zeigte, legten Rutte und der ukrainische Präsident Blumen an einem Mahnmal in Kiew nieder, das an die während des russischen Angriffskrieges getöteten ukrainischen Soldaten erinnert. Ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges werde harte Entscheidungen erfordern, sagte Rutte anschließend in einer Rede vor dem ukrainischen Parlament.
Die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. US-Präsident Donald Trump hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, Kremlchef Wladimir Putin sei seiner Bitte nach einer Pause der Angriffe wegen der enormen Kälte in der Ukraine nachgekommen. Die jüngsten Attacken zeigen jedoch, dass diese begrenzte Feuerpause keinen Bestand zu haben scheint.
Neue Gesprächsrunde in Abu Dhabi
Morgen soll in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, eine neue Verhandlungsrunde zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine beginnen. Die USA fungieren dort als Vermittler zwischen den Kriegsparteien. Russland fordert für ein Ende der Gewalt unter anderem weitere Gebiete in der Ukraine und einen Verzicht des Landes auf den angestrebten Beitritt zur NATO.
Altersvorsorge: Merz will Rentenreform noch 2026 auf den Weg bringen

Kanzler Merz will die Altersvorsorge in Deutschland auf neue Füße stellen. Die notwendige Rentenreform will er noch in diesem Jahr anstoßen. Dabei sollen die private und betriebliche Vorsorge mehr Gewicht bekommen.
Im schwarz-roten Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung folgendes Ziel festgeschrieben: "Wir werden die Alterssicherung für alle Generationen auf verlässliche Füße stellen." Damit das gelingt, muss das Rentensystem aus Sicht von Friedrich Merz aber reformiert werden - und dabei will der Bundeskanzler Tempo machen. Noch in diesem Jahr solle eine "umfassende Rentenreform" auf den Weg gebracht werden.
Das kündigte der CDU-Politiker beim Jahresempfang der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt an. Seine Grundidee für die geplante Reform: Die gesetzliche Rentenversicherung solle bleiben, aber sie werde nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus sein. Die private Altersvorsorge und die Betriebsrente sollen eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher, beide kapitalgedeckt, betonte Merz und sprach von einem anstehenden "Paradigmenwechsel in der deutschen Rentenpolitik".
Rente bei Sozialreformen laut Kanzleramtschef priorisiert
Auch Kanzleramtschef Thorsten Frei setzt im Gespräch mit dem Tagesspiegel die Zielmarke, 2026 mit der Rentenreform loszulegen. "Bis zum Ende des Jahres werden wir die ersten großen Sozialreformen umgesetzt haben, und die Rente haben wir dabei priorisiert", sagte der CDU-Politiker. Doch klar sei auch, "dass bis Dezember nicht alles fertig werden kann". Derzeit befasst sich eine Rentenkommission mit möglichen Reformvorschlägen. Bis Ende des zweiten Quartals soll sie diese vorlegen. Manche dieser Vorschläge werden aus Sicht von Frei wohl recht schnell umsetzbar sein, andere bräuchten längeren Vorlauf.
Im vergangenen Jahr hatte die Rente schon für ordentlich Zwist gesorgt - und das auch in den Reihen der Union. Die Junge Union (JU) ging gegen die zwischen Union und SPD vereinbarten Rentenpläne auf die Barrikaden und drohte das Gesetzespaket, das bis Ende 2025 durch den Bundestag gehen sollte, zu kippen. Am Ende klappte es doch, sogar mit Kanzlermehrheit - und dank der Zusage an die JU, 2026 eine grundsätzliche Rentenreform anzugehen.
Auch jetzt kommt Kritik an den schwarz-roten Rentenplänen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Andreas Audretsch, warf Merz vor, "einmal mehr, die gesetzliche Rentenversicherung schwächen zu wollen". Das sei "genau der falsche Weg", sagte er den Sendern RTL und ntv. Und auch Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Linkspartei, warnte: "Wer die Alterssicherung weiter privatisiert, will die gesetzliche Rente aushöhlen und nimmt steigende Altersarmut in Kauf."
CDU-naher Wirtschaftsrat für Streichungen im Rentensystem
Vorschläge zur Reform des Rentensystems hatte zuletzt auch der CDU-nahe Wirtschaftsrat - ein Verband aus Unternehmen - geäußert. Um die Ausgaben des Bundes zu senken, schlug der Rat vor, die Mütterrente und die Rente mit 63 Jahren zu streichen. Stattdessen solle das Renteneintrittsalter "mittelfristig" an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Dabei war die Ausweitung der Mütterrente gerade Teil des zum Jahresende beschlossenen Rentenpakets.
Bei der Rentenversicherung beispielsweise habe sich der Staat sehr weit in die falsche Richtung bewegt, mahnte Grimm. Und die für die kommenden Jahre eingeplanten Milliardenbeträge belasteten den Bundeshaushalt zusätzlich. Die Anhebung des Renteneintrittsalters sei daher aus ihrer Sicht eine "wichtige Komponente". Und auch "die Rente mit 63 und Mütterrente müsste man eigentlich in Frage stellen".
Auftakt der Tarifverhandlungen: Chemie-Branche in tiefster Krise seit Jahrzehnten

Heute starten die Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten der Chemie- und Pharmaindustrie auf Bundesebene. Welche Schwierigkeiten die Branche hat, zeigt ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz.
"Man kann es sich vorstellen wie ein großer Kochtopf, den jeder von zu Hause kennt, wo wir auch die Zutaten vorlegen, zusammenmischen, auf Temperatur bringen, manchmal das Ganze unter Druck geschehen lassen, so wie in einem Schnellkochtopf", erklärt Betriebsleiter Arndt Griebel. Er deutet auf einen großen Metallkessel. Durch eine Luke kann man sehen, dass im Inneren ein großer Rührstab eine schäumende Flüssigkeit umwälzt.
Das Chemieunternehmen Zschimmer & Schwarz mit rund 500 Beschäftigten hat sich darauf spezialisiert, chemische Hilfsmittel herzustellen. Sie helfen gängigen Haushaltsmitteln dabei, ihre Wirkung zu entfalten. Die Kunden der Lahnsteiner Firma sind unter anderem Hersteller von Glasreinigern oder Spülmitteln.
Produktionsanlagen nicht ausgelastet
Die Firma könnte allerdings deutlich mehr produzieren, als sie es zurzeit tut. Die Auslastung sei auf einem historischen Tiefstand. Griebel erzählt, dass im vergangenen Jahr ein Effizienzsteigerungs-Programm begonnen habe. "Wir müssen einfach unsere Produktivität stärken und verbessern, damit wir wettbewerbsfähig bleiben und vielleicht auch noch wettbewerbsfähiger werden, als wir das heute sind."
Viele Unternehmen der Chemieindustrie in Deutschland kämpfen mit ähnlichen Problemen. Vor diesem Hintergrund starten heute in Langenhagen bei Hannover die Verhandlungen zu einem neuen, bundesweit gültigen Tarifvertrag in der Chemie- und Pharmaindustrie. Zwei Tage lang wollen der Arbeitgeberverband BAVC und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) beraten.
Der BAVC rechnet mit sehr schwierigen Verhandlungen. "Die Chemie steht mit dem Rücken zur Wand. Unsere Unternehmen produzieren heute 20 Prozent weniger als 2018", so Verhandlungsführer Matthias Bürk. "Die Ursachen für die Krise der Chemie sind hohe Energie- und Arbeitskosten, steigender Importdruck und neue Zölle, überbordende Bürokratie und schwache Nachfrage." Das Ziel müsse sein, Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. "Die Unternehmen brauchen jetzt eine tarifpolitische Atempause." Konkret bedeutet das: keine Lohnerhöhungen.
Hoffnung auf Jobgarantie
Der Chef der Chemiegewerkschaft IG BCE, Michail Vassiliadis, erteilte der Forderung nach einer Nullrunde bereits eine Absage. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnsteigerung für Auszubildende und Tarifbeschäftigte, die die Kaufkraft stärkt. Konkrete Zahlen nennt die IG BCE nicht. Zudem wünscht sich die Gewerkschaft tarifvertragliche Lösungen, die Arbeitsplätze in der Branche sichern.
Arbeitgeber-Verhandler Bürk warnt indes vor falschen Erwartungen: "Eine flächendeckende Jobgarantie per Tarifvertrag kann es nicht geben. Sichere Arbeitsplätze lassen sich nicht verordnen, weder durch die Politik noch durch die Sozialpartner auf Branchenebene", erklärt der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite.
Auftragsrückgang gefährdet Arbeitsplätze
Bei Zschimmer & Schwarz in Lahnstein steht das Thema Arbeitsplatzabbau schon auf der Tagesordnung. Der Schritt sei die Konsequenz aus starken Auftragsrückgängen in den vergangenen Jahren, sagt Geschäftsführer Christoph Riemer. Gerade die hohen Energiekosten hätten sich mittelbar auf die Geschäftslage ausgewirkt.
"Wir haben große Kunden in der energieintensiven Keramikindustrie. Gerade in Deutschland und in Europa ist dieser Bereich extrem rückläufig, weil sich die Energiekosten für diese Kunden so massiv erhöht haben", so Riemer. Die Produktionen seien in andere Regionen abgewandert, zum Beispiel nach Indien und nach China. Aufträge für chemische Hilfsmittel von Zschimmer & Schwarz blieben deshalb aus.
Personalabbau hat bereits begonnen
Konkrete Zahlen dazu, wie viele Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, nennt Riemer nicht. Es liefen zurzeit Gespräche mit der Belegschaft. "Diese Gespräche drehen sich um ein Freiwilligenprogramm: Welche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich eine Welt außerhalb von Zschimmer & Schwarz vorstellen?", sagt Geschäftsführer Riemer. Darüber hinaus gehe es zum Beispiel darum, Beschäftigten den Eintritt in eine vorgezogene Rente zu erleichtern.
Laut einer Umfrage des Chemie-Arbeitgeberverbands hat ein Viertel der befragten Unternehmen 2025 bereits begonnen, Personal abzubauen. "Weitere 23 Prozent werden dies 2026 tun", erklärt BACV-Verhandlungsführer Matthias Bürk. 18 Prozent der Unternehmen hätten die Pläne dafür fertig in der Schublade, warteten aber noch die Entwicklung der nächsten Wochen und Monate ab.
Freihandelsabkommen mit Indien als Chance
Trotz schwieriger Geschäftslage sieht die Chemie- und Pharmaindustrie auch positive Entwicklungen: Nach fast 20 Jahren Dialog haben die EU und Indien die Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen abgeschlossen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht darin die Chance auf bessere Exporte und resilientere Lieferketten. Bisher spielen Im- und Exporte mit Indien in der Branche eine eher untergeordnete Rolle.
Prozess gegen Marius Borg Høiby: Belastungsprobe für Norwegens Monarchie

Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin muss sich unter anderem wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Doch das Königshaus hat noch mehr Probleme: Auch der Epstein-Skandal belastet Mette-Marit.
Der Prozess in Oslo begann pünktlich gegen 9:30 Uhr - und anders als erwartet erschien Marius Borg Høiby doch schon am ersten Tag vor Gericht. In einem grünen Pullover verfolgte der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit die Verlesung der insgesamt 38 Anklagepunkte.
Sie tue ihr bestes, um ihren Mandaten auf den Mammut-Prozess vorzubereiten, hatte seine Anwältin Ellen Holager Andenæs am Morgen dem Sender NRK gesagt.
Die Liste der Vorwürfe gegen den 29-Jährigen in dem Strafprozess ist lang: Vergewaltigung in vier Fällen, häusliche Gewalt, Sachbeschädigung, Drogen- und Verkehrsdelikte. Mehrere Frauen soll er sexuell missbraucht und sie dabei ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung gefilmt haben. Die Schuld zu den schwersten Vorwürfen wies Marius Borg Høiby zurück.
Kurz vor Prozessbeginn war er unter anderem wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen ein Kontaktverbot erneut festgenommen worden. Bis zum 2. März muss er in Untersuchungshaft bleiben.
Großes internationales Interesse
Das internationale Medieninteresse an dem Verfahren ist riesig, sagt der norwegische Kriminaljournalist Dennis Ravndal: "Es kommt nicht oft vor, dass man ein paar Stunden lang mit anderen Pressevertretern in einer Schlange steht, um ins Osloer Bezirksgericht zu gelangen. Es ist klar, dass dies ein historischer Fall ist. Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der norwegischen Königsfamilie vor Gericht steht. Das ist noch nie passiert."
Marius Borg Høiby war zwar nie offiziell Teil des norwegischen Königshauses. Trotzdem wirkt sich das Verfahren gegen den Sohn der künftigen Königin aus einer früheren Beziehung auf das Ansehen der Monarchie aus.
Königshaus distanziert sich
Kronprinzessin Mette-Marit und ihr Mann, Kronprinz Haakon, hatten schon vor dem Verfahren klargemacht, dass sie nicht selbst an dem Prozess teilnehmen, erklärt die norwegische Königshausexpertin Kristi Marie Skrede: "Die Königsfamilie hat immer betont, dass das Verfahren nun in den Händen der Justiz liegt. Es sei am Gericht, ein Urteil zu fällen. Sie hoffen auf einen fairen Prozess - für Marius, aber auch für die im Fall betroffenen Frauen."
Seit dem Wochenende ist die Krise des Königshauses noch größer geworden, denn neue Dokumente zum Fall Jeffrey Epstein in den USA zeigen: Mette-Marit hatte wohl jahrelang engen E-Mail-Kontakt zu dem verstorbenen Sexualstraftäter.
Königsfamilie unter Druck
Ein Riesen-Problem für die Königsfamilie, sagt Expertin Kristi Marie Skrede: "Mein Eindruck war immer, dass die Kronprinzessin beim norwegischen Volk großes Ansehen genießt." Viele Norweger hätten großes Mitgefühl mit ihr, wegen ihrer Lungenkrankheit und dem, was rund um ihren Sohn geschehe. "Aber das, was jetzt gerade mit dem Epstein-Fall passiert, ist so neu, dass wir nicht wissen, wie es sich auf das Vertrauen der Menschen auswirken wird."
Der Epstein-Skandal betrifft nicht nur die norwegische Kronprinzessin, sondern auch weitere bekannte Persönlichkeiten, darunter den früheren norwegischen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland und die Topdiplomatin Mona Juul. Mette-Marit hatte am Wochenende erklären lassen, sie bedauere, "Epsteins Hintergrund nicht besser geprüft" zu haben.
Der Prozess gegen ihren Sohn dauert bis Mitte März. Marius Borg Høiby drohen laut norwegischen Medien bis zu 16 Jahre Haft.
Aus Sicherheitsgründen: China verbietet versenkbare Auto-Türgriffe

Kaum ist das Auto abgeschlossen, verschwinden die Türgriffe elegant in der Karosserie. Die Technik, die einst durch Tesla berühmt wurde, ist laut der chinesischen Regierung ein Sicherheitsrisiko - und in China deshalb künftig verboten.
Wegen Sicherheitsbedenken und umständlicher Bedienung verbietet China versteckte Türgriffe an Autos. Die Behörden in dem Land mit dem weltgrößten Automarkt änderten dazu die entsprechenden Vorgaben, wie aus einer Mitteilung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie hervorging.
Ab dem 1. Januar 2027 müssen Türen deshalb sowohl innen als auch außen über eine mechanische Entriegelungsmöglichkeit verfügen. Türgriffe, die in der Autotür verschwinden können und vor Betätigung automatisch herausfahren oder sich ausklappen , sind dann verboten.
Modelle, welche die Behörden bereits genehmigt hatten und kurz davorstehen, auf die Straße zu kommen, müssen die Hersteller bis 2029 umrüsten. Nicht betroffen ist die Kofferraumklappe.
Verbot könnte sich auf globalen Automarkt auswirken
In China waren zuletzt zunehmend Sicherheitsbedenken laut geworden, die Türgriffe könnten bei einem Unfall ihre Funktionstüchtigkeit verlieren. So war es im Oktober Rettungskräften in der Stadt Chengdu nicht gelungen, die Türen eines brennenden Xiaomi-Elektroautos zu öffnen.
Die neuen Vorgaben könnten Analysten zufolge nun Autobauer weltweit dazu veranlassen, die Gestaltung ihrer Fahrzeugtüren zu überdenken. Denn China entwickele sich auf dem schnell wachsenden Markt für Elektroautos immer mehr zum Vorreiter, der international die Standards setze, erklärte Automobilmarktexperte Bill Russo. Er gehe deshalb davon aus, dass die neuen Türvorschriften auch im Ausland, insbesondere in Europa, Nachahmer finden werden.
Nach Telefonat mit Modi: Trump verkündet Handelspakt mit Indien

Die USA und Indien haben sich US-Präsident Trump zufolge auf Zollsenkungen geeinigt. Zudem werde Indien kein Öl aus Russland mehr kaufen und in die USA investieren. Indiens Premier Modi bestätigte nur den Zoll-Deal.
US-Präsident Donald Trump hat einen Handelsvereinbarung mit Indien bekannt gegeben: Das Land wolle künftig auf Erdölimporte aus Russland verzichten, schrieb Trump am Montag auf Truth Social. Im Gegenzug senkten die USA ihre sogenannten reziproken Zölle gegen Indien von 25 auf 18 Prozent. So bezeichnet Trump Zölle, die angebliche Ungleichgewichte und Benachteiligungen für die USA im internationalen Handel ausgleichen sollen.
Der indische Regierungschef Narendra Modi bestätigte die Zollsenkung durch die USA, äußerte sich jedoch weder zu den indischen Ölimporten aus Russland noch zu anderen Aussagen des US-Präsidenten. "Ich freue mich, dass Produkte 'Made in India' nun mit einem reduzierten Zollsatz von 18 Prozent belegt werden", schrieb Modi auf X. Er danke Trump "im Namen der 1,4 Milliarden Menschen in Indien für diese wunderbare Ankündigung".
Öl aus den USA - und aus Venezuela?
Trump jedoch betonte, Modi habe ihm bei einem Telefonat zugesagt, "viel mehr" Öl "aus den USA und womöglich aus Venezuela zu kaufen. Das würde dabei helfen, den Ukraine-Krieg zu beenden, schrieb der US-Präsident.
Modi habe zudem in Aussicht gestellt, Indiens Importzölle für US-Produkte auf Null zu senken und die Investitionen in die Vereinigten Staaten auszuweiten, erklärte Trump. Der US-Präsident sprach von "über 500 Milliarden Dollar" (etwa 422 Milliarden Euro), die in US-Energie sowie Technologie, Landwirtschaft und Kohle fließen sollten. Auch dazu äußerte sich Modi in seinem X-Post nicht.
Die Führungsrolle Trumps sei entscheidend für globalen Frieden, Stabilität und Wohlstand, schrieb Modi stattdessen. "Indien unterstützt seine Bemühungen um Frieden voll und ganz."
Vor Kurzem Einigung zwischen Indien und der EU
Der US-Präsident hatte bereits im Oktober verkündet, Modi habe ihm versichert, dass sein Land kein Öl mehr aus Russland kaufen werde. Indien zeigte sich damals zu höheren Energieimporten aus den USA bereit, ließ aber offen, ob es seine umstrittenen Öleinfuhren aus Russland stoppen wird.
Trump hatte die Regierung in Neu-Delhi zuvor mehrfach wegen ihrer Ölgeschäfte mit Moskau kritisiert. Im April 2025 hatte er Produkte aus Indien daher mit einem Importzoll von 25 Prozent belegt. Wegen der anhaltenden indischen Ölimporte aus Russland verdoppelte der US-Präsident den Satz im August für die meisten indischen Produkte sogar auf 50 Prozent.
Trumps Ankündigung erfolgte nun einige Tage nach der Erklärung Indiens und der EU, dass sie ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hätten.
Millionen für Trump-Gattin: Wird der Melania-Film ein finanzielles Desaster?

Der Film "Melania" über die First Lady ist die teuerste Doku aller Zeiten. Während in Europa die Säle leer bleiben, sorgen Trump-Fans für einen starken Kinostart in den USA. Doch die hohen Kosten sind schwer einzuspielen.
Die Fans von Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump haben "Melania" zu einem furiosen Start an den US-Kinokassen verholfen. Der Film übertraf die Erwartungen von Branchenkennern bei Weitem und sprang direkt auf Platz drei der US-Kinocharts. Am Startwochenende spielte er rund sieben Millionen Dollar ein - das erfolgreichste Kino-Debüt eines Dokumentarfilms seit zehn Jahren.
Trump-Anhänger strömen in die Kinos
Melania Trump postete auf X stolz, der Film habe "bereits mehr eingespielt als fünf Oscar-Nominierte des Jahres 2025". Vor allem in den republikanischen Hochburgen strömten die Zuschauer in die Kinos - Beobachtern zufolge zählten Dallas, Orlando, Tampa, Phoenix, Houston, Atlanta und West Palm Beach zu den erfolgreichsten Städten für "Melania".
Außerhalb der USA interessierten sich dagegen kaum Zuschauer für den Film: So landete "Melania" etwa in Großbritannien am ersten Wochenende auf Platz 29 der Kinocharts und spielte gerade einmal 32.974 Pfund ein.
"Melania" ist teuerste Doku aller Zeiten
Trotz des positiven Starts an den US-Kinokassen: Finanziell gesehen ist "Melania" von einem Erfolg meilenweit entfernt. Amazon MGM Studios, das den Film finanziert hat, muss noch einen sehr langen Weg zurücklegen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Denn die Ausgaben waren gigantisch: Amazon zahlte 40 Millionen Dollar für die Rechte - und machte "Melania" damit laut dem Hollywood Reporter zum teuersten Dokumentarfilm der Geschichte.
Zum Vergleich: Laut der International Documentary Association belief sich 2025 das durchschnittliche Budget für eine Doku mit Beteiligung von Firmen aus den USA, Großbritannien oder Kanada auf gerade einmal 900.000 Dollar.
35 Millionen Dollar für Marketing und Promotion
Doch damit genug: Zusätzlich zu den 40 Millionen Dollar für die Rechte investierte Amazon weitere 35 Millionen Dollar ins Marketing - eine schwindelerregend hohe Summe für einen Dokumentarfilm. Laut der New York Times (NYT) beläuft sie sich auf das Zehnfache dessen, was andere hochkarätige Dokumentarfilme erhalten haben.
Das Geld floss unter anderem in Fernsehwerbespots während der NFL-Playoff-Spiele, eine gleichzeitige Premiere in 25 Kinos in den Vereinigten Staaten sowie Werbung auf Bussen und Popcorn-Boxen in den Kinos.
Welche Motive verfolgt Jeff Bezos mit "Melania"?
Amazon plant zwar, "Melania" auch über seinen Streamingdienst zu vermarkten, auch eine Begleit-Dokuserie für Prime Video ist im Gespräch. Trotzdem bleibt mit Blick auf die gigantischen Gesamtkosten von 75 Millionen Dollar die Frage: Welche Motive verfolgt Amazon mit "Melania" wirklich?
Finanzielle können es wohl kaum sein - zumal, wenn man bedenkt, dass die 40 Millionen Dollar, die Amazon für den Erwerb der Rechte ausgab, rund 26 Millionen Dollar über dem nächsthöheren Gebot von Disney lagen. Melania Trump selbst hat Medienberichten zufolge mehr als 70 Prozent des 40 Millionen-Dollar-Deals erhalten, also über 28 Millionen Dollar.
"Einschmeichelei oder gar Bestechung"
Der Deal mit Melania Trumps Produktionsfirma soll kurz nach einem Abendessen von Amazon-Gründer Jeff Bezos mit Donald Trump in Mar-a-Lago zustande gekommen sein. Kritiker sehen darin einen Versuch Bezos, sich Trumps Gunst zu erkaufen.
"Wie kann das nicht mit Einschmeichelei oder gar Bestechung gleichgesetzt werden?", zitiert etwa die NYT Ted Hope, der von 2015 bis 2020 bei Amazon arbeitete und maßgeblich am Aufbau der Filmabteilung des Unternehmens beteiligt war.
Amazon selbst hat immer wieder betont: "Wir haben den Film nur aus einem einzigen Grund lizenziert - weil wir glauben, dass unsere Kunden ihn lieben werden."
Veröffentlichung der Epstein-Akten: "Der Fall bleibt toxisch"

Die Enthüllungen durch die veröffentlichten Epstein-Akten sorgen für Empörung - auch unter vielen Trump-Anhängern im MAGA-Lager. Auf die Zwischenwahlen im November allerdings werde das kaum Auswirkungen haben, meint US-Experte Lammert.
tagesschau.de: Seit die jüngsten Dateien der Epstein-Akten veröffentlicht wurden, tauchen immer weitere Details auf. Trump verhinderte lange die Veröffentlichung, dann wollte er die MAGA-Basis in gewisser Weise beruhigen. Ist ihm das gelungen?
Christian Lammert: Trump hat versucht, die Deutungshoheit zu behalten, indem er die Freigabe der Akten taktisch einsetzte. In seiner Kernbasis dürfte das funktioniert haben - die Loyalität dieser Gruppe ist weniger fakten-, sondern identitätsbasiert. Außerhalb dieser Blase hat er jedoch keinen Vertrauensgewinn erzielt.
tagesschau.de: Der Name Donald Trump taucht in Tausenden Dateien der veröffentlichten Unterlagen auf. Offenbar ist ihm zumindest laut den veröffentlichten Dokumenten kein Vergehen nachzuweisen. Für wie groß halten Sie den Schaden für Trump?
Lammert: Die schiere Häufigkeit seines Namens sorgt für öffentliche Aufmerksamkeit, aber juristisch ist bislang nichts Belastendes belegt. Der politische Schaden bleibt deshalb gering - zumal Trumps Wähler darin eher eine "neue Medienkampagne" sehen.
Schwärzungen werfen Fragen auf
tagesschau.de: Laut einer CNN-Umfrage von Januar 2026 erklärte eine Mehrheit der Befragten, die Regierung halte absichtlich Informationen zurück. Das führt uns zum System der Schwärzungen: Veranlasst sind diese ja von der Regierung selbst. Bietet das nicht reichlich Gelegenheit für Manipulation? Jenseits von den Akten, die erst gar nicht veröffentlicht wurden.
Lammert: Ja, das Verfahren schafft Misstrauen. Auch wenn die Schwärzungen teils rechtlich notwendig sind, verstärken sie den Eindruck, dass Regierung und Justiz Informationen steuern. In einem polarisierten Klima nährt das Verschwörungsdenken auf allen Seiten.
tagesschau.de: Und wie erklären Sie es, dass ausgerechnet die Namen zahlreicher Opfer nicht geschwärzt wurden?
Lammert: Das war kommunikativ und ethisch ein schwerer Fehler. Es zeigt, dass die Veröffentlichung administrativ schlecht vorbereitet war - und dass der Schutz der Opfer offenbar weniger Priorität hatte als politische Schadensbegrenzung.
"Keine Entkoppelung der MAGA-Anhänger"
tagesschau.de: Die Trump-Administration spricht von der letzten Veröffentlichung und will das Kapitel gerne schließen. Ist das möglich?
Lammert: Das wird kaum gelingen. Solange neue Dokumente oder Zeugen auftauchen, bleibt der Fall toxisch - auch über Trumps Amtszeit hinaus. In den USA verschwinden solche Themen selten dauerhaft aus der Öffentlichkeit.
tagesschau.de: Versuchen sich die MAGA-Anhänger gerade von Präsident Trump zu entkoppeln - und wohin führt das?
Lammert: Es gibt erste Anzeichen für Differenzierung - einzelne konservative Stimmen suchen größere Distanz. Aber von einer echten Entkoppelung kann noch keine Rede sein. Der Trumpismus ist längst eine politische Identität, nicht nur eine Wahlentscheidung.
"Das Gefühl moralischer Abstumpfung"
tagesschau.de: Welche Auswirkungen könnten die Veröffentlichungen auf die Zwischenwahlen im November haben?
Lammert: Kurzfristig gering. Die Wirtschaftslage und Fragen zu Immigration oder nationaler Sicherheit dominieren. Skandale wie dieser beeinflussen höchstens die moderate Mitte - und das meist nur temporär.
tagesschau.de: Mit den Enthüllungen blickt die ganze Welt in den moralischen Abgrund der Reichen und Mächtigen: Was löst das bei den Amerikanern aus?
Lammert: Empörung und Zynismus zugleich. Für viele bestätigt der Fall die Vorstellung, dass Reiche und Mächtige anderen Regeln folgen. Zugleich wächst das Gefühl moralischer Abstumpfung - eine gefährliche Entwicklung für jede Demokratie.
Notfall vor Australiens Küste: Teenager schwimmt stundenlang, um Familie zu retten

Ein 13-Jähriger hat sich vier Stunden durchs aufgewühlte Meer gekämpft, um seine Mutter und seine beiden Geschwister zu retten. Das Wetter bei einem Paddelausflug war plötzlich umgeschlagen, die Familie trieb aufs Meer hinaus.
Ein Junge aus Australien ist stundenlang durch die raue See geschwommen, um Rettung für seine in Seenot geratene Familie anzufordern. Am Strand sei er kurz zusammengebrochen, dann aber weitere zwei Kilometer gesprintet, um ein Telefon zu finden und den Notruf abzusetzen, berichtete der 13-jährige Austin dem australischen Rundfunksender ABC.
Austin hatte am Freitag mit seiner Mutter, seinem zwölfjährigen Bruder und seiner achtjährigen Schwester einen Ausflug mit aufblasbaren Paddleboards und einem Kajak unternommen. Die Familie urlaubte in Qindalup in Westaustralien, rund 250 Kilometer südlich von Perth.
Doch die Wetterbedingungen verschlechterten sich und trieben die Familie aufs offene Meer hinaus. Austins Mutter sagte ABC, sie habe ihr ältestes Kind losgeschickt, um Hilfe zu holen, weil sie die drei Kinder nicht habe allein lassen können:
"Konnte nicht spüren, wie müde ich war"
Erst versuchte Austin, mit dem Kajak ans Ufer zu paddeln. Das füllte sich aber mit Wasser, weshalb er den Versuch aufgeben musste und anfing zu schwimmen - bei starkem Wellengang und zunehmend schwierigen Bedingungen. "Ich war total außer Atem, aber ich konnte nicht spüren, wie müde ich war", sagt der Junge. Er habe versucht, sich auf die glücklichsten Dinge in seinem Kopf zu konzentrieren, um durchzuhalten und sich nicht ablenken zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt seien die Wellen riesig gewesen. "Ich schwamm Brust, ich schwamm Freistil, ich schwamm Rücken, um zu überleben", sagte er.
Nach eigenen Angaben hatte er gut die Hälfte der Zeit eine Schwimmweste an. Da die ihn aber verlangsamt habe, habe er sie dann ausgezogen.
Familie treibt zehn Stunden im Meer
Währenddessen kämpfte der Rest der Familie darum, über Wasser zu bleiben. "Wir blieben positiv, wir scherzten und sangen und taten so, als sei das ein Spiel - bis die Sonne unterging und es noch unruhiger wurde und die Wellen wirklich groß wurden", sagte die Mutter Joanne.
Gegen 18 Uhr setzte Austin den Notruf ab, ein Helikopter fand die Familie gegen 20:30 Uhr auf dem offenen Meer, 14 Kilometer von Quindalup entfernt. Die Familie klammerte sich an ein Paddleboard. Insgesamt war die Familie zehn Stunden auf der stürmischen See.
"Übermenschliche" Leistung des Teenagers
Nach ihrer Rettung wurde die Familie untersucht, keiner musste ins Krankenhaus. "Alle drei haben es geschafft. Das war alles, was zählte", sagte die Mutter.
Der Leiter der Rettungsstelle, Paul Bresland, sprach von einer "übermenschlichen" Leistung des Jungen.
Viertelfinale im DFB-Pokal: Heimsieg gegen St. Pauli - Leverkusen im Halbfinale

Bayer Leverkusen hat mit einem Heimsieg gegen den FC St. Pauli das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht.
Leverkusen gewann mit 3:0 (1:0). Die Tore erzielten Martin Terrier (31.), Patrik Schick (63.) und Jonas Hofmann (90.+2). Die Auslosung der Halbfinalspiele findet am 22. Februar statt. Die Halbfinalspiele sind für den 21. und 22. April vorgesehen, das Finale in Berlin wird am 23. Mai gespielt.
"Wir haben es St. Pauli in der ersten Hälfte zu einfach gemacht. So konnte St. Pauli viele Situationen kreieren. Mit einer gute Leistung von uns brennt hier viel weniger an", sagte Leverkusens Robert Andrich im ARD-Hörfunk und fügte mit Blick auf das Halbfinale an. "Jeder von uns will sehr gerne nach Berlin." Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand kritisierte "viele leichte Ballverluste" vor der Pause, "die zweite Halbzeit war viel besser".
St. Paulis Trainer Alexander Blessin haderte: "In der ersten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht. Da hat man schon das Gefühl gehabt, wir haben mehr Spielanteile. Und dann bekommen wir aus einer Halbchance das Tor - so wendet sich das Blatt."
St. Pauli hält mit, aber Leverkusen geht in Führung
Leverkusen, zuletzt nach einer kurzen Krise wieder mit drei Pflichtspielsiegen in Folge, trat als Favorit an und erspielte sich schnell Vorteile. In der 16. Minute hatte Patrik Schick die große Chance zum 1:0, sein Schuss wurde aber von St. Paulis Karol Mets auf der Linie geklärt. Auch St. Pauli, das zuletzt sechs Spiele in Folge in der Bundesliga nicht gewann, hatte eine erste Chance durch Joel Fujita, der aber links am Tor vorbei schoss (23.).
In der 31. Minute kam Bayer zur Führung, als Martin Terrier im Strafraum am schnellsten schaltete und im Durcheinander zum 1:0 traf. St. Pauli steckte aber nicht auf und hatte wenig später die große Chance zum Ausgleich: Nach einer starken Kombination über rechts spielte Arkadiusz Pyrka den Ball nach innen, wo Martijn Kaars den Ball aber knapp über das Tor schoss (40.). Sein Team habe in der ersten Hälfte gut gespielt, sagte Kaars im ARD-Hörfunk. "Das 1:0 kommt eigentlich aus dem Nichts. Und dann wissen wir, dass es schwierig wird gegen Bayer Leverkusen. Alles muss besser werden, damit wir genug Punkte holen."
Schick erhöht auf 2:0, Hofmann trifft den Pfosten
Nach der Pause ließ Schick seine erste Chance auf das 2:0 noch liegen (59.), sorgte dann aber für das aus Leverkusener Sicht beruhigende zweite Tor: Aleix García flankte den Ball nach einer kurzen Ecke von rechts tief in den Strafraum, links neben dem Tor stand Schick bereit und traf mit links ins rechte Eck (63.). "Zwei saudumme Tore", kritisierte St. Paulis Traner Blessin im ARD-Hörfunk. "Bei der Leistung können wir aber auf vieles aufbauen." Jetzt brauche man Punkte für die Bundesliga, in der St. Pauli Vorletzter der Tabelle ist.
Jonas Hofmann verpasste zunächst die Entscheidung, als er in der 75. Minute mit einem Distanzschuss den linken Außenpfosten traf. So blieb St. Pauli in der Schlussphase im Spiel - kam aber nicht mehr ran. Hofmann traf in der Nachspielzeit nach einem Konter auf Vorlage von Alejandro Grimaldo noch zum 3:0 (90.+2).
Bayer nun in Gladbach, St. Pauli empfängt Stuttgart
Für Leverkusen geht es in der Bundesliga am Samstag (18.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach weiter, St. Pauli empfängt ebenfalls am Samstag (15.30 Uhr) den VfB Stuttgart. Eine Woche später treffen Leverkusen und St. Pauli erneut in Leverkusen aufeinander.
Regionales
Baden-Württemberg: Zug prallt auf Auto: 23-jähriger Mann stirbt noch an Unfallort in Mengen-Ennetach

Zwischen Sigmaringen und Ulm ist in Mengen-Ennetach eine Regionalbahn mit einem Auto zusammengeprallt. Dabei ist ein Mann gestorben, eine Frau wurde verletzt.
In Mengen-Ennetach (Kreis Sigmaringen) ist bei einem schweren Unfall an einem Bahnübergang ein 23-jähriger Mann gestorben. Der Mann befand sich in einem Auto, mit dem er am späten Dienstagabend einen Bahnübergang queren wollte. Dabei wurde das Fahrzeug von einer heranfahrenden Regionalbahn erfasst und komplett zerstört. In der Bahn, die in das Auto prallte, wurde eine Person verletzt. Dabei handelt es sich laut Polizei um die Lokführerin. Es befanden sich außerdem acht Fahrgäste in der Regionalbahn, diese blieben bei dem Unfall körperlich unverletzt, bestätigte ein Polizeisprecher in der Nacht.
Regionalbahnstrecke mehrere Stunden gesperrt
Den bisherigen polizeilichen Ermittlungen zufolge überquerte der Autofahrer kurz nach 21:30 Uhr den beschrankten Bahnübergang in der Scheerer Straße in Mengen-Ennetach, als sich die Regionalbahn von Sigmaringen nach Ulm näherte und mit dem Fahrzeug kollidierte. Der Zug kam etwa 400 Meter nach dem Bahnübergang zum Stehen, die Lokführerin, die sich verletzte wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus eingeliefert. Rettungskräfte betreuten die weiteren betroffenen Personen.
Die Zugstrecke Sigmaringen-Mengen musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Den insgesamt an den Fahrzeugen und der Bahneinrichtung entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 100.000 Euro. Die Unfallursache wird jetzt von der Verkehrspolizei Sigmaringen ermittelt.
Bayern: Im Einsatz an der Grenze: Unterwegs mit einer Bundespolizistin

Grenzkontrollen, Schleuserbekämpfung, Einsätze im Zug: In Freilassing arbeitet Bundespolizistin Carmen an der deutsch-österreichischen Grenze. Ein Einblick in ihren anspruchsvollen Alltag zwischen Sicherheit, hoher Verantwortung und Empathie.
Carmen ist Bundespolizistin im gehobenen Dienst. Frühmorgens um 6.53 Uhr beginnt ihre Arbeit am Bahnhof Freilassing. Die 32-Jährige ist an einer sogenannten Schwerpunktdienststelle beschäftigt. Freilassing zählt bundesweit zu den Orten mit den höchsten Aufgriffen bei unerlaubten Einreisen und Schleusungen.
Carmen ist zuständig für den Grenzschutz und bahnpolizeiliche Aufgaben. Sie kontrolliert Züge, Fahrzeuge und Reisende - mit dem Ziel, irreguläre Migration zu verhindern und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Bundespolizei im Grenzgebiet: Hohe Verantwortung im Joballtag
Die Bundespolizistin soll im Grenzgebiet auch Schleusungen aufdecken und sicherstellen, dass die Grenzkontrollen effizient und rechtssicher ablaufen. Die Grenze zu Österreich ist offiziell offen. Seit 2025 gelten jedoch nochmals verschärfte Grenzkontrollen. Allein von Januar bis Oktober 2025 registrierte die Bundespolizeiinspektion Freilassing im Schnitt neun unerlaubte Einreisen pro Tag. Die Kontrollen finden an Bahnhöfen, in Zügen sowie an Straßenübergängen statt.
Streife im Zug: Passkontrollen und Abgleiche in Polizeidatenbanken
Heute ist Carmen mit ihrem Kollegen Johannes unterwegs. Um 7.14 Uhr kontrollieren sie einen Railjet Richtung Traunstein. Die beiden prüfen Ausweise, scannen Dokumente und gleichen Daten mit polizeilichen Fahndungssystemen ab. Ob Haftbefehl oder unerlaubte Einreise – nichts darf übersehen werden. "Es kann natürlich immer sein, dass jemand im Zug durchdreht, randaliert, mit unseren Kontrollen nicht einverstanden ist und das Ganze dann in einem Widerstand endet. Das wäre der absolute Worstcase. Im Zug ist nicht viel Platz, man hat Schwierigkeiten, die Person unter Kontrolle zu bringen", sagt Carmen. An diesem Tag bleibt die Situation jedoch ruhig: In diesem Zug werden keine unerlaubten Einreisen festgestellt.
Einsatz am Bahnhof: Verdacht auf Schwarzfahren
Nach der Zugkontrolle werden Carmen und Johannes zur Verstärkung angefordert. In einem Nachtzug haben Kollegen eine Person mit mehreren Haftbefehlen festgenommen. Ein weiterer Mann verhält sich auffällig. Am Bahnsteig kontrollieren die Beamten den ungarischen Staatsbürger: Ausweis vorhanden, Ticket nicht. Schwarzfahren ist in Deutschland eine Straftat. Möglich sind Geldstrafen – und im Extremfall sogar bis zu ein Jahr Haft. Der Mann muss mit auf die Polizeistation. Nach einer Anzeige darf er die Wache wieder verlassen.
"Ich bin der Meinung, dass zu einer guten Polizistin auf jeden Fall gehört, dass man Empathie hat und sie dem Gegenüber auch zeigt. Genauso muss man sich aber auch durchsetzen können und für das stehen, was man nach außen repräsentiert", sagt Carmen.
Straßengrenze Salzburg-Freilassing: Schleuser im Fokus
Der nächste Einsatz führt zum Straßengrenzübergang Salzburg-Freilassing. Hier kontrolliert die Bundespolizei seit 2015 wieder an der Grenze zu Österreich. Fahrzeuge werden herausgewunken, Kennzeichen geprüft, Innenräume durchsucht. Besonders im Blick: mögliche Schleuserfahrzeuge wie Taxis oder stark getönte Autos. "Wir achten auf das Verhalten der Personen, ob die Person nervös ist und sich der Kontrolle auch ganz gerne entziehen möchte", erklärt Carmen. "Man schaut sich natürlich das Kennzeichen und das Auto von außen an. Wer für einen bauchgefühlsmäßig interessant sein könnte, den holt man dann auch raus."
Doch auch hier verläuft der Einsatz ohne besondere Vorkommnisse – an diesem Tag gibt es keine unerlaubten Einreisen in Carmens Dienst. Nach elf Stunden Dienst fahren sie und Johannes zurück zur Dienststelle. "Alles in allem gehe ich heute mit einem guten Gefühl raus", sagt Carmen zufrieden.
Gehalt und Einsatz: So abwechslungsreich ist der Job bei der Bundespolizei
Beruf Bundespolizistin: Motivation, Belastung und Work-Life-Balance
Carmen ist nach ihrem Polizeistudium gleich als Kommissarin in den Beruf eingestiegen und als Führungskraft vorgesehen. Trotzdem sammelt sie erst einmal Praxiserfahrungen auf Streife. "Die ersten Tage waren wirklich hart. Man wird am Anfang ein bisschen überrollt mit dieser Flut an Informationen und neuen Sachen, die um einen herum passieren", sagt sie. Trotz körperlicher und mentaler Belastung ist sie überzeugt: "Meine Motivation ist, anderen zu helfen. Ich bin superglücklich damit. Ich möchte das jetzt auch für den Rest meines Lebens machen."
alpha Uni auf YouTube: Bundespolizei Studium – Mein erster Einsatz am Münchner Flughafen!
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Quelle: alpha Uni
28.01.2026 - 16:00 Uhr
Brandenburg, Berlin: Glatteis und Schnee in Berlin und Brandenburg - Infos im Liveticker

Schon seit Wochen friert es in Berlin und Brandenburg - viele Gehwege sind rutschig von Eis und Schnee. Weil die Räumung durch die zuständigen Hausbesitzer nicht läuft, versucht die Stadt nun BSR und behördliche Kräfte zu mobilisieren.
- BSR bekommt zusätzliches Streugut
- Ausgabe von kostenlosem Splitt nun auch in Potsdam
- Bezirke sehen sich überfordert mit Kontrolle der Räumpflicht
- Wochenbeginn wird frostig
20:10 Uhr DWD warnt für Mittwochmorgen vor Glätte
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die frühen Morgenstunden am Mittwoch eine amtliche Warnung vor Glätte in Berlin herausgegeben. Die Warnung (Stufe 1 von 4) gilt laut einer Mitteilung vom Dienstagabend von 2 Uhr bis 9 Uhr. Für Berlin und Brandenburg weist der DWD zudem auf möglichen leichten Schneefall in der Nacht hin.
14:50 Uhr BUND: BVG muss sich auf Eisregen vorbereiten
Die Umweltorganisation BUND Berlin fordert die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Senatsverkehrsverwaltung auf, einen neuen witterungsbedingten Ausfall der Berliner Straßenbahn zu verhindern.
Nach dem Warnstreik im Nahverkehr von Montag könne den Berlinern außerdem kein neuer großflächiger Ausfall des Trambetriebs zugemutet werden.
Der BUND Berlin fordert unter anderem, dass auch nachts sogenannte Bügelfahrten zum Abkratzen von Eisschichten an der Oberleitung in engerem Takt als im regulären Nachtverkehr durchgeführt werden. Zu den Vorbereitungen gehöre auch, fehlende oder falsche Fahrgastinformation zu verhindern.
Laut Deutschem Wetterdienst kann es in den nächsten Tagen wieder zu Eisregen kommen. Vor allem am Donnerstag wird es nach Einschätzung des ARD-Wetterkompetenzzentrum in Berlin und weiten Teilen Brandenburgs voraussichtlich "sehr rutschig".
14:06 Uhr Glättegefahr nimmt trotz Plusgraden zu
Die Kältewelle in Berlin und Brandenburg endet, die Temperaturen steigen bis zum Wochenende über null Grad. Der Übergang von Frost- zu milderer Luft bringt jedoch neue Gefahren: Durch gefrorene Böden und eine Warmfront drohen Schneefall, Eisregen und zunehmende Glätte.
Besonders am Donnerstagmorgen ist mit sehr rutschigen Straßen und Problemen im Berufsverkehr zu rechnen."Der Donnerstagmorgen wird sehr rutschig – egal, ob es der gefrierende Regen oder der Schneeglätte wird", sagte ARD-Wetterexperte Rudolph rbb|24 am Dienstagvormittag.
Erst ab Freitag entspannt sich die Lage mit Temperaturen zwischen null und vier Grad.
07:09 Uhr: Leichte Plusgrade am Mittwoch und Donnerstag
Das Wetter in Berlin und Brandenburg bleibt auch am Dienstag eisig. Zum Mittwoch und Donnerstag klettern die Höchsttemperaturen jedoch wieder über null Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.
Am Dienstag kommt es laut Prognose in der Früh zu mäßigem und in der Uckermark zu lokal strengem Frost. Zwischen minus zwei Grad in der Elbe-Elster-Niederung und minus sieben Grad in der Uckermark liegen demnach die Höchstwerte. Auch in der Nacht zu Mittwoch wartet laut Prognose Frost – bei Tiefsttemperaturen von minus vier bis minus neun Grad.
Dem Wetterbericht nach schneit es in der Nacht zum Mittwoch, am darauffolgenden Tag und in der darauffolgenden Nacht gebietsweise. Daher rechnet der DWD am Mittwoch mit ein bis drei Zentimetern Neuschnee. Im äußersten Nordosten Brandenburgs soll das Thermometer an dem Tag höchstens minus sechs Grad messen – in Berlin um minus zwei Grad und an der Grenze zu Sachsen plus ein Grad.
Am Donnerstag steigen die Höchstwerte nach Angaben der Wetterexperten auf ein bis drei Grad – im Plus!
07:02 Uhr: Kältehilfe-Einrichtungen in Berlin könnten Angebot ausweiten
Wegen der niedrigen Temperaturen weitet die Berliner Kältehilfe ihre Angebote teilweise aus. Laut der Koordinierungsstelle der Kältehilfe haben sich einige Einrichtungen bereit erklärt, die Öffnungszeiten zu verlängern und zusätzliche Plätze anzubieten.
In Berlin stehen derzeit rund 1.200 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Noch sei das Angebot ausreichend, hieß es.
Auch die Kältebusse sind demnach stark gefragt. Die Koordinierungsstelle bittet aber darum, dass man vorher mit dem betroffenen Menschen sprechen sollte, bevor man einen Kältebus ruft. Denn nicht immer sei Hilfe erwünscht.
06:31 Uhr: Kostenloser Splitt für Potsdamer
In Potsdam können Privathaushalte ab Dienstag kostenloses Streugut gegen vereiste Gehwege bekommen. Wie die Stadtwerke Potsdam mitteilten, können bis zu 20 Liter Splitt bei Wertstoffhöfen abgeholt werden. Wer das Streugut abholt, muss demnach einen eigenen Behälter dabei haben. Das Angebot gelte, solange der Vorrat reicht.
Auch die Berliner Stadtreinigung gibt wegen Eisglätte auf Gehwegen seit einigen Tagen Splitt auch an Privatpersonen ab.
Montag, 2. Februar
19:21 Uhr: Wegner will Einsatz von Streusalz bei Glätte erleichtern
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner setzt sich für einen leichteren Einsatz von Tausalz bei großer Glatteis-Gefahr auf Gehwegen und dafür notwendige gesetzliche Änderungen ein. Bei einem Besuch der Berliner Stadtreinigung (BSR) sagte der CDU-Politiker am Nachmittag: "Wir brauchen endlich rechtliche Sicherheit, (...) dass wir zum Beispiel auch Tausalz konsequent vom ersten Tage anwenden. Das ist eine Sache, die jetzt hoffentlich alle gelernt haben." Es sei seine Erwartung, dass es hier zu gesetzlichen Veränderungen komme, so Wegner.
Nach dem Straßenreinigungsgesetz und dem Naturschutzgesetz ist die Verwendung von Streusalzen oder anderen Auftaumitteln auf Grundstücken und Gehwegen eigentlich verboten. Ausnahmen gibt es nur für die Stadtreinigung BSR auf besonderen Straßen. Vor kurzem hatte aber wegen anhaltender Eisglätte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) per Allgemeinverfügung kurzfristig Streusalz auf Gehwegen zugelassen.
17:20 Uhr: Wittstock/Dosse bietet Privathaushalten kostenlos Streugut an
Die Stadt Wittstock/Dosse bietet ihren Bürgern in dieser Woche kostenlos Streugut an. Ab Dienstagmorgen können Am Bauhof der Stadtverwaltung in der Rheinsberger Straße 27 pro Person bis zu 50 Liter Kies/Salz-Gemisch abgeholt werden. Der Bauhof hat Dienstag bis Donnerstag von 6:30 Uhr bis 9 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr geöffnet, am Freitag von 6:30 bis 9 Uhr.
Die Baumärkte seien gerade leer gekauft und die privaten Streusalz-Vorräte würden sich dem Ende zuneigen, hieß es zur Begründung. Die Stadtverwaltung betonte, das Streugut sei für den Eigenbedarf.
17:00 Uhr: BSR bekommt zusätzliche 500 Tonnen Streugut
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) soll am Dienstag zusätzliche 500 Tonnen Split bekommen. Das kündigte BSR-Chefin Stephanie Otto an. Nach ihren Angaben konnten am Montag nicht alle Bezirke mit dem benötigten Streugut versorgt werden.
Die Lichtenberger Ordnungsstadträtin Filiz Keküllüoglu (Grüne) bestätigte dem rbb, Mitarbeitende ihres Bezirksamts seien seit 8 Uhr am Morgen überwiegend erfolglos zwischen den Standorten der BSR herumgefahren. Die Menge an Streugut, die das Amt erhalten hat, reicht bei weitem für den aktuellen Bedarf nicht aus.
Keküllüoglu betonte, sie erwarte von Senat und BSR bessere Kommunikation. Außerdem forderte sie, dass das Streugut über alle Bezirke zukünftig gerecht aufgeteilt wird, so dass allen Menschen in Berlin geholfen werden kann, auch in den Außenbereichen dieser Stadt.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kündigte an, es werde jetzt täglich eine Schalte für Absprachen zwischen Senat, BSR und Bezirken geben.
16:20 Uhr: Mehr Kontrolle bei Streupflicht gefordert - Kritik am Senat
Der Berliner Mieterverein fordert, dass die Bezirke die Streupflicht der Vermieter stärker kontrollieren und dass das Bußgeld deutlich erhöht wird. Maximal 10.000 Euro seien angesichts der Kosten, die Sturzverletzungen nach sich ziehen, viel zu niedrig.
Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp stellt die gleichen Forderungen. Sie schlägt außerdem vor, das Technische Hilfswerk beim Räumen und Streuen der vereisten Gehwege einzusetzen. Der Senat hätte längst handeln müssen, so Eralp. Es sei nicht hinnehmbar, dass vor allem ältere und kranke Menschen faktisch nicht rausgehen könnten.
Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach wirft Verkehrssenatorin Bonde von der CDU zu langsames Handeln vor. Berlin kämpfe seit Wochen mit eisglatten Bürgersteigen. Doch erst jetzt führe Bonde Gespräche mit Bezirken und Stadtreinigung.
13:23 Uhr: BUND fordert nach Tausalz-Freigabe Intensivkur für Bäume
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert wegen der Streusalz-Freigabe ein Sonderprogramm für die Berliner Straßenbäume.
Salz auf Bürgersteigen sei pures Gift und werde mit dem Tauwasser direkt neben den Stämmen in den Boden fließen. Um es in tiefere Schichten zu spülen, müssten die Bäume nach dem Frost intensiv bewässert und zusätzlich gedüngt werden, teilte der BUND am Montag mit.
Andernfalls drohten zusätzliche Astabbrüche, die Menschen gefährden. In letzter Konsequenz müssten für die Verkehrssicherheit noch mehr Bäume als bisher gefällt werden, so der BUND.
Im Sommer lassen sich die Salzschäden deutlich an bräunlich verfärbten und abgestorbenen Blatträndern erkennen.
12:45 Uhr Gratis-Splitt bleibt gefragt
Angesichts der Eisglätte ist der kostenlose Splitt von der Berliner Stadtreinigung (BSR) weiter begehrt. "Die Nachfrage ist groß", sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank. "Viele Bürger sind ratlos, weil man im Baumarkt nichts mehr bekommt."
Seit dem Morgen wird der Splitt nur noch an drei BSR-Betriebshöfen in Wilmersdorf, Friedrichshain und Neukölln ausgegeben, zum Start der Ausgabe am Samstag waren es zehn. Beim Betriebshof in der Mühlenstraße in Friedrichshain gab es am Vormittag regen Andrang von Berlinerinnen und Berlinern, die sich mit Splitt versorgen wollen.
Daten dazu, wie viel Splitt insgesamt mittlerweile ausgegeben wurde, hat die BSR noch nicht. Am ersten Tag am Samstag waren es rund 20 Tonnen. Rund zwei Drittel davon gingen der BSR zufolge anPrivatpersonen, die damit selbst streuen wollen. Grundsätzlich gilt das BSR-Angebot, solange der Vorrat reicht.
Die BSR stellt auch den zwölf Berliner Bezirken Splitt zur Verfügung. Die Menge, die an sie abgegeben wurde, sei im Vergleich zum Samstag noch einmal deutlich gestiegen, sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank.
9:43 Uhr: Berliner Bezirke überfordert mit Kontrolle der Räumpflicht
Die Berliner Bezirke sind mit der Überwachung der Räumpflicht überfordert. So steigt nach DPA-Angaben die Zahl der Beschwerden über nicht geräumte Wege - die Bezirksämter haben aber zu wenig Personal.
Aus Friedrichshain-Kreuzberg heißt es, die meisten Grundstückseigentümer und Winterdienste seien überfordert. Gemeldete Gefahren könnten aber innerhalb kurzer Zeit beseitigt werden.
Pankow erlebt nach eigenen Angaben zurzeit eine besonders hohe Zahl an Bürgerhinweisen. Der Ordnungsdienst arbeite im Schichtbetrieb, aber der Bezirk sei groß und die Aufgaben seien vielfältig.
In Neukölln wurde in Einzelfällen die Räumung auf Kosten der Hauseigentümer beauftragt.
Mittlerweile wurde vereinbart, dass die BSR die Bezirke beim Räumen von Schnee und Eis unterstützen soll.
Sonntag, 1. Februar
20:30 Uhr: Die Oder friert weiter zu
Seltener Anblick: Auf der Oder bildet sich immer mehr Eis. Mittlerweile ist die Flussoberfläche bei Reitwein (Märkisch-Oderland), südlich von Küstrin, zum Stehen gekommen. Am Nachmittag waren die Schollen auf Höhe der Stadt Lebus (ebenfalls Märkisch-Oderland) noch in Bewegung.
Größere Eisstöße - Auftürmungen von Eisplatten - wurden bislang noch nicht gemeldet. Alle Pegel am deutschen Oderabschnitt melden zudem unkritische Werte. Hochwassergefahr könnte erst dann entstehen, wenn sich die Schollen bei Tauwetter bis auf den Grund zusammenschieben und so Wasser stauen.
18:20 Uhr: Kaltes Winterwetter sorgt für schlechtere Luft
Infolge der niedrigen Temperaturen, geringer Niederschläge und des aufkommenden Windes aus Osten erwartet uns schlechtere Luft. "In Polen werden ja noch Unmengen von Kohle verbrannt", erklärte ARD-Wetterexperte Torsten Walter rbb|24. "Die dadurch ausgestoßenen Schadstoffe könnten sich in der Luft ansammeln." Auch der höhere Energieverbrauch, vor allem durchs Heizen hierzulande sorgt für schlechtere Luftqualität.
Aber: Auch wenn die Luftqualität draußen nicht gut ist, sei sie besser als alte Wohnungsluft, sagt Ute Dauert vom Umweltbundesamt. Sie rät deshalb trotzdem zum Lüften.
11:45 Uhr: BSR unterstützt bei Gehweg-Räumung
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) unterstützt jetzt die Grünflächen- und Ordnungsämter dabei, Wege in der Stadt begehbar zu machen. Das teilte die Verkehrsumweltverwaltung am Sonntag mit. Die BSR stelle Streugut und und Räumwerkzeuge zur Verfügung. Zudem sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Ämter nach Möglichkeit beim Winterdienst unterstützen.
Der Fokus liege auf Supermärkten und Einkaufszentren, Arztpraxen, Apotheken, Kliniken, Schulen und Zuwegungen zum Nahverkehr.
11:10 Uhr: Es wird nachts klirrend kalt
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes und des ARD-Wetterkompetenzzentrums bleibt es in der Region Berlin-Brandenburg sehr kalt. In der Nacht zum Montag fallen die Tiefstwerte demnach auf bis zu -13 Grad, in der Nacht zum Dienstag auf bis zu -14 Grad. Auch tagsüber bleibe es immer unter dem Gefrierpunkt.
9:07 Uhr: Vereiste Hydranten behindern Feuerwehr
Die eisigen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf Löscharbeiten. Wie die Berliner Feuerwehr mitteilte, waren bei einem Einsatz in Frohnau (Reinickendorf) viele Hydranten im Umfeld eines brennenden Hotels vereist. Dennoch habe zügig eine stabile Wasserversorgung hergestellt werden können.
Gebrannt hatte der Dachstuhl eines leerstehenden Hotelgebäudes in der Oranienburger Chausee. "In dem Gebäude befanden sich glücklicherweise keine Personen", hieß es auf der Webseite der Feuerwehr. Die Löscharbeiten dauern an. Aktuell sind 55 Einsatzkräfte vor Ort.
8:23 Uhr: Kälte verschärft sich bis Dienstag
Es bleibt bei eisigen Temperaturen in Berlin und Brandenburg. Am Sonntag betragen die Höchsttemperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) minus neun bis minus vier Grad. Dabei soll es überwiegend trocken bleiben.
In der Nacht zum Montag fallen die Tiefstwerte demnach auf minus sieben bis minus 13 Grad. Für Montag rechnet der DWD mit Höchsttemperaturen von minus zehn bis minus fünf Grad. In der Nacht auf Dienstag sinken die Temperaturen bis auf minus 14 Grad.
Sonnabend, 31. Januar
18:00 Uhr: Laut BVG wieder alle Straßenbahnlinien planmäßig unterwegs
Alle 22 Straßenbahn-Linien in Berlin sind nach Angaben der BVG seit Samstagnachmittag wieder im Einsatz und planmäßig unterwegs. Lediglich auf der Linie 60 komme es im Bereich Johannisthal noch zu Einschränkungen an einzelnen Haltestellen, hieß es. Dennoch bleibe die Wetterlage weiterhin herausfordernd. Deshalb würden BVG-Mitarbeitende weiterhin durchgehend freigegebene Strecken kontrollieren, um bei Bedarf zu enteisen.
13:31 Uhr: Berliner Bibliotheken verlängern Leihfrist
Wegen der glatten Straßen und Gehwege können Bibliotheksnutzer und -nutzerinnen ihre ausgeliehenen Medien länger zuhause behalten. Die Fristen seien um 21 Tage hochgesetzt worden, heißt es auf der Webseite des Verbunds der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB). Dazu gehören mehr als 80 Bibliotheken in Berlin.
10:04 Uhr: Trams fahren trotz Streik am Montag - aber keiner darf einsteigen
Trotz des Warnstreiks im Berliner Nahverkehr am Montag sollen Straßenbahnen im Einsatz sein - Passagiere dürfen aber nicht mitfahren. Ziel sei es, ein erneutes Einfrieren von Oberleitungen zu verhindern, hieß es von der BVG am Samstag. Einen entsprechenden Kompromiss haben Verdi und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) geschlossen, wie beide mitteilten. Verdi hat für Montag zu ganztägigen Warnstreiks im Berliner Nahverkehr aufgerufen.
Bereits in der vergangenen Woche war der Straßenbahnbetrieb in der Hauptstadt zum Erliegen gekommen - allerdings wegen des Wetters. Eisregen war an den Oberleitungen angefroren. Seitdem wird daran gearbeitet, sämtliche Leitungen wieder freizubekommen.
9:20 Uhr: Temperaturen im zweistelligen Minusbereich
Die Berliner und Brandenburger müssen sich weiter auf Frost und Minustemperaturen einstellen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts fallen die Temperaturen in den Nächten zu Sonntag und Montag in den zweistelligen Minusbereich. Die Tiefstwerte liegen demnach bei minus sechs bis minus zwölf Grad. In der Nacht zum Wochenstart erwartet der DWD lokal Schneegriesel und etwas Schnee. Auch der ARD-Wetterdienst erwartet Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.
8:57 Uhr: BSR gibt kostenlos Splitt an Privathaushalte ab
Die Berliner Stadtreinigung gibt seit Samstag kostenlos Splitt an Privathaushalte ab - solange der Vorrat reicht. Bis zu zehn Liter könnten abgeholt werden, man müsse allerdings einen eigenen Behälter mitbringen, so das Unternehmen. Die Ausgabe erfolge an zehn der 14 BSR-Höfe, am Samstag zwischen 8 und 13 Uhr, werktags bis 16 Uhr.
Splitt wird auf die Gehwege gestreut, um diese rutschfester zu machen. Ab sofort darf auch Tausalz eingesetzt werden, was normalerweise wegen der Umweltschäden verboten ist. Die Ausnahmeregelung gilt bis zum 14. Februar sowohl für die BSR und Winterdienste als auch für Grundstücksbesitzer.
8:52 Uhr: Berliner Straßenbahnen wieder fast vollständig unterwegs
In Berlin sind seit Samstagmorgen wieder fast alle Tramlinien planmäßig unterwegs. Das teilte das BVG-Lagezentrum dem rbb mit. Einschränkungen gib es derzeit noch auf den Linien M1 und M2 in Pankow, die abschnittsweise unterbrochen sind.
Auf der M1 gibt es zwischen Pastor-Niemöller-Platz und Rosenthal-Nord einen Ersatzverkehr mit Bussen, für die Unterbrechung auf der M2 zwischen Am Wasserturm und Heinersdorf dagegen ist kein Ersatzverkehr eingerichtet.
8:14 Uhr: Großer Streusalzverbrauch in Brandenburg
Im Winterdienst in Brandenburg hat das Land schon jetzt weit mehr Salz gestreut als im ganzen vorherigen Winter. Bisher seien bereits rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen Streugut verbraucht, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, Dorothée Lorenz. "Das ist ein großer Unterschied zu den letzten Jahren." Im Winter 2024/2025 reichten nach Angaben des Landesbetriebs insgesamt knapp 20.000 Tonnen zum Streuen.
Salz, mit dem die Wege von Glätte befreit würden, werde aber regelmäßig nachgeliefert. "Es würde nur knapp werden, wenn wir viele von diesen Extrem-Wetterlagen hätten." Dann müssten je nach Verkehrsaufkommen Prioritäten gesetzt werden.
Freitag, 30. Januar
19:35 Uhr: 90 Prozent des Berliner Tram-Netzes wieder befahrbar
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat sich auch am Freitag weiter um die Enteisung der Oberleitungen im Straßenbahnnetz gekümmert. Inzwischen seien rund 90 Prozent des Berliner Netzes wieder in Betrieb, teilten die Verkehrsbetriebe am Abend mit.
Demnach sind die Linien M4 und M17 wieder planmäßig bis nach Falkenberg unterwegs. Die M1 fährt im Norden wieder bis zur Endhaltestelle Schillerstraße. Im Laufe des Tages konnten die Linien 62 und 68 wieder den vollen Betrieb nach Köpenick aufnehmen. Auch die Linien 60 und 61 sind wieder in Richtung Friedrichshagen und Rahnsdorf unterwegs.
Enteist wird aktuell unter anderem noch auf den Linien 21 und 50 soiwe M1 und M2, betroffen sind vor allem Abschnitte in den Außenbezirken, etwa in Pankow, Buchholz und Rosenthal.
19:15 Uhr: BSR gibt Splitt an Privathaushalte ab
Ab Samstag können Berliner Privathaushalte kostenlos bis zu zehn Liter Splitt an bestimmten BSR-Betriebshöfen abholen. Allerdings müssen die Behälter dafür mitgebracht werden. Das sei angesichts der knappen Verfügbarkeit in den Baumärkten eine große Hilfe, sagte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Die BSR appellierte, das Angebot nur bei tatsächlichem Bedarf zu nutzen, um Ressourcen nicht unnötig zu verbrauchen. Die Betriebshöfe, an denen der Spitt abeholt werden kann, hat die BSR auf ihrer Internetseite veröffentlicht [bsr.de].
Grundsätzlich gilt, dass die Anlieger verpflichtet sind, für den Winterdienst auf den Gehwegen vor den jeweiligen Grundstücken zu sorgen. Zusätzlich ist der Winterdienst der BSR mit über 2.300 Kollegen und 540 Räum- und Streufahrzeugen auf 11.000 Kilometern Straßenland im Dauereinsatz.
18:15 Uhr: Viele Verletzte - Berliner Krankenhaus stellt Feldbetten auf
In der Evangelischen Elisabeth-Klinik in Berlin-Tiergarten mussten Feldbetten aufgestellt werden, um die zahlreichen Verletzten nach Glätteunfällen zu behandeln. Der Oberarzt im Notaufnahme-Team, Paul Waschk, sagte der rbb24 Abendschau, alleine am Freitag würden 60 bis 70 Patienten mit glatteisbedingten Sturzverletzungen erwartet. Viele Fälle seien Knochenbrüche, bei denen eine Operation notwendig sei. Die eigentlichen 150 Betten des Unfallkrankenhauses waren den Angaben zufolge bereits am Mittag belegt.
17:45 Uhr: Umweltschützer kritisieren Tausalz-Einsatz
Der Naturschutzbund (Nabu) in Berlin hat die Erlaubnis zum Einsatz von Streusalz auf glatten Gehwegen als "Schnapsidee" kritisiert. "Mir ist es unverständlich, warum man da nicht einfach auf das gute alte Streuen mit Sand oder Split zurückgreift", sagte Geschäftsführerin Melanie von Orlow im rbb24 Inforadio. Salz führe zu Korrosion an Gebäuden, an Fahrzeugen oder an Beton, die Tierwelt und die Bäume würden darunter leiden. Außerdem funktionere Salz nur bis minus acht Grad "einigermaßen gut".
17:20 Uhr: Hunderte Beschwerden über mangelhaften Winterdienst
Die Berliner Bezirke bekommen derzeit deutlich mehr Beschwerden über mangelhaften Winterdienst auf Wegen und Straßen als in vergangenen Wintern. Das hat eine Abfrage des rbb bei allen Bezirksämtern ergeben.
Die meisten Beschwerden verzeichnet Pankow. Hier gab es nach Angaben des Bezirks seit Jahresbeginn 464 Meldungen über nicht oder schlecht vom Eis geräumte Bürgersteige, deutlich mehr als in den letzten beiden Wintern zusammen. Reinickendorf meldet aktuell 385 Beschwerden, Tempelhof-Schöneberg 317, Marzahn-Hellersdorf 250. Die wenigsten Verstöße gegen die Räumpflicht auf Gehwegen verzeichnet der Bezirk Neukölln mit 143 Fällen.
Mehrere Bezirke haben Mängel im Winterdienst durch die BSR beseitigen lassen, die Kosten dafür werden den Grundstückseigentümern, die für die Räumung der Gehwege zuständig sind, in Rechnung gestellt. Wird die Räumpflicht missachtet, können die Bezirke auch Bußgeldverfahren anstrengen.
14:50 Uhr: Berliner Senat erlaubt ab sofort Tausalz auf vereisten Gehwegen
Angesichts der gefährlich vereisten Gehwege in Berlin erlaubt der Berliner Senat ab sofort den Einsatz von Tausalz. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat dafür die rechtliche Voraussetzung geschaffen. Außerdem übernimmt sie zentral die Steuerung zur Bekämpfung der extremen und anhaltenden Glatteis-Situation.
14:15 Uhr: Reichstagskuppel wegen Glatteis geschlossen
Die Kuppel auf dem Reichstagsgebäude in Berlin sowie die Dachterrasse sind wegen des Winterwetters gesperrt. Das teilte die Bundestagsverwaltung mit. Die Sperre soll angesichts der anhaltenden Minusgrade voraussichtlich auch für das Wochenende gelten.
Grund sei Unfallgefahr aufgrund von Glatteis. Üblicherweise ist die vom britischen Star-Architekten Sir Norman Foster entworfene Kuppel aus Stahl und Glas im Winter von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
13:55 Uhr: Zeitweise alle Rettungswagen in Berlin im Einsatz
Die Berliner Feuerwehr gerät wegen der hohen Zahl von Glätteunfällen immer wieder an der Belastungsgrenze. Nach ihren Angaben gilt seit Donnerstagabend die sogenannte Auslastungsstufe 3. Das heißt, dass grundsätzlich "nur noch sehr wenige Rettungswagen verfügbar" sind. Zeitweise seien alle Rettungswagen der Feuerwehr im Einsatz gewesen, so dass nicht alle anfallenden Patientenfahrten geleistet werden konnten.
Wie ein Sprecher dem rbb sagte, wurden Freiwillige Feuerwehren alarmiert, um selbst Rettungsdienste zu fahren oder Kapazitäten bei Berufsfeuerwehren für weitere Rettungswagen freizusetzen. Stadtweit stünden 140 Rettungswagen zur Verfügung, 20 mehr als normalerweise üblich.
12:10 Uhr: Tourismusverband warnt vor Schlittschuhlaufen im Spreewald
Im Spreewald warnt der Tourismusverband vor dem Betreten der Fließe, diese seien nicht zugefroren. Eine offizielle Freigabe für das Schlittschuhlaufen gebe es nicht. Um auf Kufen von Ort zu Ort auf den Fließen fahren zu können, müsse es durchgängig 14 Tage lang zweistellige Minusgrade haben, erklärte ein Sprecher. "Das ist ein sehr seltenes Schauspiel." Auch von der Stadt Lübbenau hieß es, die Fließe seien nicht so zugefroren, dass das Eis trage.
09:40 Uhr: Wegner wegen Streusalz-Vorstoß verhöhnt
Die Forderung des Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf der Plattform X nach einer schnellen Gesetzesänderung, um in Berlin den schnellen Einsatz von Streusalz auf eisglatten Gehwegen zu ermöglichen, hat teils höhnische Kommentare geerntet.
"Ein Regierungschef, der über X um Mehrheiten für Selbstverständlichkeiten bettelt, ist politisch am Ende", schrieb der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki auf X. Wegners Parteikollege Armin Laschet amüsierte sich auf X darüber, dass sich selbst Grünen-Politiker aus Baden-Württemberg über Berlin lustig machten. "Und nein, es ist keine überraschende Wetterkrise: Man nennt es Winter", postete er.
In Berlin ist der Einsatz von Streusalz und anderen Taumitteln aus Umweltgründen weitgehend verboten, stattdessen können etwa Split und Sand zum Einsatz kommen.
07:59 Uhr: Neue Straßenbahn-Abschnitte enteist und wieder befahrbar
Die Straßenbahnlinien M6, 16 und 27 fahren wieder auf der kompletten Strecke. Die Oberleitungen auf bislang fehlenden Abschnitte seien im Laufe der Nacht erfolgreich vom Eis befreit worden, teilte die BVG am Freitagmorgen mit.
Züge der M6 und der 16 fahren damit wieder ab Landsberger Allee/Rhinstraße in Richtung Mitte beziehungsweise Friedrichshain. Die Linie 27 ist wieder wie gewohnt zwischen Weißensee, Pasedagplatz und Mahlsdorf Süd unterwegs. Alle Streckenabschnitte, die am Donnerstag in Betrieb waren, konnten über Nacht freigehalten werden, so die BVGweiter. "Alles, was gestern fuhr, fährt auch heute Morgen." Der U-Bahn und Busverkehr laufe planmäßig und stabil.
Die BVG-Teams arbeiteten mit "größter Intensität" daran, die Außenbezirke weiter anzubinden, hieß es weiter. Aktuell werde vor allem in Falkenberg, Mahlsdorf und Friedrichshagen an der Enteisung der Oberleitungen gearbeitet. Fahrgästen sollten vor Fahrtantritt in der App oder auf der Homepage der BVG nachschauen, welche Bahnen unterwegs seien, empfehlen die Verkehrsbetriebe. In den Außenbezirken gebe es Ersatzverkehr mit Bussen "zur Unterstützung des Angebots".
07:42 Uhr: Auch das Wochenende wird frostig
Am Wochenende bleibt es frostig in Berlin und Brandenburg. Von Tag zu Tag wird es kälter. Am Freitag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Höchstwerte von minus drei bis plus ein Grad. Lokal könne Schneegriesel sowie gefrierender Sprühregen auftreten. Im Südwesten Brandenburgs ist demnach auch mit etwas Schnee zu rechnen. Weiterhin besteht laut DWD am Freitag Glättegefahr. Es bleibt also glatt auf den Straßen.
In der Nacht zum Samstag sinken die Temperaturen auf Tiefstwerte von minus zwei bis minus fünf Grad. Am Samstag soll es laut DWD bedeckt und weitgehend trocken bleiben. Die Höchstwerte liegen bei minus fünf bis null Grad.
Auch in der Nacht zum Sonntag soll es weitgehend niederschlagsfrei bleiben. Die Tiefstwerte erreichen minus sechs bis minus zehn Grad. Am Sonntag soll es stark bewölkt sein, jedoch überwiegend trocken bei maximal minus acht bis minus vier Grad.
07:39 Uhr: Tramverkehr immer noch stark eingeschränkt
An Tag fünf nach dem Eisregen meldet die BVG immer noch auf einem Großteil der Berliner Tramlinien Ausfälle und Unterbrechungen "bis auf Weiteres" [bvg.de]. Betroffen sind M1, M2, M4, M5, M6, M17, 12, 16, 21, 27, 50, 60, 61, 62, 63, 67 und 68.
Donnerstag, 29. Januar
18:30 Uhr: BVG konzentriert sich auf Tram-Verkehr in Außenbezirken
Die vereisten Oberleitungen der Straßenbahnen wird die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auch in der Nacht und am Freitag beschäftigen. Im Fokus der Arbeiten stehen für die nächsten Stunden der M4-Streckenast nach Falkenberg, die Linie 27 im Bereich Suermondstraße und die weitere Anbindung in Friedrichshagen durch die Linie 60 (Altes Wasserwerk), wie die BVG mitteilt.
Am Freitag würden die Teams weiter die Anbindungen der Außenbezirke priorisieren. Dann soll an Streckenabschnitten der Linien M2, 21 und 62 gearbeitet werden. Aktuell sind laut BVG gut drei Viertel des Berliner Tram-Netzes befahrbar.
16:00 Uhr: Wegner will Streusalz-Einsatz auf Berlins Gehwegen ermöglichen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) fordert eine schnelle Gesetzesänderung, um den Einsatz von Streusalz auf eisglatten Gehwegen zu ermöglichen. "Wir erleben in Berlin extreme Wetterbedingungen - mit Eisregen und anhaltendem Frost. Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen", postete er auf X. Umwelt- und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte das Parlament in der Plenarsitzung zuvor ebenfalls aufgefordert, das Straßenreinigungsgesetz dahingehend zu verändern.
13:43 Uhr: Unfallkrankenhaus: "volles Haus" wegen Glätte
Wegen der seit Tagen anhaltenden Glätte werden im Berliner Unfallkrankenhaus derzeit viele Menschen behandelt. "Wir haben jeden Tag volles Haus", sagte Sprecherin Angela Kijewski. Täglich gibt es demnach zwischen 30 und 40 Menschen, die wegen Glätteunfällen behandelt werden müssen. Sowohl die Betten als auch die Kapazitäten des Personals seien mehr als ausgelastet. "Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch."
Derzeit gibt es demnach viele Menschen mit Knochenbrüchen, vor allem an den Händen, da Stürzende sich vor allem damit abstützen. Häufig seien aber auch Gehirnerschütterungen durch Stürze auf den Hinterkopf sowie Gesichts- und Hüftverletzungen. Es habe zudem auch schon Stürze gegeben, an denen Menschen knapp an einer Querschnittslähmung vorbeigekommen seien, sagte Kijewski. Durch den Sturz auf spiegelglattem Boden könne man sich auch schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zuziehen.
"Passt auf euch auf und verhaltet euch an die Lage angepasst", appellierte sie. So sollte man vernünftiges Schuhwerk tragen und am besten Spikes an den Schuhen befestigen - das sorge für einen besseren Halt. Außerdem empfahl sie den "Pinguingang": Mit dem Oberkörper etwas nach vorn gebeugt sowie leicht gebeugten Knien über vereiste Flächen gehen.
Die Altersgruppen, die aufgrund der Glätte derzeit behandelt werden müssen, seien bunt gemischt. Zwar gebe es vor allem ältere Menschen, aber auch einige junge Menschen befänden sich in der Klinik. Zudem gebe es einige Fahrradstürze. Davor könne sie nur warnen: "Bitte nicht mit dem Fahrrad fahren bei diesem Wetter."
13:20 Uhr: Berlin prüft neue Regeln für Taumittel bei Glatteis
Wegen der anhaltenden Glätte auf den Berliner Straßen ist am Donnerstag im Abgeordnetenhaus der Umgang mit Taumitteln besprochen worden. Derzeit gebe das Berliner Straßenreinigungsgesetz keine Handlungsmöglichkeit, um kurzfristig Taumittel auf den Straßen und Gehwegen einzusetzen, erklärte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU).
Als Lösung des Problems sei erwogen worden, nach dem Vorbild der Stadt Hamburg, eine Ermächtigungsgrundlage für die zuständige Senatorin im Straßenreinigungsgesetz einzubringen. Zukünftig sei es dann möglich, im Falle von Glatteis kurzfristig Taumittel wie Streusalz einzusetzen.
Die Verkehrssenatorin betont die Auswirkungen von Taumitteln auf die Umwelt und das Grundwasser, sieht jedoch die Notwendigkeit bei einer "Gefahr für Leib und Leben". Neben dem Schutz der Bürger und Bürgerinnen, sollen durch den notwendigen Einsatz von Taumitteln die Krankenhäuser entlastet werden.
Auch in Brandenburg ist der Einsatz von Streusalz in den meisten Kommunen verboten.
13:05 Uhr: Drei Viertel des Tram-Netzes wieder befahrbar
In Berlin können wieder mehr Straßenbahnen fahren. Rund drei Viertel des Netzes ist laut BVG mittlerweile wieder befahrbar. Demnach sind auch die Linien 12, 27 und 37 wieder im Einsatz. Zunächst nur im 10-Minutentakt fahren die Linien M8 (jetzt auch wieder auf ganzer Strecke) und 16.
8:54 Uhr: Regional- und Fernverkehr zwischen Berlin und Rostock fällt teilweise aus
Aufgrund der winterlichen Temperaturen kann es im Laufe des Donnerstags bei der Deutschen Bahn im Regional- und Fernverkehr zu vereinzelten Verspätungen und Zugausfällen kommen. Diese sollen bis voraussichtlich 16 Uhr andauern. Dies schreibt die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite. Betroffen sind die Linien RE3 und RE30 sowie die Linie RE5 sowie der IC- und ICE-Fernverkehr zwischen Berlin - Neustrelitz - Rostock -Warnemünde [karte.bahn.de]:
- RE3 Stralsund - Greifswald/Schwedt (Oder) - Angermünde – Berlin – Jüterbog - Lutherstadt Wittenberg
- RE30 Stralsund - Greifswald - Pasewalk - Angermünde
- RE5 Stralsund / Rostock - Neustrelitz - Berlin Südkreuz
- IC- und ICE-Fernverkehr zwischen Berlin - Neustrelitz - Rostock -Warnemünde
- Auch die Ersatzverkehre mit Bussen sind von der Witterung betroffen
Fahrgäste werden gebeten, sich per DB-App, VBB-App oder den entsprechenden Fahrplanauskünften online vorab zu informieren.
8:23 Uhr: BVG verkündet Fortschritte bei Tram-Reparaturen
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) melden am Donnerstagmorgen auf ihrer Webseite, dass im Laufe der Nacht und am Morgen erneut weitere Streckenabschnitte wieder in Betrieb genommen werden konnten. So seien wieder Straßenbahnen auf den Linien 12, 27 und 37 unterwegs sowie die Gegend um den Berliner Hauptbahnhof komplett befahrbar. Die Änderungen würden auch direkt in die Fahrplanauskunft der BVG übernommen, hieß es.
Ebenso bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen stellenweise noch erhalten und wird punktuell verstärkt. Dies betrifft die SEV-Linien:
- M1 Rosenthal - Pastor-Niemöller-Platz
- 50 S+U Pankow - Buchholz
- 62 Müggelheimer Str. - S Mahlsdorf
- 68 S Grünau - Schmöckwitz (über Adlergestell, eine Führung über Karolinenhof ist aufgrund der aktuellen Straßenverhältnisse nicht möglich)
Das Unternehmen teilte auch mit, dass derzeit intensive Arbeiten liefen, um den Straßenbahnbetrieb in Richtung Friedrichshagen sowie auf der M8 in Richtung Wuhletalstraße wieder aufzunehmen. Eine konkrete Zeit für die Fertigstellung nannte die BVG bisher aber nicht.
8:14 Uhr: Experte regt automatische Methode für eisfreie Leitungen an
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen sich nach Meinung eines Experten besser auf ein Wetterphänomen wie den Eisregen vorbereiten. Der frühere Professor für Schienenfahrzeuge, Markus Hecht, der im BVG-Aufsichtsrat sitzt, sagte dem rbb, die BVG brauche eine "automatische Methode", die sehr viel schneller und mit weniger Personal die Linien "wieder flott" bekomme. Derzeit habe es viel zu lange gedauert.
Da gäbe es verschiedene Ideen, über die jetzt beraten werden müsse. In einer sogenannten Klimakammer müsse das dann getestet werden, sagte Hecht. Dafür seien viele Monate intensiver Arbeit nötig. Das vor allem im Osten Berlins vorhandene Straßenbahnnetz der BVG war wegen vereister Stromleitungen seit Montag tagelang zusammengebrochen. Die Leitungen mussten dann per Handarbeit vom Eis befreit werden.
Hecht sagte, die BVG sei auf so eine Situation nicht vorbereitet gewesen. Allerdings ließe sich der Umgang mit so einem seltenen Wetterphänomen auch schlecht trainieren. Man könne der BVG daher keinen Vorwurf machen. Nun werde man sich aber mit Sicherheit verbessern. Auch die S-Bahn habe lange gebraucht, auch mit Versuchen in einer Klimakammer in Wien, um die Wetterprobleme besser in den Griff zu bekommen.
7:15 Uhr: Überfrierende Nässe sorgt weiter für glatte Straßen und Wege
Trotz überfrierender Nässe ist es am Donnerstagmorgen in Berlin und Brandenburg ruhig auf den Straßen. In der Nacht kam es nur vereinzelt zu kleineren Glätteunfällen mit Blechschäden, wie die Leitstellen der Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Doch Fahrerinnen und Fahrer im morgendlichen Berufsverkehr sollten weiterhin vorsichtig sein. Gefrierender Sprühregen oder Schneegriesel hat die Straßen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) vorerst fest im Griff.
Am Tag liegen die Temperaturen demnach bei minus zwei bis null Grad. Im weiteren Verlauf schneit es im Südwesten Brandenburgs. Stellenweise seien ein bis drei Zentimeter Neuschnee möglich, wie es weiter hieß. In der Nacht gehe dieser teilweise in gefrierenden Sprühregen über. Die Tiefstwerte liegen bei minus fünf Grad.
Zum Ende der Woche lassen Glättegefahr und Schneefall dann laut DWD langsam nach. Besonders in den Nächten bleibe es jedoch weiterhin frostig kalt mit Werten bis zu minus acht Grad. Ab Freitagnachmittag beruhigt sich das Winterwetter laut Vorhersage: Bei Werten von einem bis minus vier Grad lockert die dichte Wolkendecke stellenweise auf. Das Wochenende bleibt trocken und mitunter ist ein kurzer Blick durch die Wolken auf den Himmel möglich.
6:32 Uhr: Straßenbahnverkehr: Einige Stadtteile noch abgeschnitten vom Netz
Nach dem Eisregen zu Wochenbeginn gehen in Berlin am Donnerstag immer mehr Straßenbahnlinien wieder in Betrieb.
Einige Stadtteile sind aber nach wie vor abgeschnitten, wie ein BVG-Sprecher dem rbb am Morgen sagte. Betroffen sind Hohenschönhausen, Mahlsdorf und Teile von Marzahn.
Gut zwei Drittel des Tram-Netzes werden seit Mittwochnachmittag wieder befahren - auf einigen Linien aber nur eingeschränkt. Dort werden nicht alle Haltestellen angefahren. Die Menschen müssen auf andere Verkehrsmittel oder Ersatzbusse umsteigen.
Wann das Straßenbahnnetz wieder vollständig befahren werden kann, hat die BVG bislang nicht mitgeteilt.
Die Arbeiten sind aufwendig, da die vereisten Oberleitungen per Hand freigelegt werden müssen. Die BVG bittet Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt online [bvg.de] zu informieren.
Mittwoch, 28. Januar
17:25 Uhr: Zwei Drittel des Tram-Netzes laut BVG wieder befahrbar
Laut BVG wurden im Laufe des Mittwochs Fortschritte beim Tram-Verkehr erzielt. Gut zwei Drittel des Straßenbahnnetzes seien nun wieder befahrbar, nachdem die Linien 63 und M10 am Nachmittag den Betrieb wieder aufgenommen hatten. Die aktuelle Lage sei "beispiellos", teilte die BVG zu ihrer Verteidigung des tagelangen Ausfalls einiger Linien nochmal mit. Auch nachts werde daran gearbeitet, das gesamte Netz bald wieder in Betrieb zu haben.
U-Bahnen würden auch in der Nacht zum Donnerstag die ganze Nacht über fahren, damit die Stromschienen auf überirdischen Abschnitten frei von Eis gehalten werden. Da in der Nacht kein Eisregen angesagt sei, gehe man davon aus, dass "alles was heute fährt, auch morgen fahren kann", so die BVG. Zudem werde daran gearbeitet, dass am Donnerstag wieder mehr Linien fahren können als am Mittwoch.
17:15 Uhr: M10 fährt wieder nach Testfahrten
Nach einigen notwendigen Testfahrten wurde der Betrieb auf der Linie M10 wieder aufgenommen. Das teilte die BVG rbb|24 auf Nachfrage mit. Die Testfahrten waren notwendig, um vor der "Wiederaufnahme des regulären Fahrgastbetriebs zu prüfen, ob Oberleitungen, Fahrzeuge und Anlagen nach der außergewöhnlichen Wetterlage funktionieren". Wann der Betrieb auf allen Linien wieder aufgenommen werden kann, sei noch nicht absehbar.
17:05 Uhr: Blitze an Tram-Oberleitungen
Einige Straßenbahnen sind wieder unterwegs, viele fahren mit Funken am Fahrdraht. Durch die Eisschicht auf den Oberleitungen der Tram ist die Stromübertragung unterbrochen. Die Folge: Der Strom springt durch die Luft vom Fahrdraht auf den Stromabnehmer und erzeugt einen elektrischen Lichtbogen. Diese sichtbaren Funken seien ungefährlich, auf Dauer verschleißt so jedoch die Technik schneller, sagte eine BVG-Sprecherin der "B.Z.".
13:30 Uhr: BVG testet M10-Strecke nach Enteisung
Die BVG vermeldet, dass die Wiederinbetriebnahme des Tram-Netzes voranschreite. Die Strecke der M10 sei nun zumindest schonmal enteist worden. Es werde mit ersten "Testfahrten" begonnen, bei denen auch die Straßenbahn-Fahrschule helfe. Insgesamt seien "hunderte Kolleg:innen" im Einsatz.
Noch immer sind infolge des Eises allerdings zahlreiche Linien teilweise oder ganz unterbrochen. Wann das gesamte Tramnetz wieder befahren wird, teilte die BVG bislang nicht mit.
13:10 Uhr: Deutscher Wetterdienst warnt erneut vor Glätte
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Berlin und Brandenburg ab Mittwochabend wieder vor Glätte. Es handelt sich um eine Warnung der Stufe 1, das bedeutet eine geringe Gefahr durch Reifglätte oder überfrierende Nässe. Sie gilt von Mittwoch, 18:00 Uhr bis Donnerstag, 10:00 Uhr.
8:37 Uhr: U-Bahnen fahren seit Dienstag planmäßig
Der U-Bahn-Verkehr war bereits am Dienstag wieder planmäßig angelaufen. Laut BVG fuhren die Züge der U-Bahn "die ganze Nacht durchgehend, um die Stromschienen auf den oberirdischen Abschnitten eisfrei zu halten".
7:44 Uhr: Berliner Stadtreinigung vorbereitet für weitere Frosttage
Die Berliner Stadtreinigung BSR ist eigenen Angaben zufolge mit Streusalz und Splitt auch für weitere Wochen mit Frost, Schneefall und Eis versorgt. Bei Bedarf werde nachbestellt und wieder aufgefüllt.
Rund 2.300 Beschäftigte sind demnach mit 540 Räum- und Streufahrzeugen unterwegs. Von Schnee und Eis befreit werden müssen 11.000 Arbeitskilometer auf Straßen, darunter sind auch die Stadtautobahnen sowie 1.200 Kilometer Radwege und 6.300 Haltestellen. Für die Gehwege sind die Hausbesitzer oder -bewohner zuständig.
6:44 Uhr: Auch am Mittwoch kann es glatt sein in der Region
Erneut ist am Mittwoch aufgrund von Glätte und Minustemperaturen in Berlin und Brandenburg Vorsicht geboten. Grund dafür ist leichter Frost in der Nacht bei Temperaturen zwischen minus 1 und minus 4 Grad, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD).
Im Laufe des Tages kommen lokal kleine Mengen Schneegriesel und gefrierender Sprühregen dazu. Die Höchsttemperaturen schwanken zwischen minus 1 und 2 Grad. In der Nacht zum Donnerstag kommt laut DWD Hochnebel dazu. Die Temperaturen fallen dann wieder auf minus 1 bis minus 3 Grad.
6:26 Uhr: Straßenbahnverkehr weiter eingeschränkt
Nach dem Eisregen am Montag ist der Straßenbahnverkehr in Berlin auch am Mittwoch weiterhin nicht vollständig am Netz. Wie ein BVG-Sprecher dem rbb sagte, fahren derzeit nur wenige Linien planmäßig. Bei zahlreichen Linien werden nur Teilstrecken bedient, die Fahrgäste müssen dann auf die Busse des Schienenersatzverkehrs umsteigen.
Auf zahlreichen Linien fährt gar keine Tram - betroffen sind weite Teile Köpenicks sowie Schöneweide und Hohenschönhausen. Grund dafür ist, dass die Enteisung der Oberleitungen noch nicht abgeschlossen ist. Diese sei sehr aufwendig, denn sie erfolge per Hand, so der Sprecher.
Dienstag, 27. Januar
21:15 Uhr: Glättewarnung, aber kein Eisregen in der Nacht
Die BVG setzt nach eigenen Angaben auch in der Nacht alle verfügbaren Teams ein, um die Oberleitungen des Straßenbahnnetzes vom Eis zu befreien. Der Deutsche Wetterdienst warnt für die Nacht zwar vor Glätte, weiterer Eisregen wird aber nicht erwartet.
18:05 Uhr: BVG kündigt weitere Inbetriebnahmen für die Nacht und für Mittwoch an
Laut BVG sollen in der kommenden Nacht weitere Trams durchfahren, teilweise auch, um die Oberleitungen eisfrei zu halten. Weiterhin gelte, dass die BVG daran arbeite, das Straßenbahnnetz Schritt für Schritt wieder vollständig in den regulären Betrieb zu überführen.
17:40 Uhr: BVG meldet fahrplanmäßigen U-Bahnverkehr und den Betrieb weiterer M-Linien
Laut BVG ist das U-Bahn- und Busangebot wieder planmäßig, fast alle Trammetrolinien seien wieder befahrbar.
Die Linie M8 fährt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Betriebshof Marzahn und Landsberger Allee / Petersburger Straße.
Die Linie M13 fährt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Revaler Str. und Virchow-Klinikum
Die Linie 18 verkehrt wieder planmäßig zwischen Riesaer Straße und Landsberger Allee / Petersburger Straße.
16:53 Uhr: BVG meldet für weitere Tramlinien die Aufnahme des Betriebs
Nach aktuellen Angaben der BVG fahren am Dienstagabend weitere Tram-Linien zumindest in einigen Abschnitten wieder:
Die Linie M4 fährt nur zwischen Hansastraße (Weißensee) und Hackescher Markt, nicht aber zwischen Sulzfelder Straße und Falkenberg, bzw. Zingster Straße.
Die Linie M5 fährt zwischen Hackescher Markt und Gehrenseestraße im Zehn-Minuten-Takt.
Die Linie M6 fährt nur zwischen Riesaer Straße und S-Bahnhof Marzahn, also sie fährt nicht zwischen Riesaer Straße und Hackescher Markt.
Die Linie 21 fährt nur zwischen S-Bahnhof Lichtenberg und Holteistraße.
Bei der Linie 50 ist ein Ersatzverkehr eingerichtet zwischen Guyotstraße und S+U Pankow.
Auf der Linie 62 ist ein Ersatzverkehr eingerichtet zwischen S-Bahnhof Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße.
Die Linie 68 fährt zwischen Wendenschloß und Krankenhaus Köpenick. Ein Ersatzverkehr fährt zwischen S-Bahnhof Grünau und Alt-Schmöckwitz über Schappachstraße, Lübbenauer Weg, Adlergestellt/Vetschauer Allee, Zum Seeblick.
15:30 Uhr: Sperrung rund um Berliner Fernsehturm beendet
Die Sperrungen rund um den Berliner Fernsehturm sind beendet. Industriekletterer haben die durch den Eisregen entstandenen Eiszapfen inzwischen entfernt und die damit verbundenen Absperrungen aufgehoben. Der Bereich war großflächig abgesperrrt worden, weil durch die Höhe des Turms und den Wind die Zapfen weit hätten fliegen können.
14:10 Uhr: Weitere Tram-Linien teils wieder im Einsatz
Nach Angaben der BVG bedienen die Linien M4, M5 und M6 sowie die Linien 21 und 68 wieder Teilabschnitte der Routen.
13:41 Uhr: U2 fährt wieder
Die U-Bahnlinie U2 fährt mittlerweile nach Störungen am Dienstagvormittag wieder. Ab dem Morgen war die U2 zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz in beide Richtungen unterbrochen gewesen. Grund dafür war laut BVG eine glühende Isolation einer Stromschiene gewesen.
12:01 Uhr: Ersatzverkehr auf zwei Tram-Linien
Auf der Tram-Linie 50 wurde nach BVG-Angaben ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Guyotstraße und S+U Pankow eingerichtet. Ebenfalls einen Ersatzverkehr mit Bussen gibt es auf der Tram-Linie 62 zwischen S-Bahnhof Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße. Die M5 fährt derzeit auf einem Teilabschnitt im Zehn-Minuten-Takt.
11:38 Uhr: Fernsehturm wegen möglicher herabfallender Eisstücke abgesperrt
Derzeit werden am Fernsehturm Eiszapfen entfernt. Der Bereich um den Fernsehturm ist deshalb großflächig gesperrt, da die Gefahr besteht, von herabfallendem Eis getroffen zu werden, wie die Polizei dem rbb am Dienstagmittag mitteilte. Die Eiszapfen sollen laut Polizei möglichst kontrolliert und so schnell wie möglich entfernt werden.
Gesperrt ist derzeit um den Fernsehturm die Rathausstraße, die Karl-Liebknecht-Straße bis zum Neptunbrunnen sowie die Gontardstraße, so die Polizei. Durch die Höhe des Turms und den Wind könnten die Zapfen weit fliegen, daher sei der Bereich zur Sicherheit großflächig abgesperrt worden.
10:02 Uhr: Erster Tram-Abschnitt wieder in Betrieb genommen
Nach Angaben der BVG ist der Straßenbahnverkehr in Berlin auf der Linie M5 heute teilweise wieder aufgenommen worden. Eine BVG-Sprecherin teilte dem rbb am Dienstagvormittag mit, dass Straßenbahnlinie M5 aktuell im Zehn-Minuten-Takt auf dem Abschnitt zwischen Hackescher Markt und Betriebshof Lichtenberg unterwegs ist. Erste Fahrten seien gut angelaufen.
Parallel arbeiten laut BVG mehrere Teams an der Wiederaufnahme weiterer Tram-Streckenabschnitte.
Schwierigkeiten bereiten auch die Information und die Verbindungssuche der Fahrgäste über Apps und Internetseiten der BVG. Wegen der extremen Wetterlage in ganz Deutschland und den außergewöhnlich vielen Anfragen kämen die IT-Systeme der externen Firma an ihre Grenzen, hieß es von der BVG.
8:12 Uhr: U2 zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen
Die U-Bahnlinie U2 ist derzeit zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen. Grund dafür sind laut BVG glühende Isolatoren von Stromschienen. Möglicherweise sei dies eine Folge der erfolgten Einteisung. Zuvor sagte eine BVG-Mitarbeiterin gegenüber dem rbb, eine Stromschiene habe gebrannt.
Zuvor hatte die BVG am Dienstagmorgen verkündet, dass die U2 wieder planmäßig fahre, nachdem sie am Montag wegen vereisten Stromschienen ausgefallen war.
7:22 Uhr: Tram-Linie M5 zeitnah teilweise wieder am Netz
Die Tram-Linie M5 soll laut BVG demnächst wieder mit einem Notverkehr ans Netz gehen. Das sagte ein Mitarbeiter des BVG-Enstörungsdienstes dem rbb. Das gesamte Straßenbahnnetz werde vermutlich erst morgen wieder in Betrieb sein.
Am Vormittag bleibe der übergreifende Straßenbahnverkehr aber auf jeden Fall weiter eingestellt, teilte die BVG am Montagabend mit. "Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegen, bildet sich immer wieder neues Eis. Die Enteisung der Oberleitungen dauert daher an", hieß es von den Berliner Verkehrsbetrieben. "Wir tun mit allen verfügbaren Kräften alles dafür, den Straßenbahnverkehr so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen", teilte die BVG-Betriebschefin für U-Bahn und Tram, Meike Brännström, am Montag mit.
7:18 Uhr: U-Bahn in Berlin fährt wieder planmäßig
Die U-Bahnlinie U2 fährt am Dienstagmorgen den Angaben zufolge wieder planmäßig. Am Montag war sie noch von vereisten Stromschienen betroffen. Durch einen nächtlichen Einsatz einiger Mitarbeiter seien die Stromschienen aller oberirdischen U-Bahnstrecken nun wieder vollständig enteist, teilte die BVG am Dienstagmorgen mit.
6:38 Uhr: Es bleibt glatt in der Region
Menschen in Berlin und Brandenburg sollten weiterhin vorsichtig auf den Straßen sein - es herrscht Glättegefahr. Auf den Straßen in der Region ist es nach Polizeinangaben am Dienstagmorgen bislang nicht zu größeren Unfällen aufgrund der Witterung gekommen.
Der Dienstag startet mit etwas Schneefall oder leichtem gefrierendem Sprühregen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Außerdem sorgt demnach überfrierende Nässe für rutschige Straßen und Gehwege. In der Prignitz besteht laut DWD bis zum Morgen erhöhte Glättegefahr. Ab Mittag soll es trocken bleiben. Die Temperaturen erreichen minus 1 bis 1 Grad.
Auch in den nächsten Tagen erwartet der Wetterdienst Minusgrade.
6:23 Uhr: Weiterhin kein Tram-Verkehr in Berlin
In Berlin fährt auch am Dienstagmorgen weiter keine Straßenbahn. Der Verkehr bleibt auf jeden Fall am Vormittag weiter eingestellt, wie es von der BVG-Sprecherin hieß. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegen, bildet sich laut BVG immer wieder neues Eis an den Oberleitungen.
6:10 Uhr: Busverkehr in der Uckermark rollt wieder an
In der Uckermark rollt der Busverkehr nach den witterungsbedingten Ausfällen am Dienstag wieder an. Wie ein Sprecher der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) dem rbb sagte, ist geplant, alle Fahrzeuge am Morgen wieder planmäßig fahren zu lassen.
Auch die Deutsche Bahn teilte mit, dass ihr Fernverkehr größtenteils wieder regulär fahre. Die Lage hat sich nach Angaben eines Bahnsprechers deutlich verbessert. Der Fernverkehr Richtung Ostsee wurde mit Einschränkungen wieder aufgenommen. Wegen vereister Oberleitungen können einzelne Verbindungen zwischen Berlin und Rostock sowie Stralsund und zwischen Berlin und Binz ausfallen.
Montag, 26. Januar
22:15 Uhr: Nach wie vor Einschränkungen bei der U2
Die U-Bahnlinie U2 ist nach wie vor von vereisten Stromschienen betroffen und weiterhin zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz sowie zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen. Am Abend endeten die Züge in Richtung Osten teilweise bereits am Bahnhof Zoologischer Garten und nicht erst am Wittenbergplatz. Ein Stromschienen-Schmierzug ist im Einsatz, um die Stromschienen zu enteisen.
Alle anderen U-Bahn-Linien sowie der Busverkehr sind aktuell weitgehend ohne Beeinträchtigungen unterwegs. Vereinzelt kann es laut der BVG aufgrund von Glätte noch zu kurzfristigen Einschränkungen oder Verzögerungen kommen.
20:30 Uhr: FU-Meteorologe erwartet keinen Eisregen mehr
In den kommenden Tagen wird es voraussichtlich keinen Eisregen mehr geben. Das sagte Uwe Ulbrich vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin am Abend in rbb24 spezial. Allerdings kann es demnach noch etwas schneien. Die Temperaturen sollen sich weiter um den Gefrierpunkt herum bewegen. Modelle zeigten aber, dass es zum nächsten Wochenende wieder kälter werden soll, so Ulbrich.
17:25 Uhr: Auch Dienstagvormittag noch kein Tram-Verkehr
In Berlin sollen auch Dienstagvormittag noch keine Straßenbahnen fahren. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Montag mit. Die vereisten Oberleitungen müssten manuell enteist werden. Dafür seien derzeit drei Turmwagen im Einsatz, so die BVG. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegten, bilde sich immer wieder neues Eis.
Auf einzelnen Abschnitten sind den Angaben zufolge wieder erste Straßenbahnen unterwegs – allerdings ohne Fahrgäste. Wann ein regulärer Betrieb wieder möglich sei, könne derzeit nicht abgesehen werden.
17:15 Uhr: Mehr Patienten in Kliniken - aber keine Versorungsprobleme
Sowohl das Unfallklinikum Berlin (UKB) als auch der Klinikkonzern Vivantes haben wegen Glätte-Unfällen in der Hauptstadt zwar ein erhöhtes Patientenaufkommen, es gebe aber keine Probleme bei der Patientenversorgung. Die Menschen hätten sich insgesamt gut auf die Wettersituation eingestellt, sagte die UKB-Pressesprecherin dem rbb. Auch das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam meldete keine besondere Überlastung infolge des Wetters.
16:45 Uhr: Erste Geburt in Gubener Krankenhaus seit 25 Jahren wegen der Glätte
Weil der Rettungswagen wegen eisglatter Straßen Guben (Spree-Neiße) nicht verlassen konnte, ist im dortigen Krankenhaus erstmals seit 25 Jahren wieder ein Kind zur Welt gekommen. Das teilte das Krankenhaus Naemi-Wilke am Montag mit. Dem Kind und der Mutter gehe es gut, die Geburt sei ohne Komplikationen verlaufen.
15:55 Uhr: Berliner Fußball-Verband sagt Spiele bis einschließlich Mittwoch ab
Weil zahlreiche Sportanlagen witterungsbedingt gesperrt wurden, hat der Berliner Fußball-Verband (BFV) alle Pflicht- und Freizeitspiele bis einschließlich Mittwoch abgesagt. Die spielleitenden Ausschüsse hätten sich auf die Generalabsage verständigt, so der BFV am Montag. Das betrifft die Spielklassen ab der sechsten Liga abwärts.
15:50 Uhr: Parks und Schlösser öffnen Dienstag wieder
Die Parkanlagen und die darin befindlichen Schlösser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) öffnen am Dienstag wieder regulär für Besucher. Teilabsperrungen von Gefahrenbereichen seien aber nicht auszuschließen, teilte die Stiftung mit. Wegen der Glätte hatte die Stiftung am Montag unter anderem die Parks und Schlösser Charlottenburg und Sanssouci geschlossen.
14:36 Uhr: Wegner nimmt BVG in Schutz
Nach dem Komplettausfall des Berliner Straßenbahnnetzes hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die BVG in Schutz genommen. "Dass auch eine Straßenbahn bei solchen Wetterlagen in bestimmte Probleme kommt, das ist nicht auszuschließen", sagte Wegner dem rbb.
Der Berliner Fahrgastverband IGEB verweist dagegen auf Städte wie Potsdam oder Frankfurt (Oder), wo der Tramverkehr trotz identischer Bedingungen nicht beeinträchtigt sei. Laut BUND wurden etwa in Potsdam zuerst ältere Tatra-Bahnen eingesetzt, die weniger störanfällig auf vereiste Stromleitungen reagieren. Diese würden dann die Leitungen freiräumen, danach könnten auch die auf Eis stärker reagierenden modernen Straßenbahnen wieder problemlos fahren.
14:20 Uhr: U3 fährt wieder zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke
Die U3 hat ihren Betrieb zwischen den U-Bahnhöfen Breitenbachplatz und Krumme Lanke wieder aufgenommen. Das teilte die Verkehrsinformationszentrale Berlin mit. Die Strecke war aufgrund der Witterung seit 4 Uhr unterbrochen.
13:02 Uhr: Erstmals gesamter Tram-Verkehr wegen Eis eingestellt
Laut BVG ist es das erste Mal in der Geschichte des Unternehmens, dass wegen Eis-Bildung der gesamte Straßenbahnbetrieb eingestellt werden musste. Auch am Mittag war noch nicht absehbar, wann der Betrieb wieder anlaufen kann.
Nach Angaben der BVG gibt es stündliche Tests. Dazu gebe es Erkundungsfahrten und auf der Straße daneben Kranwagen, um die Bahnen im Zweifel wieder befreien zu können.
Der Schneeregen habe sich unmittelbar an den Oberleitungen festgesetzt und ist dort gefroren. Technische Möglichkeiten, das zuverlässig zu verhindern, stehen derzeit nicht zur Verfügung, wie eine Sprecherin auf rbb-Nachfrage erklärte.
12:56 Uhr: A100-Tunnel wieder frei, immer noch Stau
Auf der Berliner A100 ist der Tunnel Grenzallee wieder frei. Er war in der Nacht wegen Glatteis gesperrt worden. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale gibt es aber noch einen langen Stau ab Treptower Park.
Laut der Tunnelleitzentrale hatte sich eine starke Eisschicht im Tunnel gebildet. Die Berliner Stadtreinigung musste erneut anrücken, um die Fahrbahn freizubekommen.
Die Berliner Polizei zählte im Vergleich zum vorigen Montagmorgen deutlich mehr Verkehrsunfälle - rund 150. Vor einer Woche lag die Zahl bei etwas mehr als 60, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. Gezählt wurden die Unfälle von jeweils 4 Uhr morgens bis 11 Uhr. Verletzt wurden am heutigen Montag zwei Personen.
12:35 Uhr: Busverkehr in der Uckermark entfällt komplett
Laut der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft entfällt der Busverkehr in der Uckermark am gesamten Montag. Das teilte das Unternehmen dem rbb mit.
12:15 Uhr: Müllentsorgung in Märkisch-Oderland entfällt am Montag
Im Landkreis Märkisch-Oderland findet am Montag aufgrund der Witterung keine Abfallentsorgung statt. Das teilte der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland mit. Auch die Sperrmüllabholung entfalle. Eine Nachentsorgung soll am Dienstag stattfinden.
11:51 Uhr: BVG sagt Neujahrsempfang ab
Mit dem Verweis auf die Wetterlage hat die BVG ihren für heute geplanten Neujahrsempfang abgesagt. Der Fokus der Arbeit liege auf den Herausforderungen im Betrieb unter diesen Frost-und Glatteisbedingungen, teilte das Unternehmen mit. Die volle Aufmerksamkeit gelte derzeit dem sicheren und zuverlässigen Betrieb sowie den Kolleg*innen im Fahrdienst und in der Technik, die unter teils schwierigen Bedingungen im Einsatz sind, hieß es.
11:42: Weiter Einschränkungen bei U-Bahn-Linien U2 und U3
Bei den Berliner U-Bahnen bestehen am späten Montagvormittag laut BVG aufgrund des Glatteises und Frostes noch immer Einschränkungen auf den oberirdischen Streckenabschnitten der U2 und U3. So sei der Linienverkehr derzeit auf der U3 zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke sowie auf der U2 zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz sowie zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen. Die U3-Bahnen aber könnten auf dem überirdischen Abschnitt zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße fahren.
11:11 Uhr: A100-Tunnel wegen starker Eisschicht gesperrt
Auf der Berliner Stadtautobahn A100 ist der Tunnel Grenzallee Richtung Norden seit der Nacht gesperrt. Grund ist Straßenglätte, wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) Berlin mitteilte. Der Verkehr staut sich ab Treptower Park; die Stauzeit liegt derzeit bei mehr als einer Stunde.
Laut der Tunnelleitzentrale hat sich eine starke Eisschicht im Tunnel gebildet. Die Berliner Stadtreinigung versuche nun erneut, den Tunnel freizubekommen. Wann er wieder freigegeben wird, könne man noch nicht sagen, hieß es auf rbb-Anfrage.
Die Berliner Polizei zählte im Vergleich zum vorigen Montag deutlich mehr Verkehrsunfälle - rund 100. Vor einer Woche lag die Zahl bei etwas mehr als 60, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. Gezählt wurden die Unfälle von jeweils 4 Uhr morgens bis 9 Uhr.
10:29 Uhr: Busverkehr in der Uckermark mindestens bis 14 Uhr eingestellt
In der Uckermark fahren vorerst bis 14 Uhr keine Busse mehr - die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft hat die Frist jetzt noch einmal bis in den Nachmittag verlängert.
Witterungsbedingte Ausfälle und Verspätungen kündigten auch die regionalen Busunternehmen in Märkisch-Oderland, Oder-Spree und im Barnim an.
Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr auf den Linien RE3, RE55 und RE30 bis auf Weiteres eingestellt.
Und auch die Niederbarnimer Eisenbahn meldet Einschränkungen - auf der Bahnstrecke Eberswalde-Joachimsthal fallen bis heute Mittag alle Regionalzüge aus.
10:23 Uhr: Straßenbahnfahrer stecken seit Stunden in Trams fest
Der Straßenbahnverkehr in Berlin ist aufgrund vereister Oberleitungen und Gleise bis auf weiteres eingestellt - Dutzende Bahnen traf die Wetterlage während der Fahrt. Rund 40 Trams hätten es nicht mehr ins Depot geschafft und steckten nun auf dem Streckennetz fest, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe mit.
Mancherorts harren Fahrerinnen und Fahrer deshalb schon seit Stunden in den Fahrzeugen aus, um sie zu bewachen. Einige hätten dafür auch ihre Schichten verlängert.
Wann der Tramverkehr wieder anläuft, ist derzeit offen. Techniker arbeiteten unter Hochdruck daran, die Strecken wieder frei zu kriegen, hieß es.
9:51 Uhr: Störungen auch im Regionalverkehr der Bahn
Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn kommt es witterungsbedingt zu Verspätungen und Ausfällen. Betroffen sind die Linien RE3, RE4, RE5, RE6, RE7, RB20, RB22, RB23 und RB24, wie es auf der Internetseite der Bahn heißt [dbregio-berlin-brandenburg.de]. Auch die Flughafen-Linie FEX ist betroffen.
9:46 Uhr: Busse in Potsdam fahren wieder
In Potsdam läuft der Busverkehr wieder an. Es könne aber noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen, heißt es von den Stadtwerken. In der Uckermark bleibt der Busbetrieb dagegen weiter ausgesetzt.
In Brandenburg an der Havel war der Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt. In anderen Landkreisen, etwa in Oder-Spree oder im Barnim, kann es nach Angaben örtlicher Bus- und Verkehrsgesellschaften zu Ausfällen und Verspätungen kommen.
09:37 Uhr: Verspätungen und vereinzelte Ausfälle am BER
Wegen des Winterwetters kommt es auch am Flughafen BER in Schönefeld zu Einschränkungen. Grund ist, dass eine der beiden Start- und Landebahnen vereist ist und behandelt werden muss, wie ein Sprecher sagte. Derzeit kann der Flugverkehr deshalb nur über die andere Bahn abgewickelt werden. Es kommt vereinzelt zu Flugausfällen und Verspätungen [ber.berlin-airport.de].
09:25 Uhr: Unwetterwarnungen komplett aufgehoben
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat alle Unwetterwarnungen für die Regionen Berlin und Brandenburg aufgehoben. Derzeit lägen keine Warnungen vor Glatteis mehr vor, teilte der Dienst mit. Für die vergangene Nacht und den frühen Morgen hatte der DWD in einer amtlichen Unwetterwarnung auf hohe Glatteisgefahr hingewiesen (Warnstufe 3 von 4). Regen und Nässe könnten plötzlich gefrieren, hieß es.
09:14 Uhr: S-Bahnen fahren wieder
Die witterungsbedingten Störungen im Berliner S-Bahnverkehr sind behoben. Am Morgen waren die Linien S1, S2 und S25 von Verspätungen und Ausfällen betroffen - wegen vereister Weichen im Bereich Teltow und Wannsee.
Zusätzlich erschwerte eine Streckensperrung auf der Ringbahn die Lage. Nach einer Reparatur fahren die Züge auch dort wieder, wie die Bahn mitteilte.
08:49 Uhr: Einschränkungen im Bahnverkehr
Die Deutsche Bahn hat wegen des Winterwetters mit Einschränkungen und Ausfällen im Fernverkehr zu kämpfen. Auf den Strecken Berlin - Stralsund und Berlin - Rostock können demnach aktuell keine Züge fahren. Auch zwischen Berlin und Hamburg gibt es teils Ausfälle und Verspätungen [bahn.de].
08:41 Uhr: In Berlin wird heute kein Müll abgeholt
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird am Montag wegen vereister Straßen keine Mülltonnen leeren. Wie eine BSR-Sprecherin dem rbb sagte, ist die Entscheidung schon am frühen Morgen gefallen.
Man habe von den Kollegen der Straßenreinigung die Information bekommen, dass das Streusalz wegen des Regens wieder von der Fahrbahn gespült wurde. Das schwäche die Wirkung ab. Da die Müllfahrzeuge groß und schwer seien, bestehe das Risiko, dass sie nicht durchkommen. Die Touren sollen aber nachgeholt werden, wahrscheinlich am Samstag.
8:28 Uhr: Update von der BVG in Berlin
- Tramverkehr weiter vollständig eingestellt
- U2 ist zwischen Pankow und Rosa-Luxemburg-Platz sowie Potsdamer Platz und Wittenbergplatz unterbrochen
- U3 ist zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke unterbrochen
Probleme gibt es weiterhin bei der elektronischen Fahrplanauskunft der BVG.
8:24 Uhr: Unwetterwarnung teils aufgehoben
Die amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wegen Glatteis, die zunächst für weite Teile Brandenburgs und Berlin galt, ist jetzt nur noch für den Norden Brandenburgs aktiv. Es wird aber weiter vor glatten Straßen und Wegen gewarnt [dwd.de].
08:02 Uhr: Parks und Schlösser am Montag geschlossen
Die Schlösser und Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bleiben am Montag wegen Glatteisgefahr geschlossen. Weil sich auf gefrorenen Böden gefährliche Glätte bilden könne, sei dies vorbeugend zum Schutz der Besucher entschieden worden. Betroffen sind unter anderem das Schloss Charlottenburg in Berlin und das Schloss Sanssouci und der umliegende Park in Potsdam.
07:47: Uhr: Abschnitt auf A100 gesperrt, Flüge am BER verspätet
Auch für Autofahrer gibt es Einschränkungen in Berlin: Die südliche A100 ist zwischen Grenzallee und Buschkrugallee wegen Eisglätte derzeit in beide Richtungen gesperrt, wie die VIZ mitteilte.
Am Hauptstadtflughafen BER kam es am Morgen laut den Abfluginformationen auf dem Internetportal zu Verspätungen [ber.berlin-airport.de]. Starts und Landungen werden einem Sprecher zufolge derzeit nur über eine der beiden Start- und Landebahnen abgewickelt. Die zweite Bahn werde gegen Vereisung behandelt.
07:42 Uhr: Überblick über Lage im Nahverkehr in Berlin und Brandenburg
Berlin
- Tramverkehr komplett eingestellt
- Störungen und Ausfälle bei U2 und U3
- S-Bahn: S1, S2 und S25 wegen vereister Gleise eingeschränkt/Ringbahn wegen Bauarbeiten unterbrochen [s-bahn.berlin].
Brandenburg
- Busverkehr in Potsdam und in der Uckermark eingestellt
- Tramverkehr in Brandenburg an der Havel eingestellt
- In Oder-Spree und im Barnim kann es zu Ausfällen und Verspätungen kommen
Auch beim Regionalbahnverkehr kommt es derzeit zu Verspätungen von teils bis zu einer Stunde, wie es auf der Bahn-Webseite heißt. Einzelne Verbindungen fallen demnach aus.
07:25 Uhr: Probleme mit BVG-Webseite
Von der Leitstelle der BVG hieß es auf rbb-Anfrage, dass es Probleme mit deren Webseite gebe. Dort würden die Störungsmeldungen nicht angezeigt.
Nach wie vor ist der Tramverkehr allerdings eingestellt, es gibt auch weiter Probleme im U-Bahnverkehr. Aktuell (Stand 7:20 Uhr) ist laut BVG weiterhin die U2 zwischen Alexanderplatz und Pankow sowie die U3 zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke unterbrochen.
Der Busverkehr ist demnach derzeit planmäßig unterwegs, es könne jedoch wegen der Straßenverhältnisse zu kurzfristigen Einschränkungen kommen.
6:58 Uhr: Auch in der Uckermark ist der Busverkehr eingestellt
In der gesamten Uckermark fahren bis auf Weiteres keine Busse - das hat die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mitgeteilt.
In anderen Landkreisen, etwa in Oder-Spree oder im Barnim, kann es nach Angaben der örtlichen Bus- und Verkehrsgesellschaften zu Ausfällen und Verspätungen kommen.
Die Leitstellen Oderland und Nordost sprechen von mehreren witterungsbedingten Einsätzen, ohne konkrete Zahlen nennen zu können. Auch die Einsatzfahrzeuge haben den Angaben zufolge oft Probleme, die Einsatzorte zu erreichen.
06:38 Uhr: Polizei und BSR warnen vor extremer Glätte
Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger sind für den morgendlichen Weg zur Arbeit zu besonderer Vorsicht aufgerufen.
Polizei und Berliner Stadtreinigung (BSR) warnen vor extremer Glätte. Zwar streue der Winterdienst der BSR auf wichtigen Strecken inklusive der Radstreifen, teilte das Unternehmen mit. Aufgrund starken Regens sei das Feuchtsalz aber teilweise von den Fahrbahnen gespült worden. In Nebenstraßen sowie auf vielen Rad- und Gehwegen werde zudem kein Auftaumittel eingesetzt. Hier sei es deswegen extrem glatt.
"Bitte passen Sie Ihr Verhalten den Straßenverhältnissen an", teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Autofahrer sollten die Abstände vergrößern und behutsam lenken. Überflüssige Wege und Radfahren würden am besten vermieden.
Größere oder auffällig viele Unfälle in der Hauptstadt wurden zunächst nicht bekannt.
6:32 Uhr: Auch Probleme bei der S-Bahn
Im S-Bahnverkehr sind die Linien S1, S2 und S25 von Verspätungen und Ausfällen betroffen, wie eine Bahn-Sprecherin dem rbb sagte. Grund sind vereiste Weichen.
Zusätzlich erschwert eine Streckensperrung auf der Ringbahn die Lage. Zwischen Südkreuz und Hermannstraße fahren die Linien S41 und S42 nicht mehr. Hier ist ein Gleislagefehler die Ursache, wie die Bahnsprecherin sagte.
06:10 Uhr: Unwetterwarnung vor Glatteis
Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Glatteis (dwd.de) gilt derzeit noch bis 09:00 Uhr. Sie gilt für praktisch ganz Ostdeutschland. Auch in den nächsten Stunden kommt es zu gefrierendem Regen. Vielerorts fällt auch Schnee oder Schneeregen.
06:07 Uhr: Auswirkungen in Potsdam
In Potsdam fahren zur Stunde keine Busse.
06:00 Uhr: massive Probleme im Berliner Nahverkehr
Bei der BVG kommt es derzeit zu großen Problemen. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben im gesamten Stadtgebiet den Straßenbahnverkehr eingestellt, wie es auf der Webseite der BVG heißt.
Die U3 ist eingestellt, die U2 ist zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen.
Bei nahezu allen Buslinien kommt es laut BVG-Störungsmelder zu Problemen.
05:40 Uhr: zahlreiche Unfälle in Brandenburg
Bis zum frühen Montagmorgen (Stand 05:30 Uhr) meldete die Brandenburger Polizei 56 Glätteunfälle mit sieben Verletzten.
Schwerpunkt ist nach Polizeiangaben bislang der Westen Brandenburgs. Unfälle gab es aber überall verteilt im Land, unter anderem in Cottbus, Brandenburg an der Havel, Potsdam, Nauen, Eberswalde, Wildau, Rüdersdorf, Ludwigsfelde und im Löwenberger Land.
05:30 Uhr: Unwetterwarnung vor Glatteis
Auf vielen Straßen und Gehwegen in Brandenburg und Berlin ist es gerade spiegelglatt.
Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für praktisch ganz Ostdeutschland herausgegeben. Auch in den nächsten Stunden kommt es zu gefrierendem Regen. Vielerorts fällt auch Schnee oder Schneeregen.
Im Straßenverkehr sind erhebliche Beeinträchtigungen zu erwarten. Wer kann, sollte aufs Autofahren verzichten und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Im ÖPNV kommt es zu massiven Störungen.
Brandenburg, Berlin: Glatteis und Schnee in Berlin und Brandenburg - Infos im Liveticker

Schon seit Wochen friert es in Berlin und Brandenburg - viele Gehwege sind rutschig von Eis und Schnee. Weil die Räumung durch die zuständigen Hausbesitzer nicht läuft, versucht die Stadt nun BSR und behördliche Kräfte zu mobilisieren.
- BSR bekommt zusätzliches Streugut
- Ausgabe von kostenlosem Splitt nun auch in Potsdam
- Bezirke sehen sich überfordert mit Kontrolle der Räumpflicht
- Wochenbeginn wird frostig
20:10 Uhr DWD warnt für Mittwochmorgen vor Glätte
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die frühen Morgenstunden am Mittwoch eine amtliche Warnung vor Glätte in Berlin herausgegeben. Die Warnung (Stufe 1 von 4) gilt laut einer Mitteilung vom Dienstagabend von 2 Uhr bis 9 Uhr. Für Berlin und Brandenburg weist der DWD zudem auf möglichen leichten Schneefall in der Nacht hin.
14:50 Uhr BUND: BVG muss sich auf Eisregen vorbereiten
Die Umweltorganisation BUND Berlin fordert die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Senatsverkehrsverwaltung auf, einen neuen witterungsbedingten Ausfall der Berliner Straßenbahn zu verhindern.
Nach dem Warnstreik im Nahverkehr von Montag könne den Berlinern außerdem kein neuer großflächiger Ausfall des Trambetriebs zugemutet werden.
Der BUND Berlin fordert unter anderem, dass auch nachts sogenannte Bügelfahrten zum Abkratzen von Eisschichten an der Oberleitung in engerem Takt als im regulären Nachtverkehr durchgeführt werden. Zu den Vorbereitungen gehöre auch, fehlende oder falsche Fahrgastinformation zu verhindern.
Laut Deutschem Wetterdienst kann es in den nächsten Tagen wieder zu Eisregen kommen. Vor allem am Donnerstag wird es nach Einschätzung des ARD-Wetterkompetenzzentrum in Berlin und weiten Teilen Brandenburgs voraussichtlich "sehr rutschig".
14:06 Uhr Glättegefahr nimmt trotz Plusgraden zu
Die Kältewelle in Berlin und Brandenburg endet, die Temperaturen steigen bis zum Wochenende über null Grad. Der Übergang von Frost- zu milderer Luft bringt jedoch neue Gefahren: Durch gefrorene Böden und eine Warmfront drohen Schneefall, Eisregen und zunehmende Glätte.
Besonders am Donnerstagmorgen ist mit sehr rutschigen Straßen und Problemen im Berufsverkehr zu rechnen."Der Donnerstagmorgen wird sehr rutschig – egal, ob es der gefrierende Regen oder der Schneeglätte wird", sagte ARD-Wetterexperte Rudolph rbb|24 am Dienstagvormittag.
Erst ab Freitag entspannt sich die Lage mit Temperaturen zwischen null und vier Grad.
07:09 Uhr: Leichte Plusgrade am Mittwoch und Donnerstag
Das Wetter in Berlin und Brandenburg bleibt auch am Dienstag eisig. Zum Mittwoch und Donnerstag klettern die Höchsttemperaturen jedoch wieder über null Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.
Am Dienstag kommt es laut Prognose in der Früh zu mäßigem und in der Uckermark zu lokal strengem Frost. Zwischen minus zwei Grad in der Elbe-Elster-Niederung und minus sieben Grad in der Uckermark liegen demnach die Höchstwerte. Auch in der Nacht zu Mittwoch wartet laut Prognose Frost – bei Tiefsttemperaturen von minus vier bis minus neun Grad.
Dem Wetterbericht nach schneit es in der Nacht zum Mittwoch, am darauffolgenden Tag und in der darauffolgenden Nacht gebietsweise. Daher rechnet der DWD am Mittwoch mit ein bis drei Zentimetern Neuschnee. Im äußersten Nordosten Brandenburgs soll das Thermometer an dem Tag höchstens minus sechs Grad messen – in Berlin um minus zwei Grad und an der Grenze zu Sachsen plus ein Grad.
Am Donnerstag steigen die Höchstwerte nach Angaben der Wetterexperten auf ein bis drei Grad – im Plus!
07:02 Uhr: Kältehilfe-Einrichtungen in Berlin könnten Angebot ausweiten
Wegen der niedrigen Temperaturen weitet die Berliner Kältehilfe ihre Angebote teilweise aus. Laut der Koordinierungsstelle der Kältehilfe haben sich einige Einrichtungen bereit erklärt, die Öffnungszeiten zu verlängern und zusätzliche Plätze anzubieten.
In Berlin stehen derzeit rund 1.200 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Noch sei das Angebot ausreichend, hieß es.
Auch die Kältebusse sind demnach stark gefragt. Die Koordinierungsstelle bittet aber darum, dass man vorher mit dem betroffenen Menschen sprechen sollte, bevor man einen Kältebus ruft. Denn nicht immer sei Hilfe erwünscht.
06:31 Uhr: Kostenloser Splitt für Potsdamer
In Potsdam können Privathaushalte ab Dienstag kostenloses Streugut gegen vereiste Gehwege bekommen. Wie die Stadtwerke Potsdam mitteilten, können bis zu 20 Liter Splitt bei Wertstoffhöfen abgeholt werden. Wer das Streugut abholt, muss demnach einen eigenen Behälter dabei haben. Das Angebot gelte, solange der Vorrat reicht.
Auch die Berliner Stadtreinigung gibt wegen Eisglätte auf Gehwegen seit einigen Tagen Splitt auch an Privatpersonen ab.
Montag, 2. Februar
19:21 Uhr: Wegner will Einsatz von Streusalz bei Glätte erleichtern
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner setzt sich für einen leichteren Einsatz von Tausalz bei großer Glatteis-Gefahr auf Gehwegen und dafür notwendige gesetzliche Änderungen ein. Bei einem Besuch der Berliner Stadtreinigung (BSR) sagte der CDU-Politiker am Nachmittag: "Wir brauchen endlich rechtliche Sicherheit, (...) dass wir zum Beispiel auch Tausalz konsequent vom ersten Tage anwenden. Das ist eine Sache, die jetzt hoffentlich alle gelernt haben." Es sei seine Erwartung, dass es hier zu gesetzlichen Veränderungen komme, so Wegner.
Nach dem Straßenreinigungsgesetz und dem Naturschutzgesetz ist die Verwendung von Streusalzen oder anderen Auftaumitteln auf Grundstücken und Gehwegen eigentlich verboten. Ausnahmen gibt es nur für die Stadtreinigung BSR auf besonderen Straßen. Vor kurzem hatte aber wegen anhaltender Eisglätte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) per Allgemeinverfügung kurzfristig Streusalz auf Gehwegen zugelassen.
17:20 Uhr: Wittstock/Dosse bietet Privathaushalten kostenlos Streugut an
Die Stadt Wittstock/Dosse bietet ihren Bürgern in dieser Woche kostenlos Streugut an. Ab Dienstagmorgen können Am Bauhof der Stadtverwaltung in der Rheinsberger Straße 27 pro Person bis zu 50 Liter Kies/Salz-Gemisch abgeholt werden. Der Bauhof hat Dienstag bis Donnerstag von 6:30 Uhr bis 9 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr geöffnet, am Freitag von 6:30 bis 9 Uhr.
Die Baumärkte seien gerade leer gekauft und die privaten Streusalz-Vorräte würden sich dem Ende zuneigen, hieß es zur Begründung. Die Stadtverwaltung betonte, das Streugut sei für den Eigenbedarf.
17:00 Uhr: BSR bekommt zusätzliche 500 Tonnen Streugut
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) soll am Dienstag zusätzliche 500 Tonnen Split bekommen. Das kündigte BSR-Chefin Stephanie Otto an. Nach ihren Angaben konnten am Montag nicht alle Bezirke mit dem benötigten Streugut versorgt werden.
Die Lichtenberger Ordnungsstadträtin Filiz Keküllüoglu (Grüne) bestätigte dem rbb, Mitarbeitende ihres Bezirksamts seien seit 8 Uhr am Morgen überwiegend erfolglos zwischen den Standorten der BSR herumgefahren. Die Menge an Streugut, die das Amt erhalten hat, reicht bei weitem für den aktuellen Bedarf nicht aus.
Keküllüoglu betonte, sie erwarte von Senat und BSR bessere Kommunikation. Außerdem forderte sie, dass das Streugut über alle Bezirke zukünftig gerecht aufgeteilt wird, so dass allen Menschen in Berlin geholfen werden kann, auch in den Außenbereichen dieser Stadt.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kündigte an, es werde jetzt täglich eine Schalte für Absprachen zwischen Senat, BSR und Bezirken geben.
16:20 Uhr: Mehr Kontrolle bei Streupflicht gefordert - Kritik am Senat
Der Berliner Mieterverein fordert, dass die Bezirke die Streupflicht der Vermieter stärker kontrollieren und dass das Bußgeld deutlich erhöht wird. Maximal 10.000 Euro seien angesichts der Kosten, die Sturzverletzungen nach sich ziehen, viel zu niedrig.
Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp stellt die gleichen Forderungen. Sie schlägt außerdem vor, das Technische Hilfswerk beim Räumen und Streuen der vereisten Gehwege einzusetzen. Der Senat hätte längst handeln müssen, so Eralp. Es sei nicht hinnehmbar, dass vor allem ältere und kranke Menschen faktisch nicht rausgehen könnten.
Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach wirft Verkehrssenatorin Bonde von der CDU zu langsames Handeln vor. Berlin kämpfe seit Wochen mit eisglatten Bürgersteigen. Doch erst jetzt führe Bonde Gespräche mit Bezirken und Stadtreinigung.
13:23 Uhr: BUND fordert nach Tausalz-Freigabe Intensivkur für Bäume
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert wegen der Streusalz-Freigabe ein Sonderprogramm für die Berliner Straßenbäume.
Salz auf Bürgersteigen sei pures Gift und werde mit dem Tauwasser direkt neben den Stämmen in den Boden fließen. Um es in tiefere Schichten zu spülen, müssten die Bäume nach dem Frost intensiv bewässert und zusätzlich gedüngt werden, teilte der BUND am Montag mit.
Andernfalls drohten zusätzliche Astabbrüche, die Menschen gefährden. In letzter Konsequenz müssten für die Verkehrssicherheit noch mehr Bäume als bisher gefällt werden, so der BUND.
Im Sommer lassen sich die Salzschäden deutlich an bräunlich verfärbten und abgestorbenen Blatträndern erkennen.
12:45 Uhr Gratis-Splitt bleibt gefragt
Angesichts der Eisglätte ist der kostenlose Splitt von der Berliner Stadtreinigung (BSR) weiter begehrt. "Die Nachfrage ist groß", sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank. "Viele Bürger sind ratlos, weil man im Baumarkt nichts mehr bekommt."
Seit dem Morgen wird der Splitt nur noch an drei BSR-Betriebshöfen in Wilmersdorf, Friedrichshain und Neukölln ausgegeben, zum Start der Ausgabe am Samstag waren es zehn. Beim Betriebshof in der Mühlenstraße in Friedrichshain gab es am Vormittag regen Andrang von Berlinerinnen und Berlinern, die sich mit Splitt versorgen wollen.
Daten dazu, wie viel Splitt insgesamt mittlerweile ausgegeben wurde, hat die BSR noch nicht. Am ersten Tag am Samstag waren es rund 20 Tonnen. Rund zwei Drittel davon gingen der BSR zufolge anPrivatpersonen, die damit selbst streuen wollen. Grundsätzlich gilt das BSR-Angebot, solange der Vorrat reicht.
Die BSR stellt auch den zwölf Berliner Bezirken Splitt zur Verfügung. Die Menge, die an sie abgegeben wurde, sei im Vergleich zum Samstag noch einmal deutlich gestiegen, sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank.
9:43 Uhr: Berliner Bezirke überfordert mit Kontrolle der Räumpflicht
Die Berliner Bezirke sind mit der Überwachung der Räumpflicht überfordert. So steigt nach DPA-Angaben die Zahl der Beschwerden über nicht geräumte Wege - die Bezirksämter haben aber zu wenig Personal.
Aus Friedrichshain-Kreuzberg heißt es, die meisten Grundstückseigentümer und Winterdienste seien überfordert. Gemeldete Gefahren könnten aber innerhalb kurzer Zeit beseitigt werden.
Pankow erlebt nach eigenen Angaben zurzeit eine besonders hohe Zahl an Bürgerhinweisen. Der Ordnungsdienst arbeite im Schichtbetrieb, aber der Bezirk sei groß und die Aufgaben seien vielfältig.
In Neukölln wurde in Einzelfällen die Räumung auf Kosten der Hauseigentümer beauftragt.
Mittlerweile wurde vereinbart, dass die BSR die Bezirke beim Räumen von Schnee und Eis unterstützen soll.
Sonntag, 1. Februar
20:30 Uhr: Die Oder friert weiter zu
Seltener Anblick: Auf der Oder bildet sich immer mehr Eis. Mittlerweile ist die Flussoberfläche bei Reitwein (Märkisch-Oderland), südlich von Küstrin, zum Stehen gekommen. Am Nachmittag waren die Schollen auf Höhe der Stadt Lebus (ebenfalls Märkisch-Oderland) noch in Bewegung.
Größere Eisstöße - Auftürmungen von Eisplatten - wurden bislang noch nicht gemeldet. Alle Pegel am deutschen Oderabschnitt melden zudem unkritische Werte. Hochwassergefahr könnte erst dann entstehen, wenn sich die Schollen bei Tauwetter bis auf den Grund zusammenschieben und so Wasser stauen.
18:20 Uhr: Kaltes Winterwetter sorgt für schlechtere Luft
Infolge der niedrigen Temperaturen, geringer Niederschläge und des aufkommenden Windes aus Osten erwartet uns schlechtere Luft. "In Polen werden ja noch Unmengen von Kohle verbrannt", erklärte ARD-Wetterexperte Torsten Walter rbb|24. "Die dadurch ausgestoßenen Schadstoffe könnten sich in der Luft ansammeln." Auch der höhere Energieverbrauch, vor allem durchs Heizen hierzulande sorgt für schlechtere Luftqualität.
Aber: Auch wenn die Luftqualität draußen nicht gut ist, sei sie besser als alte Wohnungsluft, sagt Ute Dauert vom Umweltbundesamt. Sie rät deshalb trotzdem zum Lüften.
11:45 Uhr: BSR unterstützt bei Gehweg-Räumung
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) unterstützt jetzt die Grünflächen- und Ordnungsämter dabei, Wege in der Stadt begehbar zu machen. Das teilte die Verkehrsumweltverwaltung am Sonntag mit. Die BSR stelle Streugut und und Räumwerkzeuge zur Verfügung. Zudem sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Ämter nach Möglichkeit beim Winterdienst unterstützen.
Der Fokus liege auf Supermärkten und Einkaufszentren, Arztpraxen, Apotheken, Kliniken, Schulen und Zuwegungen zum Nahverkehr.
11:10 Uhr: Es wird nachts klirrend kalt
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes und des ARD-Wetterkompetenzzentrums bleibt es in der Region Berlin-Brandenburg sehr kalt. In der Nacht zum Montag fallen die Tiefstwerte demnach auf bis zu -13 Grad, in der Nacht zum Dienstag auf bis zu -14 Grad. Auch tagsüber bleibe es immer unter dem Gefrierpunkt.
9:07 Uhr: Vereiste Hydranten behindern Feuerwehr
Die eisigen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf Löscharbeiten. Wie die Berliner Feuerwehr mitteilte, waren bei einem Einsatz in Frohnau (Reinickendorf) viele Hydranten im Umfeld eines brennenden Hotels vereist. Dennoch habe zügig eine stabile Wasserversorgung hergestellt werden können.
Gebrannt hatte der Dachstuhl eines leerstehenden Hotelgebäudes in der Oranienburger Chausee. "In dem Gebäude befanden sich glücklicherweise keine Personen", hieß es auf der Webseite der Feuerwehr. Die Löscharbeiten dauern an. Aktuell sind 55 Einsatzkräfte vor Ort.
8:23 Uhr: Kälte verschärft sich bis Dienstag
Es bleibt bei eisigen Temperaturen in Berlin und Brandenburg. Am Sonntag betragen die Höchsttemperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) minus neun bis minus vier Grad. Dabei soll es überwiegend trocken bleiben.
In der Nacht zum Montag fallen die Tiefstwerte demnach auf minus sieben bis minus 13 Grad. Für Montag rechnet der DWD mit Höchsttemperaturen von minus zehn bis minus fünf Grad. In der Nacht auf Dienstag sinken die Temperaturen bis auf minus 14 Grad.
Sonnabend, 31. Januar
18:00 Uhr: Laut BVG wieder alle Straßenbahnlinien planmäßig unterwegs
Alle 22 Straßenbahn-Linien in Berlin sind nach Angaben der BVG seit Samstagnachmittag wieder im Einsatz und planmäßig unterwegs. Lediglich auf der Linie 60 komme es im Bereich Johannisthal noch zu Einschränkungen an einzelnen Haltestellen, hieß es. Dennoch bleibe die Wetterlage weiterhin herausfordernd. Deshalb würden BVG-Mitarbeitende weiterhin durchgehend freigegebene Strecken kontrollieren, um bei Bedarf zu enteisen.
13:31 Uhr: Berliner Bibliotheken verlängern Leihfrist
Wegen der glatten Straßen und Gehwege können Bibliotheksnutzer und -nutzerinnen ihre ausgeliehenen Medien länger zuhause behalten. Die Fristen seien um 21 Tage hochgesetzt worden, heißt es auf der Webseite des Verbunds der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB). Dazu gehören mehr als 80 Bibliotheken in Berlin.
10:04 Uhr: Trams fahren trotz Streik am Montag - aber keiner darf einsteigen
Trotz des Warnstreiks im Berliner Nahverkehr am Montag sollen Straßenbahnen im Einsatz sein - Passagiere dürfen aber nicht mitfahren. Ziel sei es, ein erneutes Einfrieren von Oberleitungen zu verhindern, hieß es von der BVG am Samstag. Einen entsprechenden Kompromiss haben Verdi und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) geschlossen, wie beide mitteilten. Verdi hat für Montag zu ganztägigen Warnstreiks im Berliner Nahverkehr aufgerufen.
Bereits in der vergangenen Woche war der Straßenbahnbetrieb in der Hauptstadt zum Erliegen gekommen - allerdings wegen des Wetters. Eisregen war an den Oberleitungen angefroren. Seitdem wird daran gearbeitet, sämtliche Leitungen wieder freizubekommen.
9:20 Uhr: Temperaturen im zweistelligen Minusbereich
Die Berliner und Brandenburger müssen sich weiter auf Frost und Minustemperaturen einstellen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts fallen die Temperaturen in den Nächten zu Sonntag und Montag in den zweistelligen Minusbereich. Die Tiefstwerte liegen demnach bei minus sechs bis minus zwölf Grad. In der Nacht zum Wochenstart erwartet der DWD lokal Schneegriesel und etwas Schnee. Auch der ARD-Wetterdienst erwartet Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.
8:57 Uhr: BSR gibt kostenlos Splitt an Privathaushalte ab
Die Berliner Stadtreinigung gibt seit Samstag kostenlos Splitt an Privathaushalte ab - solange der Vorrat reicht. Bis zu zehn Liter könnten abgeholt werden, man müsse allerdings einen eigenen Behälter mitbringen, so das Unternehmen. Die Ausgabe erfolge an zehn der 14 BSR-Höfe, am Samstag zwischen 8 und 13 Uhr, werktags bis 16 Uhr.
Splitt wird auf die Gehwege gestreut, um diese rutschfester zu machen. Ab sofort darf auch Tausalz eingesetzt werden, was normalerweise wegen der Umweltschäden verboten ist. Die Ausnahmeregelung gilt bis zum 14. Februar sowohl für die BSR und Winterdienste als auch für Grundstücksbesitzer.
8:52 Uhr: Berliner Straßenbahnen wieder fast vollständig unterwegs
In Berlin sind seit Samstagmorgen wieder fast alle Tramlinien planmäßig unterwegs. Das teilte das BVG-Lagezentrum dem rbb mit. Einschränkungen gib es derzeit noch auf den Linien M1 und M2 in Pankow, die abschnittsweise unterbrochen sind.
Auf der M1 gibt es zwischen Pastor-Niemöller-Platz und Rosenthal-Nord einen Ersatzverkehr mit Bussen, für die Unterbrechung auf der M2 zwischen Am Wasserturm und Heinersdorf dagegen ist kein Ersatzverkehr eingerichtet.
8:14 Uhr: Großer Streusalzverbrauch in Brandenburg
Im Winterdienst in Brandenburg hat das Land schon jetzt weit mehr Salz gestreut als im ganzen vorherigen Winter. Bisher seien bereits rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen Streugut verbraucht, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, Dorothée Lorenz. "Das ist ein großer Unterschied zu den letzten Jahren." Im Winter 2024/2025 reichten nach Angaben des Landesbetriebs insgesamt knapp 20.000 Tonnen zum Streuen.
Salz, mit dem die Wege von Glätte befreit würden, werde aber regelmäßig nachgeliefert. "Es würde nur knapp werden, wenn wir viele von diesen Extrem-Wetterlagen hätten." Dann müssten je nach Verkehrsaufkommen Prioritäten gesetzt werden.
Freitag, 30. Januar
19:35 Uhr: 90 Prozent des Berliner Tram-Netzes wieder befahrbar
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat sich auch am Freitag weiter um die Enteisung der Oberleitungen im Straßenbahnnetz gekümmert. Inzwischen seien rund 90 Prozent des Berliner Netzes wieder in Betrieb, teilten die Verkehrsbetriebe am Abend mit.
Demnach sind die Linien M4 und M17 wieder planmäßig bis nach Falkenberg unterwegs. Die M1 fährt im Norden wieder bis zur Endhaltestelle Schillerstraße. Im Laufe des Tages konnten die Linien 62 und 68 wieder den vollen Betrieb nach Köpenick aufnehmen. Auch die Linien 60 und 61 sind wieder in Richtung Friedrichshagen und Rahnsdorf unterwegs.
Enteist wird aktuell unter anderem noch auf den Linien 21 und 50 soiwe M1 und M2, betroffen sind vor allem Abschnitte in den Außenbezirken, etwa in Pankow, Buchholz und Rosenthal.
19:15 Uhr: BSR gibt Splitt an Privathaushalte ab
Ab Samstag können Berliner Privathaushalte kostenlos bis zu zehn Liter Splitt an bestimmten BSR-Betriebshöfen abholen. Allerdings müssen die Behälter dafür mitgebracht werden. Das sei angesichts der knappen Verfügbarkeit in den Baumärkten eine große Hilfe, sagte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Die BSR appellierte, das Angebot nur bei tatsächlichem Bedarf zu nutzen, um Ressourcen nicht unnötig zu verbrauchen. Die Betriebshöfe, an denen der Spitt abeholt werden kann, hat die BSR auf ihrer Internetseite veröffentlicht [bsr.de].
Grundsätzlich gilt, dass die Anlieger verpflichtet sind, für den Winterdienst auf den Gehwegen vor den jeweiligen Grundstücken zu sorgen. Zusätzlich ist der Winterdienst der BSR mit über 2.300 Kollegen und 540 Räum- und Streufahrzeugen auf 11.000 Kilometern Straßenland im Dauereinsatz.
18:15 Uhr: Viele Verletzte - Berliner Krankenhaus stellt Feldbetten auf
In der Evangelischen Elisabeth-Klinik in Berlin-Tiergarten mussten Feldbetten aufgestellt werden, um die zahlreichen Verletzten nach Glätteunfällen zu behandeln. Der Oberarzt im Notaufnahme-Team, Paul Waschk, sagte der rbb24 Abendschau, alleine am Freitag würden 60 bis 70 Patienten mit glatteisbedingten Sturzverletzungen erwartet. Viele Fälle seien Knochenbrüche, bei denen eine Operation notwendig sei. Die eigentlichen 150 Betten des Unfallkrankenhauses waren den Angaben zufolge bereits am Mittag belegt.
17:45 Uhr: Umweltschützer kritisieren Tausalz-Einsatz
Der Naturschutzbund (Nabu) in Berlin hat die Erlaubnis zum Einsatz von Streusalz auf glatten Gehwegen als "Schnapsidee" kritisiert. "Mir ist es unverständlich, warum man da nicht einfach auf das gute alte Streuen mit Sand oder Split zurückgreift", sagte Geschäftsführerin Melanie von Orlow im rbb24 Inforadio. Salz führe zu Korrosion an Gebäuden, an Fahrzeugen oder an Beton, die Tierwelt und die Bäume würden darunter leiden. Außerdem funktionere Salz nur bis minus acht Grad "einigermaßen gut".
17:20 Uhr: Hunderte Beschwerden über mangelhaften Winterdienst
Die Berliner Bezirke bekommen derzeit deutlich mehr Beschwerden über mangelhaften Winterdienst auf Wegen und Straßen als in vergangenen Wintern. Das hat eine Abfrage des rbb bei allen Bezirksämtern ergeben.
Die meisten Beschwerden verzeichnet Pankow. Hier gab es nach Angaben des Bezirks seit Jahresbeginn 464 Meldungen über nicht oder schlecht vom Eis geräumte Bürgersteige, deutlich mehr als in den letzten beiden Wintern zusammen. Reinickendorf meldet aktuell 385 Beschwerden, Tempelhof-Schöneberg 317, Marzahn-Hellersdorf 250. Die wenigsten Verstöße gegen die Räumpflicht auf Gehwegen verzeichnet der Bezirk Neukölln mit 143 Fällen.
Mehrere Bezirke haben Mängel im Winterdienst durch die BSR beseitigen lassen, die Kosten dafür werden den Grundstückseigentümern, die für die Räumung der Gehwege zuständig sind, in Rechnung gestellt. Wird die Räumpflicht missachtet, können die Bezirke auch Bußgeldverfahren anstrengen.
14:50 Uhr: Berliner Senat erlaubt ab sofort Tausalz auf vereisten Gehwegen
Angesichts der gefährlich vereisten Gehwege in Berlin erlaubt der Berliner Senat ab sofort den Einsatz von Tausalz. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat dafür die rechtliche Voraussetzung geschaffen. Außerdem übernimmt sie zentral die Steuerung zur Bekämpfung der extremen und anhaltenden Glatteis-Situation.
14:15 Uhr: Reichstagskuppel wegen Glatteis geschlossen
Die Kuppel auf dem Reichstagsgebäude in Berlin sowie die Dachterrasse sind wegen des Winterwetters gesperrt. Das teilte die Bundestagsverwaltung mit. Die Sperre soll angesichts der anhaltenden Minusgrade voraussichtlich auch für das Wochenende gelten.
Grund sei Unfallgefahr aufgrund von Glatteis. Üblicherweise ist die vom britischen Star-Architekten Sir Norman Foster entworfene Kuppel aus Stahl und Glas im Winter von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
13:55 Uhr: Zeitweise alle Rettungswagen in Berlin im Einsatz
Die Berliner Feuerwehr gerät wegen der hohen Zahl von Glätteunfällen immer wieder an der Belastungsgrenze. Nach ihren Angaben gilt seit Donnerstagabend die sogenannte Auslastungsstufe 3. Das heißt, dass grundsätzlich "nur noch sehr wenige Rettungswagen verfügbar" sind. Zeitweise seien alle Rettungswagen der Feuerwehr im Einsatz gewesen, so dass nicht alle anfallenden Patientenfahrten geleistet werden konnten.
Wie ein Sprecher dem rbb sagte, wurden Freiwillige Feuerwehren alarmiert, um selbst Rettungsdienste zu fahren oder Kapazitäten bei Berufsfeuerwehren für weitere Rettungswagen freizusetzen. Stadtweit stünden 140 Rettungswagen zur Verfügung, 20 mehr als normalerweise üblich.
12:10 Uhr: Tourismusverband warnt vor Schlittschuhlaufen im Spreewald
Im Spreewald warnt der Tourismusverband vor dem Betreten der Fließe, diese seien nicht zugefroren. Eine offizielle Freigabe für das Schlittschuhlaufen gebe es nicht. Um auf Kufen von Ort zu Ort auf den Fließen fahren zu können, müsse es durchgängig 14 Tage lang zweistellige Minusgrade haben, erklärte ein Sprecher. "Das ist ein sehr seltenes Schauspiel." Auch von der Stadt Lübbenau hieß es, die Fließe seien nicht so zugefroren, dass das Eis trage.
09:40 Uhr: Wegner wegen Streusalz-Vorstoß verhöhnt
Die Forderung des Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf der Plattform X nach einer schnellen Gesetzesänderung, um in Berlin den schnellen Einsatz von Streusalz auf eisglatten Gehwegen zu ermöglichen, hat teils höhnische Kommentare geerntet.
"Ein Regierungschef, der über X um Mehrheiten für Selbstverständlichkeiten bettelt, ist politisch am Ende", schrieb der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki auf X. Wegners Parteikollege Armin Laschet amüsierte sich auf X darüber, dass sich selbst Grünen-Politiker aus Baden-Württemberg über Berlin lustig machten. "Und nein, es ist keine überraschende Wetterkrise: Man nennt es Winter", postete er.
In Berlin ist der Einsatz von Streusalz und anderen Taumitteln aus Umweltgründen weitgehend verboten, stattdessen können etwa Split und Sand zum Einsatz kommen.
07:59 Uhr: Neue Straßenbahn-Abschnitte enteist und wieder befahrbar
Die Straßenbahnlinien M6, 16 und 27 fahren wieder auf der kompletten Strecke. Die Oberleitungen auf bislang fehlenden Abschnitte seien im Laufe der Nacht erfolgreich vom Eis befreit worden, teilte die BVG am Freitagmorgen mit.
Züge der M6 und der 16 fahren damit wieder ab Landsberger Allee/Rhinstraße in Richtung Mitte beziehungsweise Friedrichshain. Die Linie 27 ist wieder wie gewohnt zwischen Weißensee, Pasedagplatz und Mahlsdorf Süd unterwegs. Alle Streckenabschnitte, die am Donnerstag in Betrieb waren, konnten über Nacht freigehalten werden, so die BVGweiter. "Alles, was gestern fuhr, fährt auch heute Morgen." Der U-Bahn und Busverkehr laufe planmäßig und stabil.
Die BVG-Teams arbeiteten mit "größter Intensität" daran, die Außenbezirke weiter anzubinden, hieß es weiter. Aktuell werde vor allem in Falkenberg, Mahlsdorf und Friedrichshagen an der Enteisung der Oberleitungen gearbeitet. Fahrgästen sollten vor Fahrtantritt in der App oder auf der Homepage der BVG nachschauen, welche Bahnen unterwegs seien, empfehlen die Verkehrsbetriebe. In den Außenbezirken gebe es Ersatzverkehr mit Bussen "zur Unterstützung des Angebots".
07:42 Uhr: Auch das Wochenende wird frostig
Am Wochenende bleibt es frostig in Berlin und Brandenburg. Von Tag zu Tag wird es kälter. Am Freitag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Höchstwerte von minus drei bis plus ein Grad. Lokal könne Schneegriesel sowie gefrierender Sprühregen auftreten. Im Südwesten Brandenburgs ist demnach auch mit etwas Schnee zu rechnen. Weiterhin besteht laut DWD am Freitag Glättegefahr. Es bleibt also glatt auf den Straßen.
In der Nacht zum Samstag sinken die Temperaturen auf Tiefstwerte von minus zwei bis minus fünf Grad. Am Samstag soll es laut DWD bedeckt und weitgehend trocken bleiben. Die Höchstwerte liegen bei minus fünf bis null Grad.
Auch in der Nacht zum Sonntag soll es weitgehend niederschlagsfrei bleiben. Die Tiefstwerte erreichen minus sechs bis minus zehn Grad. Am Sonntag soll es stark bewölkt sein, jedoch überwiegend trocken bei maximal minus acht bis minus vier Grad.
07:39 Uhr: Tramverkehr immer noch stark eingeschränkt
An Tag fünf nach dem Eisregen meldet die BVG immer noch auf einem Großteil der Berliner Tramlinien Ausfälle und Unterbrechungen "bis auf Weiteres" [bvg.de]. Betroffen sind M1, M2, M4, M5, M6, M17, 12, 16, 21, 27, 50, 60, 61, 62, 63, 67 und 68.
Donnerstag, 29. Januar
18:30 Uhr: BVG konzentriert sich auf Tram-Verkehr in Außenbezirken
Die vereisten Oberleitungen der Straßenbahnen wird die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auch in der Nacht und am Freitag beschäftigen. Im Fokus der Arbeiten stehen für die nächsten Stunden der M4-Streckenast nach Falkenberg, die Linie 27 im Bereich Suermondstraße und die weitere Anbindung in Friedrichshagen durch die Linie 60 (Altes Wasserwerk), wie die BVG mitteilt.
Am Freitag würden die Teams weiter die Anbindungen der Außenbezirke priorisieren. Dann soll an Streckenabschnitten der Linien M2, 21 und 62 gearbeitet werden. Aktuell sind laut BVG gut drei Viertel des Berliner Tram-Netzes befahrbar.
16:00 Uhr: Wegner will Streusalz-Einsatz auf Berlins Gehwegen ermöglichen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) fordert eine schnelle Gesetzesänderung, um den Einsatz von Streusalz auf eisglatten Gehwegen zu ermöglichen. "Wir erleben in Berlin extreme Wetterbedingungen - mit Eisregen und anhaltendem Frost. Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen", postete er auf X. Umwelt- und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte das Parlament in der Plenarsitzung zuvor ebenfalls aufgefordert, das Straßenreinigungsgesetz dahingehend zu verändern.
13:43 Uhr: Unfallkrankenhaus: "volles Haus" wegen Glätte
Wegen der seit Tagen anhaltenden Glätte werden im Berliner Unfallkrankenhaus derzeit viele Menschen behandelt. "Wir haben jeden Tag volles Haus", sagte Sprecherin Angela Kijewski. Täglich gibt es demnach zwischen 30 und 40 Menschen, die wegen Glätteunfällen behandelt werden müssen. Sowohl die Betten als auch die Kapazitäten des Personals seien mehr als ausgelastet. "Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch."
Derzeit gibt es demnach viele Menschen mit Knochenbrüchen, vor allem an den Händen, da Stürzende sich vor allem damit abstützen. Häufig seien aber auch Gehirnerschütterungen durch Stürze auf den Hinterkopf sowie Gesichts- und Hüftverletzungen. Es habe zudem auch schon Stürze gegeben, an denen Menschen knapp an einer Querschnittslähmung vorbeigekommen seien, sagte Kijewski. Durch den Sturz auf spiegelglattem Boden könne man sich auch schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zuziehen.
"Passt auf euch auf und verhaltet euch an die Lage angepasst", appellierte sie. So sollte man vernünftiges Schuhwerk tragen und am besten Spikes an den Schuhen befestigen - das sorge für einen besseren Halt. Außerdem empfahl sie den "Pinguingang": Mit dem Oberkörper etwas nach vorn gebeugt sowie leicht gebeugten Knien über vereiste Flächen gehen.
Die Altersgruppen, die aufgrund der Glätte derzeit behandelt werden müssen, seien bunt gemischt. Zwar gebe es vor allem ältere Menschen, aber auch einige junge Menschen befänden sich in der Klinik. Zudem gebe es einige Fahrradstürze. Davor könne sie nur warnen: "Bitte nicht mit dem Fahrrad fahren bei diesem Wetter."
13:20 Uhr: Berlin prüft neue Regeln für Taumittel bei Glatteis
Wegen der anhaltenden Glätte auf den Berliner Straßen ist am Donnerstag im Abgeordnetenhaus der Umgang mit Taumitteln besprochen worden. Derzeit gebe das Berliner Straßenreinigungsgesetz keine Handlungsmöglichkeit, um kurzfristig Taumittel auf den Straßen und Gehwegen einzusetzen, erklärte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU).
Als Lösung des Problems sei erwogen worden, nach dem Vorbild der Stadt Hamburg, eine Ermächtigungsgrundlage für die zuständige Senatorin im Straßenreinigungsgesetz einzubringen. Zukünftig sei es dann möglich, im Falle von Glatteis kurzfristig Taumittel wie Streusalz einzusetzen.
Die Verkehrssenatorin betont die Auswirkungen von Taumitteln auf die Umwelt und das Grundwasser, sieht jedoch die Notwendigkeit bei einer "Gefahr für Leib und Leben". Neben dem Schutz der Bürger und Bürgerinnen, sollen durch den notwendigen Einsatz von Taumitteln die Krankenhäuser entlastet werden.
Auch in Brandenburg ist der Einsatz von Streusalz in den meisten Kommunen verboten.
13:05 Uhr: Drei Viertel des Tram-Netzes wieder befahrbar
In Berlin können wieder mehr Straßenbahnen fahren. Rund drei Viertel des Netzes ist laut BVG mittlerweile wieder befahrbar. Demnach sind auch die Linien 12, 27 und 37 wieder im Einsatz. Zunächst nur im 10-Minutentakt fahren die Linien M8 (jetzt auch wieder auf ganzer Strecke) und 16.
8:54 Uhr: Regional- und Fernverkehr zwischen Berlin und Rostock fällt teilweise aus
Aufgrund der winterlichen Temperaturen kann es im Laufe des Donnerstags bei der Deutschen Bahn im Regional- und Fernverkehr zu vereinzelten Verspätungen und Zugausfällen kommen. Diese sollen bis voraussichtlich 16 Uhr andauern. Dies schreibt die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite. Betroffen sind die Linien RE3 und RE30 sowie die Linie RE5 sowie der IC- und ICE-Fernverkehr zwischen Berlin - Neustrelitz - Rostock -Warnemünde [karte.bahn.de]:
- RE3 Stralsund - Greifswald/Schwedt (Oder) - Angermünde – Berlin – Jüterbog - Lutherstadt Wittenberg
- RE30 Stralsund - Greifswald - Pasewalk - Angermünde
- RE5 Stralsund / Rostock - Neustrelitz - Berlin Südkreuz
- IC- und ICE-Fernverkehr zwischen Berlin - Neustrelitz - Rostock -Warnemünde
- Auch die Ersatzverkehre mit Bussen sind von der Witterung betroffen
Fahrgäste werden gebeten, sich per DB-App, VBB-App oder den entsprechenden Fahrplanauskünften online vorab zu informieren.
8:23 Uhr: BVG verkündet Fortschritte bei Tram-Reparaturen
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) melden am Donnerstagmorgen auf ihrer Webseite, dass im Laufe der Nacht und am Morgen erneut weitere Streckenabschnitte wieder in Betrieb genommen werden konnten. So seien wieder Straßenbahnen auf den Linien 12, 27 und 37 unterwegs sowie die Gegend um den Berliner Hauptbahnhof komplett befahrbar. Die Änderungen würden auch direkt in die Fahrplanauskunft der BVG übernommen, hieß es.
Ebenso bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen stellenweise noch erhalten und wird punktuell verstärkt. Dies betrifft die SEV-Linien:
- M1 Rosenthal - Pastor-Niemöller-Platz
- 50 S+U Pankow - Buchholz
- 62 Müggelheimer Str. - S Mahlsdorf
- 68 S Grünau - Schmöckwitz (über Adlergestell, eine Führung über Karolinenhof ist aufgrund der aktuellen Straßenverhältnisse nicht möglich)
Das Unternehmen teilte auch mit, dass derzeit intensive Arbeiten liefen, um den Straßenbahnbetrieb in Richtung Friedrichshagen sowie auf der M8 in Richtung Wuhletalstraße wieder aufzunehmen. Eine konkrete Zeit für die Fertigstellung nannte die BVG bisher aber nicht.
8:14 Uhr: Experte regt automatische Methode für eisfreie Leitungen an
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen sich nach Meinung eines Experten besser auf ein Wetterphänomen wie den Eisregen vorbereiten. Der frühere Professor für Schienenfahrzeuge, Markus Hecht, der im BVG-Aufsichtsrat sitzt, sagte dem rbb, die BVG brauche eine "automatische Methode", die sehr viel schneller und mit weniger Personal die Linien "wieder flott" bekomme. Derzeit habe es viel zu lange gedauert.
Da gäbe es verschiedene Ideen, über die jetzt beraten werden müsse. In einer sogenannten Klimakammer müsse das dann getestet werden, sagte Hecht. Dafür seien viele Monate intensiver Arbeit nötig. Das vor allem im Osten Berlins vorhandene Straßenbahnnetz der BVG war wegen vereister Stromleitungen seit Montag tagelang zusammengebrochen. Die Leitungen mussten dann per Handarbeit vom Eis befreit werden.
Hecht sagte, die BVG sei auf so eine Situation nicht vorbereitet gewesen. Allerdings ließe sich der Umgang mit so einem seltenen Wetterphänomen auch schlecht trainieren. Man könne der BVG daher keinen Vorwurf machen. Nun werde man sich aber mit Sicherheit verbessern. Auch die S-Bahn habe lange gebraucht, auch mit Versuchen in einer Klimakammer in Wien, um die Wetterprobleme besser in den Griff zu bekommen.
7:15 Uhr: Überfrierende Nässe sorgt weiter für glatte Straßen und Wege
Trotz überfrierender Nässe ist es am Donnerstagmorgen in Berlin und Brandenburg ruhig auf den Straßen. In der Nacht kam es nur vereinzelt zu kleineren Glätteunfällen mit Blechschäden, wie die Leitstellen der Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Doch Fahrerinnen und Fahrer im morgendlichen Berufsverkehr sollten weiterhin vorsichtig sein. Gefrierender Sprühregen oder Schneegriesel hat die Straßen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) vorerst fest im Griff.
Am Tag liegen die Temperaturen demnach bei minus zwei bis null Grad. Im weiteren Verlauf schneit es im Südwesten Brandenburgs. Stellenweise seien ein bis drei Zentimeter Neuschnee möglich, wie es weiter hieß. In der Nacht gehe dieser teilweise in gefrierenden Sprühregen über. Die Tiefstwerte liegen bei minus fünf Grad.
Zum Ende der Woche lassen Glättegefahr und Schneefall dann laut DWD langsam nach. Besonders in den Nächten bleibe es jedoch weiterhin frostig kalt mit Werten bis zu minus acht Grad. Ab Freitagnachmittag beruhigt sich das Winterwetter laut Vorhersage: Bei Werten von einem bis minus vier Grad lockert die dichte Wolkendecke stellenweise auf. Das Wochenende bleibt trocken und mitunter ist ein kurzer Blick durch die Wolken auf den Himmel möglich.
6:32 Uhr: Straßenbahnverkehr: Einige Stadtteile noch abgeschnitten vom Netz
Nach dem Eisregen zu Wochenbeginn gehen in Berlin am Donnerstag immer mehr Straßenbahnlinien wieder in Betrieb.
Einige Stadtteile sind aber nach wie vor abgeschnitten, wie ein BVG-Sprecher dem rbb am Morgen sagte. Betroffen sind Hohenschönhausen, Mahlsdorf und Teile von Marzahn.
Gut zwei Drittel des Tram-Netzes werden seit Mittwochnachmittag wieder befahren - auf einigen Linien aber nur eingeschränkt. Dort werden nicht alle Haltestellen angefahren. Die Menschen müssen auf andere Verkehrsmittel oder Ersatzbusse umsteigen.
Wann das Straßenbahnnetz wieder vollständig befahren werden kann, hat die BVG bislang nicht mitgeteilt.
Die Arbeiten sind aufwendig, da die vereisten Oberleitungen per Hand freigelegt werden müssen. Die BVG bittet Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt online [bvg.de] zu informieren.
Mittwoch, 28. Januar
17:25 Uhr: Zwei Drittel des Tram-Netzes laut BVG wieder befahrbar
Laut BVG wurden im Laufe des Mittwochs Fortschritte beim Tram-Verkehr erzielt. Gut zwei Drittel des Straßenbahnnetzes seien nun wieder befahrbar, nachdem die Linien 63 und M10 am Nachmittag den Betrieb wieder aufgenommen hatten. Die aktuelle Lage sei "beispiellos", teilte die BVG zu ihrer Verteidigung des tagelangen Ausfalls einiger Linien nochmal mit. Auch nachts werde daran gearbeitet, das gesamte Netz bald wieder in Betrieb zu haben.
U-Bahnen würden auch in der Nacht zum Donnerstag die ganze Nacht über fahren, damit die Stromschienen auf überirdischen Abschnitten frei von Eis gehalten werden. Da in der Nacht kein Eisregen angesagt sei, gehe man davon aus, dass "alles was heute fährt, auch morgen fahren kann", so die BVG. Zudem werde daran gearbeitet, dass am Donnerstag wieder mehr Linien fahren können als am Mittwoch.
17:15 Uhr: M10 fährt wieder nach Testfahrten
Nach einigen notwendigen Testfahrten wurde der Betrieb auf der Linie M10 wieder aufgenommen. Das teilte die BVG rbb|24 auf Nachfrage mit. Die Testfahrten waren notwendig, um vor der "Wiederaufnahme des regulären Fahrgastbetriebs zu prüfen, ob Oberleitungen, Fahrzeuge und Anlagen nach der außergewöhnlichen Wetterlage funktionieren". Wann der Betrieb auf allen Linien wieder aufgenommen werden kann, sei noch nicht absehbar.
17:05 Uhr: Blitze an Tram-Oberleitungen
Einige Straßenbahnen sind wieder unterwegs, viele fahren mit Funken am Fahrdraht. Durch die Eisschicht auf den Oberleitungen der Tram ist die Stromübertragung unterbrochen. Die Folge: Der Strom springt durch die Luft vom Fahrdraht auf den Stromabnehmer und erzeugt einen elektrischen Lichtbogen. Diese sichtbaren Funken seien ungefährlich, auf Dauer verschleißt so jedoch die Technik schneller, sagte eine BVG-Sprecherin der "B.Z.".
13:30 Uhr: BVG testet M10-Strecke nach Enteisung
Die BVG vermeldet, dass die Wiederinbetriebnahme des Tram-Netzes voranschreite. Die Strecke der M10 sei nun zumindest schonmal enteist worden. Es werde mit ersten "Testfahrten" begonnen, bei denen auch die Straßenbahn-Fahrschule helfe. Insgesamt seien "hunderte Kolleg:innen" im Einsatz.
Noch immer sind infolge des Eises allerdings zahlreiche Linien teilweise oder ganz unterbrochen. Wann das gesamte Tramnetz wieder befahren wird, teilte die BVG bislang nicht mit.
13:10 Uhr: Deutscher Wetterdienst warnt erneut vor Glätte
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Berlin und Brandenburg ab Mittwochabend wieder vor Glätte. Es handelt sich um eine Warnung der Stufe 1, das bedeutet eine geringe Gefahr durch Reifglätte oder überfrierende Nässe. Sie gilt von Mittwoch, 18:00 Uhr bis Donnerstag, 10:00 Uhr.
8:37 Uhr: U-Bahnen fahren seit Dienstag planmäßig
Der U-Bahn-Verkehr war bereits am Dienstag wieder planmäßig angelaufen. Laut BVG fuhren die Züge der U-Bahn "die ganze Nacht durchgehend, um die Stromschienen auf den oberirdischen Abschnitten eisfrei zu halten".
7:44 Uhr: Berliner Stadtreinigung vorbereitet für weitere Frosttage
Die Berliner Stadtreinigung BSR ist eigenen Angaben zufolge mit Streusalz und Splitt auch für weitere Wochen mit Frost, Schneefall und Eis versorgt. Bei Bedarf werde nachbestellt und wieder aufgefüllt.
Rund 2.300 Beschäftigte sind demnach mit 540 Räum- und Streufahrzeugen unterwegs. Von Schnee und Eis befreit werden müssen 11.000 Arbeitskilometer auf Straßen, darunter sind auch die Stadtautobahnen sowie 1.200 Kilometer Radwege und 6.300 Haltestellen. Für die Gehwege sind die Hausbesitzer oder -bewohner zuständig.
6:44 Uhr: Auch am Mittwoch kann es glatt sein in der Region
Erneut ist am Mittwoch aufgrund von Glätte und Minustemperaturen in Berlin und Brandenburg Vorsicht geboten. Grund dafür ist leichter Frost in der Nacht bei Temperaturen zwischen minus 1 und minus 4 Grad, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD).
Im Laufe des Tages kommen lokal kleine Mengen Schneegriesel und gefrierender Sprühregen dazu. Die Höchsttemperaturen schwanken zwischen minus 1 und 2 Grad. In der Nacht zum Donnerstag kommt laut DWD Hochnebel dazu. Die Temperaturen fallen dann wieder auf minus 1 bis minus 3 Grad.
6:26 Uhr: Straßenbahnverkehr weiter eingeschränkt
Nach dem Eisregen am Montag ist der Straßenbahnverkehr in Berlin auch am Mittwoch weiterhin nicht vollständig am Netz. Wie ein BVG-Sprecher dem rbb sagte, fahren derzeit nur wenige Linien planmäßig. Bei zahlreichen Linien werden nur Teilstrecken bedient, die Fahrgäste müssen dann auf die Busse des Schienenersatzverkehrs umsteigen.
Auf zahlreichen Linien fährt gar keine Tram - betroffen sind weite Teile Köpenicks sowie Schöneweide und Hohenschönhausen. Grund dafür ist, dass die Enteisung der Oberleitungen noch nicht abgeschlossen ist. Diese sei sehr aufwendig, denn sie erfolge per Hand, so der Sprecher.
Dienstag, 27. Januar
21:15 Uhr: Glättewarnung, aber kein Eisregen in der Nacht
Die BVG setzt nach eigenen Angaben auch in der Nacht alle verfügbaren Teams ein, um die Oberleitungen des Straßenbahnnetzes vom Eis zu befreien. Der Deutsche Wetterdienst warnt für die Nacht zwar vor Glätte, weiterer Eisregen wird aber nicht erwartet.
18:05 Uhr: BVG kündigt weitere Inbetriebnahmen für die Nacht und für Mittwoch an
Laut BVG sollen in der kommenden Nacht weitere Trams durchfahren, teilweise auch, um die Oberleitungen eisfrei zu halten. Weiterhin gelte, dass die BVG daran arbeite, das Straßenbahnnetz Schritt für Schritt wieder vollständig in den regulären Betrieb zu überführen.
17:40 Uhr: BVG meldet fahrplanmäßigen U-Bahnverkehr und den Betrieb weiterer M-Linien
Laut BVG ist das U-Bahn- und Busangebot wieder planmäßig, fast alle Trammetrolinien seien wieder befahrbar.
Die Linie M8 fährt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Betriebshof Marzahn und Landsberger Allee / Petersburger Straße.
Die Linie M13 fährt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Revaler Str. und Virchow-Klinikum
Die Linie 18 verkehrt wieder planmäßig zwischen Riesaer Straße und Landsberger Allee / Petersburger Straße.
16:53 Uhr: BVG meldet für weitere Tramlinien die Aufnahme des Betriebs
Nach aktuellen Angaben der BVG fahren am Dienstagabend weitere Tram-Linien zumindest in einigen Abschnitten wieder:
Die Linie M4 fährt nur zwischen Hansastraße (Weißensee) und Hackescher Markt, nicht aber zwischen Sulzfelder Straße und Falkenberg, bzw. Zingster Straße.
Die Linie M5 fährt zwischen Hackescher Markt und Gehrenseestraße im Zehn-Minuten-Takt.
Die Linie M6 fährt nur zwischen Riesaer Straße und S-Bahnhof Marzahn, also sie fährt nicht zwischen Riesaer Straße und Hackescher Markt.
Die Linie 21 fährt nur zwischen S-Bahnhof Lichtenberg und Holteistraße.
Bei der Linie 50 ist ein Ersatzverkehr eingerichtet zwischen Guyotstraße und S+U Pankow.
Auf der Linie 62 ist ein Ersatzverkehr eingerichtet zwischen S-Bahnhof Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße.
Die Linie 68 fährt zwischen Wendenschloß und Krankenhaus Köpenick. Ein Ersatzverkehr fährt zwischen S-Bahnhof Grünau und Alt-Schmöckwitz über Schappachstraße, Lübbenauer Weg, Adlergestellt/Vetschauer Allee, Zum Seeblick.
15:30 Uhr: Sperrung rund um Berliner Fernsehturm beendet
Die Sperrungen rund um den Berliner Fernsehturm sind beendet. Industriekletterer haben die durch den Eisregen entstandenen Eiszapfen inzwischen entfernt und die damit verbundenen Absperrungen aufgehoben. Der Bereich war großflächig abgesperrrt worden, weil durch die Höhe des Turms und den Wind die Zapfen weit hätten fliegen können.
14:10 Uhr: Weitere Tram-Linien teils wieder im Einsatz
Nach Angaben der BVG bedienen die Linien M4, M5 und M6 sowie die Linien 21 und 68 wieder Teilabschnitte der Routen.
13:41 Uhr: U2 fährt wieder
Die U-Bahnlinie U2 fährt mittlerweile nach Störungen am Dienstagvormittag wieder. Ab dem Morgen war die U2 zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz in beide Richtungen unterbrochen gewesen. Grund dafür war laut BVG eine glühende Isolation einer Stromschiene gewesen.
12:01 Uhr: Ersatzverkehr auf zwei Tram-Linien
Auf der Tram-Linie 50 wurde nach BVG-Angaben ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Guyotstraße und S+U Pankow eingerichtet. Ebenfalls einen Ersatzverkehr mit Bussen gibt es auf der Tram-Linie 62 zwischen S-Bahnhof Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße. Die M5 fährt derzeit auf einem Teilabschnitt im Zehn-Minuten-Takt.
11:38 Uhr: Fernsehturm wegen möglicher herabfallender Eisstücke abgesperrt
Derzeit werden am Fernsehturm Eiszapfen entfernt. Der Bereich um den Fernsehturm ist deshalb großflächig gesperrt, da die Gefahr besteht, von herabfallendem Eis getroffen zu werden, wie die Polizei dem rbb am Dienstagmittag mitteilte. Die Eiszapfen sollen laut Polizei möglichst kontrolliert und so schnell wie möglich entfernt werden.
Gesperrt ist derzeit um den Fernsehturm die Rathausstraße, die Karl-Liebknecht-Straße bis zum Neptunbrunnen sowie die Gontardstraße, so die Polizei. Durch die Höhe des Turms und den Wind könnten die Zapfen weit fliegen, daher sei der Bereich zur Sicherheit großflächig abgesperrt worden.
10:02 Uhr: Erster Tram-Abschnitt wieder in Betrieb genommen
Nach Angaben der BVG ist der Straßenbahnverkehr in Berlin auf der Linie M5 heute teilweise wieder aufgenommen worden. Eine BVG-Sprecherin teilte dem rbb am Dienstagvormittag mit, dass Straßenbahnlinie M5 aktuell im Zehn-Minuten-Takt auf dem Abschnitt zwischen Hackescher Markt und Betriebshof Lichtenberg unterwegs ist. Erste Fahrten seien gut angelaufen.
Parallel arbeiten laut BVG mehrere Teams an der Wiederaufnahme weiterer Tram-Streckenabschnitte.
Schwierigkeiten bereiten auch die Information und die Verbindungssuche der Fahrgäste über Apps und Internetseiten der BVG. Wegen der extremen Wetterlage in ganz Deutschland und den außergewöhnlich vielen Anfragen kämen die IT-Systeme der externen Firma an ihre Grenzen, hieß es von der BVG.
8:12 Uhr: U2 zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen
Die U-Bahnlinie U2 ist derzeit zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen. Grund dafür sind laut BVG glühende Isolatoren von Stromschienen. Möglicherweise sei dies eine Folge der erfolgten Einteisung. Zuvor sagte eine BVG-Mitarbeiterin gegenüber dem rbb, eine Stromschiene habe gebrannt.
Zuvor hatte die BVG am Dienstagmorgen verkündet, dass die U2 wieder planmäßig fahre, nachdem sie am Montag wegen vereisten Stromschienen ausgefallen war.
7:22 Uhr: Tram-Linie M5 zeitnah teilweise wieder am Netz
Die Tram-Linie M5 soll laut BVG demnächst wieder mit einem Notverkehr ans Netz gehen. Das sagte ein Mitarbeiter des BVG-Enstörungsdienstes dem rbb. Das gesamte Straßenbahnnetz werde vermutlich erst morgen wieder in Betrieb sein.
Am Vormittag bleibe der übergreifende Straßenbahnverkehr aber auf jeden Fall weiter eingestellt, teilte die BVG am Montagabend mit. "Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegen, bildet sich immer wieder neues Eis. Die Enteisung der Oberleitungen dauert daher an", hieß es von den Berliner Verkehrsbetrieben. "Wir tun mit allen verfügbaren Kräften alles dafür, den Straßenbahnverkehr so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen", teilte die BVG-Betriebschefin für U-Bahn und Tram, Meike Brännström, am Montag mit.
7:18 Uhr: U-Bahn in Berlin fährt wieder planmäßig
Die U-Bahnlinie U2 fährt am Dienstagmorgen den Angaben zufolge wieder planmäßig. Am Montag war sie noch von vereisten Stromschienen betroffen. Durch einen nächtlichen Einsatz einiger Mitarbeiter seien die Stromschienen aller oberirdischen U-Bahnstrecken nun wieder vollständig enteist, teilte die BVG am Dienstagmorgen mit.
6:38 Uhr: Es bleibt glatt in der Region
Menschen in Berlin und Brandenburg sollten weiterhin vorsichtig auf den Straßen sein - es herrscht Glättegefahr. Auf den Straßen in der Region ist es nach Polizeinangaben am Dienstagmorgen bislang nicht zu größeren Unfällen aufgrund der Witterung gekommen.
Der Dienstag startet mit etwas Schneefall oder leichtem gefrierendem Sprühregen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Außerdem sorgt demnach überfrierende Nässe für rutschige Straßen und Gehwege. In der Prignitz besteht laut DWD bis zum Morgen erhöhte Glättegefahr. Ab Mittag soll es trocken bleiben. Die Temperaturen erreichen minus 1 bis 1 Grad.
Auch in den nächsten Tagen erwartet der Wetterdienst Minusgrade.
6:23 Uhr: Weiterhin kein Tram-Verkehr in Berlin
In Berlin fährt auch am Dienstagmorgen weiter keine Straßenbahn. Der Verkehr bleibt auf jeden Fall am Vormittag weiter eingestellt, wie es von der BVG-Sprecherin hieß. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegen, bildet sich laut BVG immer wieder neues Eis an den Oberleitungen.
6:10 Uhr: Busverkehr in der Uckermark rollt wieder an
In der Uckermark rollt der Busverkehr nach den witterungsbedingten Ausfällen am Dienstag wieder an. Wie ein Sprecher der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) dem rbb sagte, ist geplant, alle Fahrzeuge am Morgen wieder planmäßig fahren zu lassen.
Auch die Deutsche Bahn teilte mit, dass ihr Fernverkehr größtenteils wieder regulär fahre. Die Lage hat sich nach Angaben eines Bahnsprechers deutlich verbessert. Der Fernverkehr Richtung Ostsee wurde mit Einschränkungen wieder aufgenommen. Wegen vereister Oberleitungen können einzelne Verbindungen zwischen Berlin und Rostock sowie Stralsund und zwischen Berlin und Binz ausfallen.
Montag, 26. Januar
22:15 Uhr: Nach wie vor Einschränkungen bei der U2
Die U-Bahnlinie U2 ist nach wie vor von vereisten Stromschienen betroffen und weiterhin zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz sowie zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen. Am Abend endeten die Züge in Richtung Osten teilweise bereits am Bahnhof Zoologischer Garten und nicht erst am Wittenbergplatz. Ein Stromschienen-Schmierzug ist im Einsatz, um die Stromschienen zu enteisen.
Alle anderen U-Bahn-Linien sowie der Busverkehr sind aktuell weitgehend ohne Beeinträchtigungen unterwegs. Vereinzelt kann es laut der BVG aufgrund von Glätte noch zu kurzfristigen Einschränkungen oder Verzögerungen kommen.
20:30 Uhr: FU-Meteorologe erwartet keinen Eisregen mehr
In den kommenden Tagen wird es voraussichtlich keinen Eisregen mehr geben. Das sagte Uwe Ulbrich vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin am Abend in rbb24 spezial. Allerdings kann es demnach noch etwas schneien. Die Temperaturen sollen sich weiter um den Gefrierpunkt herum bewegen. Modelle zeigten aber, dass es zum nächsten Wochenende wieder kälter werden soll, so Ulbrich.
17:25 Uhr: Auch Dienstagvormittag noch kein Tram-Verkehr
In Berlin sollen auch Dienstagvormittag noch keine Straßenbahnen fahren. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Montag mit. Die vereisten Oberleitungen müssten manuell enteist werden. Dafür seien derzeit drei Turmwagen im Einsatz, so die BVG. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegten, bilde sich immer wieder neues Eis.
Auf einzelnen Abschnitten sind den Angaben zufolge wieder erste Straßenbahnen unterwegs – allerdings ohne Fahrgäste. Wann ein regulärer Betrieb wieder möglich sei, könne derzeit nicht abgesehen werden.
17:15 Uhr: Mehr Patienten in Kliniken - aber keine Versorungsprobleme
Sowohl das Unfallklinikum Berlin (UKB) als auch der Klinikkonzern Vivantes haben wegen Glätte-Unfällen in der Hauptstadt zwar ein erhöhtes Patientenaufkommen, es gebe aber keine Probleme bei der Patientenversorgung. Die Menschen hätten sich insgesamt gut auf die Wettersituation eingestellt, sagte die UKB-Pressesprecherin dem rbb. Auch das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam meldete keine besondere Überlastung infolge des Wetters.
16:45 Uhr: Erste Geburt in Gubener Krankenhaus seit 25 Jahren wegen der Glätte
Weil der Rettungswagen wegen eisglatter Straßen Guben (Spree-Neiße) nicht verlassen konnte, ist im dortigen Krankenhaus erstmals seit 25 Jahren wieder ein Kind zur Welt gekommen. Das teilte das Krankenhaus Naemi-Wilke am Montag mit. Dem Kind und der Mutter gehe es gut, die Geburt sei ohne Komplikationen verlaufen.
15:55 Uhr: Berliner Fußball-Verband sagt Spiele bis einschließlich Mittwoch ab
Weil zahlreiche Sportanlagen witterungsbedingt gesperrt wurden, hat der Berliner Fußball-Verband (BFV) alle Pflicht- und Freizeitspiele bis einschließlich Mittwoch abgesagt. Die spielleitenden Ausschüsse hätten sich auf die Generalabsage verständigt, so der BFV am Montag. Das betrifft die Spielklassen ab der sechsten Liga abwärts.
15:50 Uhr: Parks und Schlösser öffnen Dienstag wieder
Die Parkanlagen und die darin befindlichen Schlösser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) öffnen am Dienstag wieder regulär für Besucher. Teilabsperrungen von Gefahrenbereichen seien aber nicht auszuschließen, teilte die Stiftung mit. Wegen der Glätte hatte die Stiftung am Montag unter anderem die Parks und Schlösser Charlottenburg und Sanssouci geschlossen.
14:36 Uhr: Wegner nimmt BVG in Schutz
Nach dem Komplettausfall des Berliner Straßenbahnnetzes hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die BVG in Schutz genommen. "Dass auch eine Straßenbahn bei solchen Wetterlagen in bestimmte Probleme kommt, das ist nicht auszuschließen", sagte Wegner dem rbb.
Der Berliner Fahrgastverband IGEB verweist dagegen auf Städte wie Potsdam oder Frankfurt (Oder), wo der Tramverkehr trotz identischer Bedingungen nicht beeinträchtigt sei. Laut BUND wurden etwa in Potsdam zuerst ältere Tatra-Bahnen eingesetzt, die weniger störanfällig auf vereiste Stromleitungen reagieren. Diese würden dann die Leitungen freiräumen, danach könnten auch die auf Eis stärker reagierenden modernen Straßenbahnen wieder problemlos fahren.
14:20 Uhr: U3 fährt wieder zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke
Die U3 hat ihren Betrieb zwischen den U-Bahnhöfen Breitenbachplatz und Krumme Lanke wieder aufgenommen. Das teilte die Verkehrsinformationszentrale Berlin mit. Die Strecke war aufgrund der Witterung seit 4 Uhr unterbrochen.
13:02 Uhr: Erstmals gesamter Tram-Verkehr wegen Eis eingestellt
Laut BVG ist es das erste Mal in der Geschichte des Unternehmens, dass wegen Eis-Bildung der gesamte Straßenbahnbetrieb eingestellt werden musste. Auch am Mittag war noch nicht absehbar, wann der Betrieb wieder anlaufen kann.
Nach Angaben der BVG gibt es stündliche Tests. Dazu gebe es Erkundungsfahrten und auf der Straße daneben Kranwagen, um die Bahnen im Zweifel wieder befreien zu können.
Der Schneeregen habe sich unmittelbar an den Oberleitungen festgesetzt und ist dort gefroren. Technische Möglichkeiten, das zuverlässig zu verhindern, stehen derzeit nicht zur Verfügung, wie eine Sprecherin auf rbb-Nachfrage erklärte.
12:56 Uhr: A100-Tunnel wieder frei, immer noch Stau
Auf der Berliner A100 ist der Tunnel Grenzallee wieder frei. Er war in der Nacht wegen Glatteis gesperrt worden. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale gibt es aber noch einen langen Stau ab Treptower Park.
Laut der Tunnelleitzentrale hatte sich eine starke Eisschicht im Tunnel gebildet. Die Berliner Stadtreinigung musste erneut anrücken, um die Fahrbahn freizubekommen.
Die Berliner Polizei zählte im Vergleich zum vorigen Montagmorgen deutlich mehr Verkehrsunfälle - rund 150. Vor einer Woche lag die Zahl bei etwas mehr als 60, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. Gezählt wurden die Unfälle von jeweils 4 Uhr morgens bis 11 Uhr. Verletzt wurden am heutigen Montag zwei Personen.
12:35 Uhr: Busverkehr in der Uckermark entfällt komplett
Laut der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft entfällt der Busverkehr in der Uckermark am gesamten Montag. Das teilte das Unternehmen dem rbb mit.
12:15 Uhr: Müllentsorgung in Märkisch-Oderland entfällt am Montag
Im Landkreis Märkisch-Oderland findet am Montag aufgrund der Witterung keine Abfallentsorgung statt. Das teilte der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland mit. Auch die Sperrmüllabholung entfalle. Eine Nachentsorgung soll am Dienstag stattfinden.
11:51 Uhr: BVG sagt Neujahrsempfang ab
Mit dem Verweis auf die Wetterlage hat die BVG ihren für heute geplanten Neujahrsempfang abgesagt. Der Fokus der Arbeit liege auf den Herausforderungen im Betrieb unter diesen Frost-und Glatteisbedingungen, teilte das Unternehmen mit. Die volle Aufmerksamkeit gelte derzeit dem sicheren und zuverlässigen Betrieb sowie den Kolleg*innen im Fahrdienst und in der Technik, die unter teils schwierigen Bedingungen im Einsatz sind, hieß es.
11:42: Weiter Einschränkungen bei U-Bahn-Linien U2 und U3
Bei den Berliner U-Bahnen bestehen am späten Montagvormittag laut BVG aufgrund des Glatteises und Frostes noch immer Einschränkungen auf den oberirdischen Streckenabschnitten der U2 und U3. So sei der Linienverkehr derzeit auf der U3 zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke sowie auf der U2 zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz sowie zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen. Die U3-Bahnen aber könnten auf dem überirdischen Abschnitt zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße fahren.
11:11 Uhr: A100-Tunnel wegen starker Eisschicht gesperrt
Auf der Berliner Stadtautobahn A100 ist der Tunnel Grenzallee Richtung Norden seit der Nacht gesperrt. Grund ist Straßenglätte, wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) Berlin mitteilte. Der Verkehr staut sich ab Treptower Park; die Stauzeit liegt derzeit bei mehr als einer Stunde.
Laut der Tunnelleitzentrale hat sich eine starke Eisschicht im Tunnel gebildet. Die Berliner Stadtreinigung versuche nun erneut, den Tunnel freizubekommen. Wann er wieder freigegeben wird, könne man noch nicht sagen, hieß es auf rbb-Anfrage.
Die Berliner Polizei zählte im Vergleich zum vorigen Montag deutlich mehr Verkehrsunfälle - rund 100. Vor einer Woche lag die Zahl bei etwas mehr als 60, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. Gezählt wurden die Unfälle von jeweils 4 Uhr morgens bis 9 Uhr.
10:29 Uhr: Busverkehr in der Uckermark mindestens bis 14 Uhr eingestellt
In der Uckermark fahren vorerst bis 14 Uhr keine Busse mehr - die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft hat die Frist jetzt noch einmal bis in den Nachmittag verlängert.
Witterungsbedingte Ausfälle und Verspätungen kündigten auch die regionalen Busunternehmen in Märkisch-Oderland, Oder-Spree und im Barnim an.
Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr auf den Linien RE3, RE55 und RE30 bis auf Weiteres eingestellt.
Und auch die Niederbarnimer Eisenbahn meldet Einschränkungen - auf der Bahnstrecke Eberswalde-Joachimsthal fallen bis heute Mittag alle Regionalzüge aus.
10:23 Uhr: Straßenbahnfahrer stecken seit Stunden in Trams fest
Der Straßenbahnverkehr in Berlin ist aufgrund vereister Oberleitungen und Gleise bis auf weiteres eingestellt - Dutzende Bahnen traf die Wetterlage während der Fahrt. Rund 40 Trams hätten es nicht mehr ins Depot geschafft und steckten nun auf dem Streckennetz fest, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe mit.
Mancherorts harren Fahrerinnen und Fahrer deshalb schon seit Stunden in den Fahrzeugen aus, um sie zu bewachen. Einige hätten dafür auch ihre Schichten verlängert.
Wann der Tramverkehr wieder anläuft, ist derzeit offen. Techniker arbeiteten unter Hochdruck daran, die Strecken wieder frei zu kriegen, hieß es.
9:51 Uhr: Störungen auch im Regionalverkehr der Bahn
Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn kommt es witterungsbedingt zu Verspätungen und Ausfällen. Betroffen sind die Linien RE3, RE4, RE5, RE6, RE7, RB20, RB22, RB23 und RB24, wie es auf der Internetseite der Bahn heißt [dbregio-berlin-brandenburg.de]. Auch die Flughafen-Linie FEX ist betroffen.
9:46 Uhr: Busse in Potsdam fahren wieder
In Potsdam läuft der Busverkehr wieder an. Es könne aber noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen, heißt es von den Stadtwerken. In der Uckermark bleibt der Busbetrieb dagegen weiter ausgesetzt.
In Brandenburg an der Havel war der Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt. In anderen Landkreisen, etwa in Oder-Spree oder im Barnim, kann es nach Angaben örtlicher Bus- und Verkehrsgesellschaften zu Ausfällen und Verspätungen kommen.
09:37 Uhr: Verspätungen und vereinzelte Ausfälle am BER
Wegen des Winterwetters kommt es auch am Flughafen BER in Schönefeld zu Einschränkungen. Grund ist, dass eine der beiden Start- und Landebahnen vereist ist und behandelt werden muss, wie ein Sprecher sagte. Derzeit kann der Flugverkehr deshalb nur über die andere Bahn abgewickelt werden. Es kommt vereinzelt zu Flugausfällen und Verspätungen [ber.berlin-airport.de].
09:25 Uhr: Unwetterwarnungen komplett aufgehoben
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat alle Unwetterwarnungen für die Regionen Berlin und Brandenburg aufgehoben. Derzeit lägen keine Warnungen vor Glatteis mehr vor, teilte der Dienst mit. Für die vergangene Nacht und den frühen Morgen hatte der DWD in einer amtlichen Unwetterwarnung auf hohe Glatteisgefahr hingewiesen (Warnstufe 3 von 4). Regen und Nässe könnten plötzlich gefrieren, hieß es.
09:14 Uhr: S-Bahnen fahren wieder
Die witterungsbedingten Störungen im Berliner S-Bahnverkehr sind behoben. Am Morgen waren die Linien S1, S2 und S25 von Verspätungen und Ausfällen betroffen - wegen vereister Weichen im Bereich Teltow und Wannsee.
Zusätzlich erschwerte eine Streckensperrung auf der Ringbahn die Lage. Nach einer Reparatur fahren die Züge auch dort wieder, wie die Bahn mitteilte.
08:49 Uhr: Einschränkungen im Bahnverkehr
Die Deutsche Bahn hat wegen des Winterwetters mit Einschränkungen und Ausfällen im Fernverkehr zu kämpfen. Auf den Strecken Berlin - Stralsund und Berlin - Rostock können demnach aktuell keine Züge fahren. Auch zwischen Berlin und Hamburg gibt es teils Ausfälle und Verspätungen [bahn.de].
08:41 Uhr: In Berlin wird heute kein Müll abgeholt
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird am Montag wegen vereister Straßen keine Mülltonnen leeren. Wie eine BSR-Sprecherin dem rbb sagte, ist die Entscheidung schon am frühen Morgen gefallen.
Man habe von den Kollegen der Straßenreinigung die Information bekommen, dass das Streusalz wegen des Regens wieder von der Fahrbahn gespült wurde. Das schwäche die Wirkung ab. Da die Müllfahrzeuge groß und schwer seien, bestehe das Risiko, dass sie nicht durchkommen. Die Touren sollen aber nachgeholt werden, wahrscheinlich am Samstag.
8:28 Uhr: Update von der BVG in Berlin
- Tramverkehr weiter vollständig eingestellt
- U2 ist zwischen Pankow und Rosa-Luxemburg-Platz sowie Potsdamer Platz und Wittenbergplatz unterbrochen
- U3 ist zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke unterbrochen
Probleme gibt es weiterhin bei der elektronischen Fahrplanauskunft der BVG.
8:24 Uhr: Unwetterwarnung teils aufgehoben
Die amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wegen Glatteis, die zunächst für weite Teile Brandenburgs und Berlin galt, ist jetzt nur noch für den Norden Brandenburgs aktiv. Es wird aber weiter vor glatten Straßen und Wegen gewarnt [dwd.de].
08:02 Uhr: Parks und Schlösser am Montag geschlossen
Die Schlösser und Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bleiben am Montag wegen Glatteisgefahr geschlossen. Weil sich auf gefrorenen Böden gefährliche Glätte bilden könne, sei dies vorbeugend zum Schutz der Besucher entschieden worden. Betroffen sind unter anderem das Schloss Charlottenburg in Berlin und das Schloss Sanssouci und der umliegende Park in Potsdam.
07:47: Uhr: Abschnitt auf A100 gesperrt, Flüge am BER verspätet
Auch für Autofahrer gibt es Einschränkungen in Berlin: Die südliche A100 ist zwischen Grenzallee und Buschkrugallee wegen Eisglätte derzeit in beide Richtungen gesperrt, wie die VIZ mitteilte.
Am Hauptstadtflughafen BER kam es am Morgen laut den Abfluginformationen auf dem Internetportal zu Verspätungen [ber.berlin-airport.de]. Starts und Landungen werden einem Sprecher zufolge derzeit nur über eine der beiden Start- und Landebahnen abgewickelt. Die zweite Bahn werde gegen Vereisung behandelt.
07:42 Uhr: Überblick über Lage im Nahverkehr in Berlin und Brandenburg
Berlin
- Tramverkehr komplett eingestellt
- Störungen und Ausfälle bei U2 und U3
- S-Bahn: S1, S2 und S25 wegen vereister Gleise eingeschränkt/Ringbahn wegen Bauarbeiten unterbrochen [s-bahn.berlin].
Brandenburg
- Busverkehr in Potsdam und in der Uckermark eingestellt
- Tramverkehr in Brandenburg an der Havel eingestellt
- In Oder-Spree und im Barnim kann es zu Ausfällen und Verspätungen kommen
Auch beim Regionalbahnverkehr kommt es derzeit zu Verspätungen von teils bis zu einer Stunde, wie es auf der Bahn-Webseite heißt. Einzelne Verbindungen fallen demnach aus.
07:25 Uhr: Probleme mit BVG-Webseite
Von der Leitstelle der BVG hieß es auf rbb-Anfrage, dass es Probleme mit deren Webseite gebe. Dort würden die Störungsmeldungen nicht angezeigt.
Nach wie vor ist der Tramverkehr allerdings eingestellt, es gibt auch weiter Probleme im U-Bahnverkehr. Aktuell (Stand 7:20 Uhr) ist laut BVG weiterhin die U2 zwischen Alexanderplatz und Pankow sowie die U3 zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke unterbrochen.
Der Busverkehr ist demnach derzeit planmäßig unterwegs, es könne jedoch wegen der Straßenverhältnisse zu kurzfristigen Einschränkungen kommen.
6:58 Uhr: Auch in der Uckermark ist der Busverkehr eingestellt
In der gesamten Uckermark fahren bis auf Weiteres keine Busse - das hat die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mitgeteilt.
In anderen Landkreisen, etwa in Oder-Spree oder im Barnim, kann es nach Angaben der örtlichen Bus- und Verkehrsgesellschaften zu Ausfällen und Verspätungen kommen.
Die Leitstellen Oderland und Nordost sprechen von mehreren witterungsbedingten Einsätzen, ohne konkrete Zahlen nennen zu können. Auch die Einsatzfahrzeuge haben den Angaben zufolge oft Probleme, die Einsatzorte zu erreichen.
06:38 Uhr: Polizei und BSR warnen vor extremer Glätte
Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger sind für den morgendlichen Weg zur Arbeit zu besonderer Vorsicht aufgerufen.
Polizei und Berliner Stadtreinigung (BSR) warnen vor extremer Glätte. Zwar streue der Winterdienst der BSR auf wichtigen Strecken inklusive der Radstreifen, teilte das Unternehmen mit. Aufgrund starken Regens sei das Feuchtsalz aber teilweise von den Fahrbahnen gespült worden. In Nebenstraßen sowie auf vielen Rad- und Gehwegen werde zudem kein Auftaumittel eingesetzt. Hier sei es deswegen extrem glatt.
"Bitte passen Sie Ihr Verhalten den Straßenverhältnissen an", teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Autofahrer sollten die Abstände vergrößern und behutsam lenken. Überflüssige Wege und Radfahren würden am besten vermieden.
Größere oder auffällig viele Unfälle in der Hauptstadt wurden zunächst nicht bekannt.
6:32 Uhr: Auch Probleme bei der S-Bahn
Im S-Bahnverkehr sind die Linien S1, S2 und S25 von Verspätungen und Ausfällen betroffen, wie eine Bahn-Sprecherin dem rbb sagte. Grund sind vereiste Weichen.
Zusätzlich erschwert eine Streckensperrung auf der Ringbahn die Lage. Zwischen Südkreuz und Hermannstraße fahren die Linien S41 und S42 nicht mehr. Hier ist ein Gleislagefehler die Ursache, wie die Bahnsprecherin sagte.
06:10 Uhr: Unwetterwarnung vor Glatteis
Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Glatteis (dwd.de) gilt derzeit noch bis 09:00 Uhr. Sie gilt für praktisch ganz Ostdeutschland. Auch in den nächsten Stunden kommt es zu gefrierendem Regen. Vielerorts fällt auch Schnee oder Schneeregen.
06:07 Uhr: Auswirkungen in Potsdam
In Potsdam fahren zur Stunde keine Busse.
06:00 Uhr: massive Probleme im Berliner Nahverkehr
Bei der BVG kommt es derzeit zu großen Problemen. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben im gesamten Stadtgebiet den Straßenbahnverkehr eingestellt, wie es auf der Webseite der BVG heißt.
Die U3 ist eingestellt, die U2 ist zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen.
Bei nahezu allen Buslinien kommt es laut BVG-Störungsmelder zu Problemen.
05:40 Uhr: zahlreiche Unfälle in Brandenburg
Bis zum frühen Montagmorgen (Stand 05:30 Uhr) meldete die Brandenburger Polizei 56 Glätteunfälle mit sieben Verletzten.
Schwerpunkt ist nach Polizeiangaben bislang der Westen Brandenburgs. Unfälle gab es aber überall verteilt im Land, unter anderem in Cottbus, Brandenburg an der Havel, Potsdam, Nauen, Eberswalde, Wildau, Rüdersdorf, Ludwigsfelde und im Löwenberger Land.
05:30 Uhr: Unwetterwarnung vor Glatteis
Auf vielen Straßen und Gehwegen in Brandenburg und Berlin ist es gerade spiegelglatt.
Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für praktisch ganz Ostdeutschland herausgegeben. Auch in den nächsten Stunden kommt es zu gefrierendem Regen. Vielerorts fällt auch Schnee oder Schneeregen.
Im Straßenverkehr sind erhebliche Beeinträchtigungen zu erwarten. Wer kann, sollte aufs Autofahren verzichten und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Im ÖPNV kommt es zu massiven Störungen.
Bremen: Bremen steckt 3,5 Millionen Euro in Sportanlagen und Schwimmbäder

Der Bremer Senat will unter anderem das Schlossparkbad, das Südbad und vier weitere Anlagen sanieren. Zahlreiche weitere Projekte sollen folgen.
Mit sechs Projekten und einem Investitionsvolumen von rund 3,5 Millionen Euro beginnt der Senat mit der Abarbeitung seines bereits im Dezember beschlossenen Maßnahmenpakets.
Das Schlossparkbad in Sebaldsbrück, das Südbad in der Neustadt und die Sporthalle am Hohweg in Walle bekommen neue Lüftungsanlagen. Dadurch sollen auch mehr als 50 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden, sagt Sportsenatorin Eva Högl.
Auch Neustadt, Vegesack und Blumenthal profitieren
In der Neustadt entstehen neue Leichtathletik-Laufbahnen, die Mountainbike-Strecke in Vegesack wird ebenfalls saniert. Außerdem fließt Geld in neue Zäune in Blumenthal.
Mehr als 100 Sanierungsprojekte für Bremer Sportanlagen stehen insgesamt auf der Liste. Sie sollen in den nächsten Wochen und Monaten konkretisiert werden. Ein Schwerpunkt: die Sanierung von Turnhallen. Die Kosten: mehr als 50 Millionen Euro. Das Geld kommt aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität.
Hessen: Schneechaos und Glättegefahr in Hessen - Schulausfälle am Mittwoch

Plötzlicher Schneefall hat in weiten Teilen Hessens für massive Behinderungen auf den Straßen und im Flugverkehr gesorgt. In Osthessen ereignete sich ein tödlicher Unfall. Wegen zusätzlicher Glättegefahr kommt es am Mittwoch zu Schulausfällen.
Starker Schneefall hat am Dienstag weite Teile Hessens erreicht und auf den Straßen zu zahlreichen Unfällen und langen Staus geführt. Im Landkreis Fulda kam ein 52 Jahre alter Mann auf einer schneeglatten Landstraße zwischen Rommerz und Hauswurz ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, kollidierte der Sprinterfahrer aus Südhessen mit einem entgegenkommenden 40-Tonnen-Lkw.
Die Auswirkungen von Schnee und Glätte zeigten sich ab dem Nachmittag zunächst vor allem im Rhein-Main-Gebiet und Westhessen. Der Deutsche Wetterdienst gab Unwetterwarnung vor starkem Schneefall heraus, die am Abend aufgehoben wurden. Noch bis zum Mittwochmorgen wird weiterhin vor gefährlichem Glatteis gewarnt, in den nordhessischen Kreisen Kassel und Waldeck-Frankenberg auch unwetterartig.
Wegen der aktuellen Wetterlage drohen am Mittwoch Schulausfälle, wie das Innenministerium mitteilte. "Bitte informieren Sie sich über die jeweilige Schule sowie die bekannten Informationskanäle (z. B. Schulhomepage, Elternbriefe, digitale Lernplattformen), ob auch die Schule Ihres Kindes betroffen ist", hieß es vom Ministerium. Erste Schulen sagten den Präsenzunterricht bereits ab.
A3: 25 Kilometer Stau Richtung Köln
Von dem plötzlichen Wintereinbruch besonders betroffen waren am Nachmittag die Autobahnen A3 und A5. Auf der A3 Frankfurt Richtung Köln staute sich der Verkehr zwischen Raunheim (Groß-Gerau) und Niedernhausen (Rheingau-Taunus) bis in den Abend hinein auf einer Länge von 25 Kilometern - zunächst wegen Reparaturarbeiten auf dem linken Fahrstreifen, später auch wegen festgefahrener Lkw auf den übrigen Fahrspuren.
In der Gegenrichtung staute sich der Verkehr zeitweise auf einer Länge von acht Kilometern. Stockenden Verkehr meldete die hr-Verkehrsredaktion auch von zahlreichen anderen Autobahnen in Hessen.
Lkw stehen auf A5 quer
Auf der A5 Darmstadt Richtung Kassel war die Fahrbahn in beiden Richtungen wegen querstehender Lkw streckenweise blockiert. "Es haben sich mehrere Unfälle ereignet", meldet die hr-Verkehrsredaktion.
Betroffen waren auch Bundesstraßen: Etwa auf der B8 im Westerwald und der B456 im Taunus standen Lkw quer, auf der B42 im Rheingau ein nicht näher definiertes Fahrzeug. Im Stadtverkehr in Frankfurt meldete die Polizei am Nachmittag innerhalb einer Stunde 20 Unfälle.
Keine Starts und Landungen am Flughafen Frankfurt
Wegen starken Schneefalls war der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen gegen 15 Uhr gestoppt worden. Starts und Landungen waren wegen einer Schneedecke auf den Rollbahnen vorerst nicht möglich.
Gegen 16.15 Uhr wurde die erste Startbahn - die Startbahn West - wieder freigegeben, wie Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. Ab dem späteren Nachmittag konnten Flugzeuge auch wieder landen dürfen. Rund 100 Flüge mussten annulliert und etwa 30 auf andere Flughäfen umgeleitet werden.
Mit weiteren Verzögerungen müsse aber weiterhin gerechnet werden, sagte ein Sprecher am Abend. Er appellierte an Reisende, sich rechtzeitig bei den jeweiligen Airlines über ihre Verbindungen zu informieren und für die Anreise zum Flughafen aufgrund der Witterungsbedingungen ausreichend Zeit einzuplanen.
RMV meldet Ausfälle bei Bussen und Bahnen
Behinderungen gab es auch im Bus- und Bahnverkehr. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) meldete auf seiner Internetseite "witterungsbedingte Einschränkungen" im Busbetrieb im Rhein-Main-Gebiet, Mittel- und Osthessen.
Auf S-Bahn- und Regionalbahn-Linien entfielen Halte oder Fahrten fielen komplett aus.
Niederschläge ziehen nach Nordosten ab
Auslöser für den erneuten Wintereinbruch war ein Tiefausläufer, der von Süden über Hessen zog. Morgens habe es zunächst, beginnend in Südwesten, geregnet, berichtete die hr-Wetterredaktion. Ab dem Mittag ging der Niederschlag zunehmend in Schnee über.
Im Laufe des Tages breiteten sich Regen, Schneeregen und Schnee nach Nordwesten aus. Am Abend zogen die Niederschläge weiter nach Nordosten ab.
Mittwoch freundlicher - Glätte-Gefahr bleibt bestehen
Am Mittwoch ist es zunächst neblig, später teils sonnig und überwiegend trocken. Die Höchstwerte sollen zwischen 3 Grad im Norden und bis zu 9 Grad am Main liegen. In der Nacht können sich regional wieder Nebelfelder bilden, später zieht wieder Schnee auf, der für Glätte sorgen kann.
Am Donnerstag bleibt es stark bewölkt. Gelegentlich soll die Sonne scheinen. Vor allem im Norden und Osten kann es zeitweise leicht schneien. Die Temperaturen liegen bei minus 1 bis 6 Grad.
In den Tagen darauf soll es insgesamt milder werden. Eine flächendeckende, hessenweite Glättelage ist laut den hr-Wetterexperten nicht zu erwarten.
Nordrhein-Westfalen: Geplantes Drogenhilfezentrum in Düsseldorf weiter in der Kritik

Anwohner, Eltern und benachbarte Schulen sorgen sich um das Viertel. Das wurde bei einem Infoabend nochmal deutlich.
In Düsseldorf steht das geplante künftige Drogenhilfezentrum im Stadtteil Oberbilk weiter in der Kritik. Das wurde bei einer Bürgerinfo der Stadt am Dienstagabend deutlich, zu der rund 400 Menschen gekommen waren.
Anwohner, aber auch Eltern benachbarter Schulen haben aus ihrer Sicht immer noch zu wenig darüber erfahren, wie das Drogenhilfezentrum konkret funktioniert und die Nachbarschaft und die Kinder geschützt werden sollen. Viele befürchten, dass sich der Ruf des Viertels weiter verschlechtert und viele darunter leiden.
Stadt kann Bedenken vieler nicht ausräumen
Viele Besucher gingen am Abend unzufrieden nach Hause, auch Tamara Raddatz, deren Tochter das benachbarte Lessing-Gymnasium besucht: "Ich habe heute keine Antworten auf meine Fragen bekommen, das Konzept wurde nicht konkret erklärt." Raddatz sorgt sich, dass die Schule durch das neue Zentrum nicht mehr attraktiv ist und Lehrkräfte abwandern könnten.
Michael Göring wohnt in der Nachbarstraße und ist zwiegespalten: "Ich finde es gut, dass sich die Stadt um die Suchtkranken kümmern und sie von der Straße holen will. Aber mir ist unklar, wie sie die Kinder und Schüler in der Nachbarschaft vor dem Drogenkonsum schützen will."
Stadt will Drogenszene verteilen
Die neue Anlaufstelle soll in einem ehemaligen Mehrfamilienhaus in der Eisenstraße eingerichtet werden, direkt hinter dem Hauptbahnhof und mitten in einem Wohngebiet sowie in unmittelbarer Nähe zweier Schulen. Die Pläne sind Teil des städtischen Projektes "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" - kurz SiBu.
Ein Ziel besteht darin, die Drogenszene aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, auf dezentrale Einrichtungen zu verteilen und den Betroffenen Hilfs- und Beratungsangebote zu machen - nach dem sogenannten "Zürcher Modell". Auch begrenzter Konsum und Handel soll dort in den Räumen sowie dem dazugehörigen Außengelände möglich sein - als Anreiz, von der Straße in den geschützten Raum zu wechseln.
Diese Vorstellung passt vielen Anwohnern wie Alexander Dierolf überhaupt nicht. Er hat eine Onlinepetition gegen die Pläne gestartet, die aktuell knapp 1900 Menschen unterstützen. "Hier gibt es viele dunkle Ecken, in die sich die Drogensüchtigen von vor dem Hauptbahnhof zurückziehen können, Beschaffungskriminalität, das ist hier nicht der richtige Ort", sagt Dierolf.
Auch die beiden benachbarten Schulen haben in Briefen an die Stadtspitze den Standort als "völlig inakzeptabel" bezeichnet. Der Innenhof des geplanten Drogenhilfezentrums sei nur durch eine Mauer vom Schulhof getrennt, heißt es. "Wir befürchten einfach, dass die Kinder da unmittelbar harten Drogenkonsum mitbekommen. Man kann den Innenhof von vielen Klassenräumen aus einsehen", erklärt Christoph Werthmann, Pflegschaftsvorsitzender des Lessing-Gymnasiums.
Verschiedene Akteure der Drogenhilfe in Düsseldorf verteidigen jedoch das neue Konzept, das sie gemeinsam mit der Stadt erarbeitet hätten. Ziel sei es, den Menschen, die sich im Umfeld des Hauptbahnhofs aufhalten, eine Anlaufstelle zu bieten, um sie erstmal niedrigschwellig versorgen zu können, erläuterten sie bei einem Vor-Ort-Termin vergangene Woche.
Es handele sich um drogenkranke Menschen, denen eine Alternative zur Straße geboten werden müsse - und das möglichst in zentraler Lage, denn Angebote an den Stadträndern würden nicht angenommen, das zeige sich auch in Köln, erklärte Michael Harbaum, Geschäftsführer der Drogenhilfe Düsseldorf.
Um Sichtkontakt zu verhindern, soll das Gebäude noch umgebaut werden, versichert die Stadt. Und auch sonst soll niemand etwas zu befürchten haben. "Es wird ein Sicherheitsdienst im Einsatz sein, dazu gibt es Sozialarbeit, medizinische Hilfe, da arbeiten Träger und Verwaltung zusammen", betont die zuständige Dezernentin Miriam Koch (Grüne).
Im öffentlichen Raum sollen dann Ordnungsamt und Polizei dafür sorgen, dass Störungen, Drogenhandel und -konsum im Umfeld unterbunden werden, erklärt Koch. Und es nicht zu ähnlichen Zuständen kommt wie an einer anderen Anlaufstelle für Süchtige im Stadtteil Flingern, wo sich Anwohner schon lange über den offenen Konsum auf der Straße beklagen.
FDP fordert Alternativen
Im Frühjahr soll das geplante Drogenhilfezentrum an der Eisenstraße an den Start gehen. Bisher hatte eine breite politische Mehrheit - mit Ausnahme der AfD - die Pläne der Stadt unterstützt.
Jetzt fordert jedoch die FDP für die Ratssitzung kommende Woche, alternative Standorte in der Innenstadt zu prüfen. Sie schlägt etwa eine temporäre Lösung mit Containermodulen vor oder Flächen auf dem Grundstück rund um das städtische Gesundheitsamt.
Unsere Quellen:
- Stadt Düsseldorf
- WDR-Interview mit Dezernentin Miriam Koch (Grüne)
- FDP-Ratsfraktion Düsseldorf
- Drogenhilfe Düsseldorf
- WDR-Interview mit Anwohner Alexander Dierolf
- WDR-Interview mit Pflegschaftsvorsitzendem Christoph Werthmann
Rheinland-Pfalz: So schlecht ist der Zustand der Straßen in RLP

Der Landesrechnungshof hat im aktuellen Jahresbericht festgestellt, dass sich der Zustand der Kreisstraßen erneut verschlechtert hat. Und was ist mit den restlichen Straßen im Land?
- Wie ist der Zustand der Kreisstraßen?
- Wie ist der Zustand der Landesstraßen?
- Wie viel investiert das Land zum Beispiel in Straßen?
- Wie ist der Zustand der Straßen in den Gemeinden und Städten?
- Wie hoch ist der Investitionsstau insgesamt?
- Wird sich der Zustand der Straßen durch das Sondervermögen verbessern?
Wie ist der Zustand der Kreisstraßen in Rheinland-Pfalz?
Im Jahresbericht 2026 heißt es, dass inzwischen 41 Prozent der Kreisstraßen in einem sehr schlechten Zustand sind. So viele wie noch nie. Straßen in einem sehr schlechten Zustand haben laut Rechnungshof Risse, Unebenheiten, Spurrinnen und Schlaglöcher. Der Anteil solcher Straßen habe zugenommen. In einem Top-Zustand sind lediglich 4,5 Prozent. Der Wert ist ähnlich niedrig wie bei der letzten Untersuchung.
Der Landkreistag gibt dem Land die Schuld. Es gebe den Kommunen schon seit Jahren zu wenig Geld. Den Investitionsstau bei Kreisstraßen schätzt der Rechnungshof auf bis zu 1,2 Milliarden Euro. Zugleich deutet die Behörde an, dass die Zahl noch deutlich höher ausfallen könnte, da die Baupreise seit Feststellung der Zahlen um 34 Prozent gestiegen seien.
Wie ist der Zustand der Landesstraßen in Rheinland-Pfalz?
Die Landesstraßen wurden zuletzt 2024 untersucht. Damals hatte der Rechnungshof festgestellt, dass sich der Zustand auch hier immer weiter verschlechtert hat. Allein der Anteil der Landesstraßen, die sich in einem sehr schlechten Zustand befanden, habe zuletzt fast 40 Prozent betragen. Zur Ursache schreibt die Behörde: "Die aufgestellten Bauprogramme sahen nicht genügend Mittel vor, um den Zustand der Straßen zu erhalten. Die darin festgelegten Maßnahmen konnten zum Teil nicht verwirklicht werden. Eine umsetzbare Strategie zum Erhalt und zur Verbesserung des Straßenzustands war weiterhin nicht erkennbar.“ Den Investitionsstau bezifferte der Rechnungshof auf rund eine Milliarde Euro.
Wie viel investiert das Land zum Beispiel in Straßen?
Um ein Gefühl dafür zu bekommen, in welchem Umfang sich das Land um den Erhalt der Straßen kümmert, kann man die Investitionsquote heranziehen. Sie zeigt, welcher Anteil der Landes-Ausgaben für Investitionen verwendet werden. Also Investitionen für den Erhalt von Straßen zum Beispiel, den Straßenneubau oder Investitionen in den Erhalt oder Neubau von Brücken.
Aus dem Jahresbericht des Landesrechnungshofs für das Jahr 2025 geht hervor (Seite 55), dass RLP im Vergleich der Flächenländer bei der Investitionsquote erneut den letzten Platz belegt hat.
Im Klartext: Keine Landesregierung eines Flächenlandes in Deutschland gibt so wenig Geld für Investitionen aus, wie Rheinland-Pfalz. Im Bericht 2025 heißt es dazu: "Bei unzureichenden öffentlichen Investitionen droht ein dauerhafter realer Vermögensverzehr.“ Anders formuliert: Es droht ein Verfall der Infrastruktur, zu der auch Straßen und Brücken gehören.
Wie ist der Zustand der Straßen in den Gemeinden und Städten?
Mit dieser Frage hat sich der Landesrechnungshof 2020 in einem Gutachten beschäftigt. Ergebnis: Damals konnten laut Rechnungshof nur sehr wenige Gemeinden Angaben zu ihren Straßen machen. Deshalb gebe es zum Investitionsbedarf der Gemeinden keine Zahlen.
Für die kreisfreien Städte und die Verbandsgemeinden hat der Rechnungshof den Bedarf für dringende Instandsetzungen, Erneuerungen sowie Maßnahmen des Um- und Ausbaus damals auf rund 1,1 Milliarden Euro beziffert.
Wie hoch ist der Investitionsstau für Landes-, Kreis-, Gemeinde- und städtische Straßen insgesamt?
Wenn man die Zahlen aus den verschiedenen Berichten addiert, ergibt sich für die Straßen in Rheinland-Pfalz ein Investitionsstau von etwa 3,2 Milliarden Euro. Heißt: Um die Straßen in einen fehlerfreien Zustand zu versetzen, werden mehr als drei Milliarden Euro gebraucht.
Die Zahlen sind allerdings nicht auf dem neuesten Stand. Die Werte für die Kreisstraßen im aktuellen Jahresbericht 2026 stammen aus dem Jahr 2021 und der Rechnungshof weist schon im Bericht daraufhin, dass die Baupreise seitdem um 34 Prozent gestiegen sind.
Die Zahl für den Investitionsstau bei Landesstraßen wurde vor zwei Jahren veröffentlicht, die Zahl für die Straßen in Städten und Verbandsgemeinden schon vor sechs Jahren.
Inzwischen dürften einige der damals erfassten Straßen saniert sein. Andererseits ist unklar, wie viele Straßen sich seitdem neu verschlechtert haben. Zudem weist der Rechnungshof auch an dieser Stelle darauf hin, dass sich die Baupreise seit der Feststellung der einzelnen Investitionsbedarfe deutlich erhöht hätten. Insofern seien die drei Milliarden nicht genau, geben aber eine Orientierung.
Wird sich der Zustand der Straßen durch das Sondervermögen des Bundes verbessern?
Das ist fraglich. Die neue Bundesregierung hat im Frühjahr 2025 ein so genanntes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für die Dauer von 12 Jahren auf den Weg gebracht. Mit dem kreditfinanzierten Betrag soll bundesweit in den Ausbau und Erhalt der Infrastruktur investiert werden. Neben Schulen, Kitas, Klimaschutz und Digitalisierung soll das Geld auch für Bahnstrecken, Brücken und eben Straßen verwendet werden.
Rheinland-Pfalz erhält rund 4,8 Milliarden Euro. Wie oben dargestellt, liegt der Investitionsbedarf allein bei Straßen grob gerechnet bei 3,2 Milliarden Euro. Hinzu kommt noch der Investitionsbedarf für Brücken. Den hat der Rechnungshof 2021 in Städten und Gemeinden auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt. Für Brücken in Landkreisen ging der Rechnungshof 2024 von rund 152 Millionen Euro in den kommenden 10 Jahren aus. Wenn man diese Summen überschlägt, ergibt sich daraus ein Investitionsbedarf allein für Straßen und Brücken von rund 4,8 Milliarden Euro.
Aber nicht nur Straßen bedürfen Investitionen: Auch für Schulen, Hochschulen, Kitas, Krankenhäuser, Schwimmbäder oder Sportplätze wird Geld benötigt. Die 4,8 Milliarden aus Berlin dürften also kaum ausreichen, um den Investitionsstau bei der Infrastruktur in Rheinland-Pfalz vollständig aufzulösen. Und damit ist auch offen, ob sich der Zustand der Straßen in den kommenden Jahren in einem spürbaren Umfang verbessern wird.
Hinzu kommt, dass in den entsprechenden Behörden und bei den Baufirmen das nötige Personal fehlt. Im Jahresbericht 2026 teilt der Landesbetrieb Mobilität beim Thema Kreisstraßen mit, "dass die Bauindustrie bereits jetzt stark ausgelastet sei. Es erscheine daher nicht möglich, dass ausreichende maschinelle und personelle Kapazitäten zur Verfügung stünden".
Saarland: Gasspeicher Frankenthal nur noch zu einem Viertel gefüllt

Die Füllmenge der Gas-Speicher in Deutschland befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Im Saarland gibt es laut Speicher-Betreiber Enovos aber keinen Grund zur Sorge.
Der für das Saarland zuständige Erdgasspeicher von Enovos Storage im rheinland-pfälzischem Frankenthal bei Mannheim ist nach letztem Stand (1. Februar) zu 26,67 Prozent gefüllt. Das ist laut Enovos-Geschäftsführer Markus Bastian üblich für die Saison.
Deutlich weniger Gas eingekauft
Seine Kunden hätten planmäßig im Januar damit begonnen, Gas aus dem Speicher in saarländische und rheinland-pfälzische Netze einzuspeisen. Er gehe davon aus, dass der Speicher bis Ende März planmäßig geleert werde.
Ungewöhnlich sei laut Bastian aber, dass die Energieversorger vor dem Winter deutlich weniger Gas eingespeichert hätten. Dadurch sei insgesamt weniger Gas im Umlauf.
Enovos rechnet nicht mit kaltem Winter
Der Enovos-Geschäftsführer geht aber nicht davon aus, dass das Gas im Saarland in diesem Winter ausgeht – zum einen, weil es dazu im Saarland über längeren Zeitraum nochmal sehr kalt werden müsste, zum anderen, weil neu gebaute Terminals für Flüssiggas (LNG) in Norddeutschland, wie etwa bei Wilhelmshaven, Engpässe ausgleichen könnten.
Dort kommt Gas mit Schiffen aus Ländern wie den USA und Norwegen nach Deutschland. Diese Art der Belieferung ist allerdings teurer und anfälliger für kurzfristige Störungen, etwa wenn ein Schiff aus den USA nicht losfahren kann.
Der Großteil der Gasimporte nach Deutschland kommt laut Bundesnetzagentur aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden und von besagten LNG-Terminals. Importe aus Frankreich spielen kaum mehr eine Rolle, anders als noch 2022 und 2023. 2025 wurde fast gar kein Gas von unsereren Nachbarn importiert.
Kein schneller Preisanstieg erwartet
Auch kurzfristige Preissteigerungen beim Gas sieht Enovos-Geschäftsführer Bastian nicht. Die Energieversorger arbeiteten mit langfristigen Verträgen. Mittelfristig könnten die Kunden die aktuell hohen Gaspreise aber zu spüren bekommen. Denn der Gaspreis an der Börse ist wieder in die Höhe geschnellt, und auch die niedrigen Füllstände der Gasspeicher sorgen für eine Verknappung.
Ob Kunden das aber am Ende im Jahresverlauf tatsächlich im Portemonnaie spüren, hängt von vielen Faktoren ab. Einige Experten gehen zum Beispiel davon aus, dass es in diesem Jahr durch die Flüssiggasterminals ein Überangebot an Gas geben wird, was das Gas günstiger machen würde.
Bastian: Kein Grund zur Panik
Andere befürchten, dass durch wegfallende Anreize der Bundesregierung die Energieversorger noch weniger Gas kaufen und einspeichern. Das würde das Gas wiederum verteuern.
Enovos-Geschäftsführer Bastian sieht jedoch keinen Grund zur Panik. Ähnlich hatten sich in den vergangenen Tagen schon die Bundesnetzagentur und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) geäußert. Die Grünen im Bundestag haben Reiche aufgefordert, die Menschen zum Gas sparen aufzufordern.
Sachsen: Bislang unbekannter Brief von Johann Sebastian Bach zeigt Leipzig in neuem Licht

Dieser Fund lässt das Musikleben im Leipzig der Barockzeit in neuem Licht erscheinen: Im Leipziger Stadtarchiv ist eine bislang unbekannte Handschrift von Johann Sebastian Bach entdeckt worden. Sie liefert wichtige Erkenntnisse zur studentischen Musikerszene im 18. Jahrhundert und auch zu Bachs musikalischer Arbeit als Thomaskantor. Die neu gefundenen Handschriften werden ab Dienstag in einer Sonderausstellung im Stadtarchiv Leipzig präsentiert.
- Eine bisher unbekannte Handschrift von Bach wird ab Dienstag in Leipzig präsentiert.
- Das Schriftstück liefert neue Erkenntnisse zum musikalischen Leben Leipzigs in der Barockzeit.
- Die Quellen wurden im Rahmen eines Bach-Forschungsprojekts zufällig entdeckt.
In Leipzig ist ein bisher unbekanntes Schriftstück von Johann Sebastian Bach (1685 -1750) gefunden worden. Dabei handelt es sich um ein amtliches Schreiben, das Bach handschriftlich verfasst hat. Der Bach-Forscher Bernd Koska entdeckte das Schriftstück bei einer Recherche im Leipziger Stadtarchiv. Der dort gefundene, bislang unbekannte Quellenbestand, umfasst auch Handschriften von Johann Christoph Gottsched und Georg Philipp Telemann.
Bei der Bach-Handschrift handelt es sich um ein Empfehlungsschreiben, das der Komponist 1740 für einen Theologiestudenten namens Gottlob Friedrich Türsch verfasst hat. Dieser wurde später Kantor in Salzwedel. Gefunden wurde das Schreiben in einer Mappe, die zahlreiche Schreiben von Leipziger Studenten der Barockzeit enthält, die sich um ein Stipendium der Stadt Leipzig bewarben, darunter das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns. Auch Empfehlungsschreiben prominenter Leipziger wie Bach und Professoren der Universität liegen der Mappe bei, etwa ein Zeugnis Johann Christoph Gottscheds für Johann Friedrich Doles.
Neue Erkenntnisse zu Bach in Leipzig
Die Handschrift von Bach ist laut Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig, für die Wissenschaft von immenser Bedeutung. Denn sie gebe neue Einblicke in Bachs musikalische Arbeit an der Thomaskirche, die, das sei nun bewiesen, nicht nur auf zwei, sondern auf drei Säulen ruhe. "Wenn man an Kantaten-Aufführungen oder Aufführungen der Passionen denkt, darf man nicht nur an die Thomaner und Stadtpfeifer denken, sondern als dritte Gruppe kommen noch Studenten für Bassstimmen hinzu", sagt Wollny. So werde auf einmal plausibel, wie größeren Stücke, etwa die Matthäuspassionen, funktioniert haben.
"Diese Dokumente verändern unser Bild von den institutionellen Voraussetzungen der Kirchenmusik unter Bach grundlegend: Was sich hier zeigt, ist Kulturförderung mit langfristiger Wirkung – ein Prinzip, das Leipzig seit Jahrhunderten prägt", so Wollny.
Quellenbestand im Bach-Archiv war bekannt
Das Empfehlungsschreiben von Bach für den Studenten Türsch hat der Bach-Forscher Bernd Koska bei einer Recherche im Rahmen des Projekts "Forschungsportal Bach" der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig gefunden. Koska betont: "An sich war dieser Quellenbestand der Stiftungsakten schon immer bekannt, verzeichnet und auch zugänglich. Er hat halt bisher einfach keinen so richtig interessiert."
Das Bach-Forschungsprojekt sucht gezielt in allen Archiven und Bibliotheken im Osten Deutschlands nach handschriftlichen Zeugnissen der gesamten Musikerfamilie Bach und macht sie öffentlich zugänglich. Es ist also gut möglich, dass in den kommenden Jahren noch weitere, bislang nicht bekannte Handschriften von Johann Sebastian Bach ans Licht kommen werden.
Mehr Informationen zur Ausstellung:
Stadtarchiv Leipzig
Straße des 18. Oktober 42
04103 Leipzig
Die Funde werden bis zum 23. April 2026 im Rahmen einer Sonderausstellung präsentiert.
Sachsen-Anhalt: A36 nach Lkw-Unfall stundenlang dicht: Aufwendige Bergung bei Hoym

Nach einem Unfall mit einem umgekippten Lkw bleibt die A36 bei Hoym Richtung Braunschweig bis zum Abend gesperrt. Der Fahrer wurde leicht verletzt, die Bergung gestaltet sich schwierig.
Auf der Autobahn 36 nördlich des Harzes sorgt ein umgekippter Lkw voraussichtlich noch bis zum Abend für Behinderungen. Das teilte die Autobahnpolizei MDR SACHSEN-ANHALT mit. Die A36 zwischen Hoym und Quedlinburg-Ost ist in Fahrtrichtung Braunschweig seit dem Vormittag für die Bergung gesperrt. Der Verkehr wird deshalb an der Anschlussstelle Hoym abgeleitet.
Lkw muss nach Unfall von Hand entladen werden
Die Bergung sei so kompliziert, dass der Lkw von Hand entladen werden müsse. Der Lastwagen habe Lebensmittel geladen. Der Lkw war am Morgen zunächst von der Fahrbahn abgekommen. Als der 41 Jahre alte Fahrer gegenlenken wollte, sei das Fahrzeug umgekippt. Der Mann kam leicht verletzt ins Krankenhaus.
Hamburg: Hamburger Reederei Hapag-Lloyd will wieder durch den Suez-Kanal fahren

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd will ab Mitte Februar mit einigen ihrer Frachter wieder durch den Suez-Kanal fahren. Die Durchfahrt soll wegen möglicher Angriffe jemenitischer Huthi-Rebellen allerdings unter dem Schutz internationaler Marineschiffe stattfinden.
Seit 2023 beschießen die Rebellen vom Jemen aus immer wieder internationale Frachter. Deshalb hatte sich auch Hapag-Lloyd für den längeren Weg zwischen Asien und Europa entschieden - rund um das Kap der Guten Hoffnung. Dies verlängert die Fahrzeit um rund zehn Tage.
Begleitung durch internationale Marineschiffe
Jetzt allerdings will man wieder den kurzen Weg nutzen. Denn Ende des vergangenen Jahres hatten die Huthi-Rebellen erklärt, ihre Angriffe auf die internationale Schifffahrt zu beenden. Deshalb nun die neue Entscheidung. Allerdings sollen erst einmal nur einzelne Frachter von Hapag-Lloyd und dem Kooperationspartner Maersk durch das Rote Meer und den Kanal fahren - und das nur unter Schutz von internationaler Marine. Danach will man schrittweise entscheiden, ob die Route noch von weiteren Hapag-Schiffen befahren werden kann.
Mecklenburg-Vorpommern: Brand im Sonnenblumenhaus in Rostock: Gebäude evakuiert

Im siebten Stock des Rostocker Sonnenblumenhauses brannte es aufgrund einer Explosion. Die Flammen griffen auf das darüberliegende Stockwerk über. Die Bewohner mussten das Gebäude verlassen.
Im Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen soll gegen 17 Uhr eine Explosion im siebten Stock einen Brand ausgelöst haben. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Die Flammen griffen auf den achten Stock über. Inzwischen ist das Feuer gelöscht, allerdings stieg lange noch Rauch aus der Wohnung auf, in der der Brand ausgebrochen war. 70 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Noch könne die Feuerwehr keine genauen Angaben zur Brandursache machen. Die Polizei teilte mit, dass eine Person tot aufgefunden wurde. Weitere Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt.
Großeinsatz in Rostock-Lichtenhagen
Laut der Rostocker Wohnungsgesellschaft WIRO sind 30 Wohnungen im Aufgang 15 evakuiert worden. Einige Mieter konnten bereits in ihre Wohnung zurückkehren. Wann die verbliebenen Mieter folgen können, ist noch unklar. Allen Mietern könne bei Bedarf Ersatzwohnungen angeboten werden. Im betroffenen Aufgang sind 104 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet. Einige von ihnen sind nicht mobil, sie wurden von Rettungskräften nach draußen gebracht. Aufgrund der niedrigen Temperaturen stehen zwei Wärmebusse bereit.
Niedersachsen: Bis zu 230 Kilometer pro Stunde: Autofahrer flüchtet vor Polizei

Teils starke Schneeverwehungen hielten den Fahrer im Landkreis Hildesheim nicht auf. Im Auto saßen auch zwei Jugendliche.
Zwischen Giesen und Sarstedt (Landkreis Hildesheim) hat sich in der Nacht zu Sonntag ein 20-Jähriger eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei geliefert. Der Wagen des Mannes war den Beamten zuvor aufgefallen, weil an diesem keine amtlichen Kennzeichen angebracht waren. Um einer Kontrolle zu entkommen, beschleunigte der junge Mann sein Auto auf der B6 laut Polizei auf eine Geschwindigkeit zwischen 180 und 230 Kilometern pro Stunde. Unter anderem missachtete er den Angaben zufolge zudem eine rote Ampel. Auch deutliche Haltezeichen der Polizei, Blaulicht und Martinshorn sowie zum Teil starke Schneeverwehungen und ein Blitzer hielten ihn nicht auf. Erst auf einem Supermarktparkplatz in der Ortschaft Ingeln-Oesselse (Region Hannover) ergab er sich. Im Wagen saßen den Angaben zufolge noch eine 14-Jährige und ein 16-Jähriger. Der Fahrer muss sich nun unter anderem wegen eines verbotenen Autorennens verantworten.
Schleswig-Holstein: ePA: Elektronische Patientenakte wird für viele zur Geduldsprobe

Seit vier Monaten sind Arztpraxen auch in SH verpflichtet, die elektronische Patientenakte zu befüllen. Doch noch nicht alles läuft rund - auch aus Sicht von Patientinnen und Patienten.
"Einmal die Krankenkassenkarte einstecken bitte", so oder so ähnlich beginnen für viele Menschen in Schleswig-Holstein Besuche in der Hausarztpraxis, beim Zahnarzt oder auch beim Dermatologen. So läuft es seit vielen Jahren. Relativ neu ist dabei das, was das medizinische Personal auf der anderen Seite des Empfangstresens auf dem Computer sehen kann, wenn die Karte eingelesen wird. Denn inzwischen gibt es die elektronische Patientenakte (ePA). Seit Oktober sind Arztpraxen und Krankenhäuser verpflichtet, damit zu arbeiten.
So funktioniert die elektronische Patientenakte
Die elektronische Patientenakte ist eine Art digitaler Schuhkarton. Ärztinnen und Ärzte können ihre Befunde ablegen und jede andere Arztpraxis kann hineinschauen. Sofern der Patient bei seiner Krankenkasse nicht gesagt hat, dass er die ePA nicht nutzen will. Außerdem hinterlegt: Eine Liste der Medikamente, die ein Patient verschrieben bekommen hat. Befürworter weisen vor allem auf einen besseren und schnelleren Überblick hin. Behandelnde Ärztinnen und Ärztinnen können direkt auf Informationen über Vorerkrankungen und verschriebene Medikamente zugreifen.
ePA wird bisher oft zur Geduldsprobe
Der Clou: Zugriff auf die ePA haben nicht nur Arztpraxen, sondern über eine App ihrer Krankenkasse auch die Patienten selbst. Sie können sich Befunde anschauen, Dokumente hochladen und auch festlegen, ob die Informationen für Ärztinnen sichtbar sein sollen oder nicht. Allerdings: Reibungslos funktioniert die ePA für die Versicherten in vielen Fällen noch nicht. Schon das Anmeldeverfahren zur benötigten Krankenkassen-App kostet viel Durchhaltevermögen und Nerven, kritisieren zahlreiche Akteure im Gesundheitswesen. Für sie ein Grund für die geringen Nutzerzahlen bisher: Eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland bei mehreren Krankenkassen hatte Mitte Januar ergeben, dass nur knapp vier Prozent der Versicherten mit angelegter ePA diese auch tatsächlich selber nutzen.
Und auch, wer erfolgreich war und Zugriff hat: in vielen Fällen bleibt es eine Geduldsprobe, berichten Anwenderinnen und Anwender auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein.
Wo die ePA Versicherten Probleme bereitet
Zu den Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern gehört unter anderem, dass die eigene ePA trotz Arztbesuch leer oder nicht vollständig ist. Praxen, die nicht mit der ePA arbeiten, drohen seit Jahresbeginn Kürzungen von Pauschalen. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass nicht jeder Arztbesuch dokumentiert werden muss. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sind die Praxen dazu verpflichtet, "wichtige medizinische Dokumente aus der Behandlung, wie zum Beispiel Arztbriefe und Befundberichte in die ePA einzustellen". Aber, so der Hinweis der Kassenärztlichen Vereinigung in Schleswig-Holstein: "Es muss nicht jeder Schnupfen in die ePA eingestellt werden."
Schwierigkeiten beim Hochladen von Befunden
Einige berichten außerdem von Schwierigkeiten beim Hochladen von Dokumenten. Die für die Entwicklung der ePA zuständige Nationale Agentur für Digitale Medizin (Gematik) erklärt dazu, dass Patientinnen und Patienten bisher aus Sicherheitsgründen nur spezielle PDF-Dateien hochgeladen werden können. Das klassische Handy-Foto im JPEG-Format funktioniert also nicht.
Ältere Betriebssysteme werden nicht mehr unterstützt
Manche Nutzerinnen und Nutzer hatten außerdem nach einem Update festgestellt, dass ihre ePA-App nicht mehr funktionierte. Das hängt mit einem zu alten Betriebssystem auf dem Smartphone zusammen. Die Mindestanforderungen werden dabei fortlaufend erneuert. Hintergrund ist nach Angaben der Gematik, dass veraltete Betriebssysteme ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellten.
Hausärzteverband grundsätzlich zufrieden
Aber es gibt durchaus auch gute Erfahrungen mit der ePA. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Schleswig-Holstein berichtet beispielsweise, dass die - wenn auch wenigen - Patientinnen und Patienten seiner Praxis, die die ePA nutzen, zufrieden sind. "Weil sie tatsächlich auch sehen, dass Befunde da sind, dass Laborwerte da sind", erklärt Jens Lassen. Er ist mit seiner Praxis schon seit etwa einem Jahr am ePA-System angeschlossen. Insgesamt zieht der Hausärzteverband nach den ersten "ePA-Monaten" eine positive Bilanz. "Die ePA ist in unserem Alltag angekommen", beichtet Lassen. Für ihn ein wichtiger Digitalisierungsschritt im Gesundheitswesen.
Kassenärztliche Vereinigung kritisiert instabile Systeme
Auch die Kassenärztliche Vereinigung im Land (KVSH) berichtet, dass die ePA inzwischen von vielen Praxen in den täglichen Ablauf integriert worden sei. Aber es gab und gebe auch technische Schwierigkeiten, so KVSH-Sprecher Marco Dethlefsen. Wie reibungslos die Nutzung in den Praxen läuft, hängt demnach von der jeweiligen Verwaltungssoftware in der Praxis ab. Und davon, wie störungsfrei der Betrieb der sogenannten Telematikinfrastruktur läuft.
KVSH: Instabilität führt zu Mehrbelastung
Die Telematikinfrastruktur ist die digitale Plattform, über die die medizinischen Versorger vernetzt sind. Gibt es hier Probleme, kann das laut KVSH den Praxisbetrieb über Stunden lahmlegen, "was zu einer erheblichen Mehrbelastung bei einer ohnehin hohen Arbeitsbelastung der Praxen führt", so KVSH-Sprecher Dethlefsen. Deshalb sei es wichtig, dass die Betriebsstabilität der Telematikinfrastruktur verbessert werde.
Schwierige Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern
Problematisch ist aus Sicht der KVSH außerdem, dass die ePA nach einem Aufenthalt im Krankenhaus im Moment noch häufig leer bleibt. Obwohl auch der stationäre Bereich seit Oktober gesetzlich verpflichtet ist, die ePA zu nutzen. Dieser Kritik schließt sich auch der Hausärzteverband an. "Es wäre extrem hilfreich, wenn wir zumindest die Laborergebnisse, die technischen Untersuchungsbefunde aus dem stationären Bereich einsehen könnten", so der Verbandsvorsitzende Lassen.
Ausrollen der ePA-Systeme im Krankenhaus deutlich komplexer
Die Krankenhausgesellschaft im Land versteht die Kritik, aber sie greife zu kurz, heißt es von Geschäftsführer Patrick Reimund. "Die Anbindung der ePA im Krankenhausbereich ist technisch und organisatorisch deutlich komplexer als im ambulanten Bereich", so Reimund. Auch weil seinen Angaben zu Folge die ePA für niedergelassene Praxen und nicht für Krankenhäuser entwickelt wurde. Bis April gilt für Krankenhäuser noch eine Übergangsfrist. Danach drohen den Kliniken Kürzungen von Pauschalen.
Hausärzteverband wirbt um Geduld mit der ePA
Deutlich wird, dass die ePA einige Monate nach ihrer Einführung noch die ein oder andere Baustelle hat. Klar ist aber auch: Sie wird fortlaufend weiterentwickelt. In diesem Jahr soll nach Angaben der Gematik beispielsweise ein Medikationsplan implementiert werden, außerdem sind Push-Benachrichtigungen vorgesehen und die Volltextsuche soll kommen.
Jens Lassen vom Hausärzteverband wirbt bei Patientinnen und Patienten um Geduld. "Das ist ein riesen Projekt. Die ePA ist am 1. Oktober nicht fertig vom Himmel gefallen und in den Praxen gelandet, sondern ist im Werden." Insgesamt überwiege der Nutzen, ist Lassen überzeugt.

